Kirche in Götzenhain

Martin Luther leugnet die Existenz eines Herrn Google

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Die Zuschauer in der evangelischen Kirche in Götzenhain waren am Sonntagabend mitten drin in der Reformation. Die Leute in der dicht besetzten Kirche erlebten, wie sich Luther als junger Mensch

Die Zuschauer in der evangelischen Kirche in Götzenhain waren am Sonntagabend mitten drin in der Reformation. Die Leute in der dicht besetzten Kirche erlebten, wie sich Luther als junger Mensch gegen die Vorstellungen und Wünsche seiner Eltern stellte, wie er als Mönch zweifelte, die Bibel auf der Wartburg übersetzte, den Ablasshandel verdammte und letztlich von den Ereignissen, die seine Schriften ausgelöst haben, überrollt wurde.

Regisseurin Sonnhild Grevel hatte sich anlässlich der 500 Jahre Reformation die Geschichte Luthers ganz genau vorgenommen und das Theaterstück „Querschläger“ geschrieben. 22 Schauspieler aus den Gemeinden des Dekanats brachten bei der Premiere in Götzenhain all ihre Leidenschaft für das Leben Luthers ein. Sonnhild Grevel lässt ihren Luther in einer Szene „aus der Zeit fallen“ und so kommt er bei einer Redakteurin an, die einen Artikel zu ihm schreiben soll. Die beiden (Gerd Schaffert und Barbara Schreeck) sind gegenseitig irritiert voneinander.

Sehr lustig war, als Luther behauptete, „ein Herr Google“ sei nicht dabei gewesen, als er die Pabstbulle vor dem Elstertor verbrannt habe. Der spätmittelalterliche Luther war doch sehr verwirrt von all den neuen Medien in 2017.

Mit Ausdruck und Liebe zum Detail nahmen die Akteure die Zuschauer mit auf diese Reise in die Vergangenheit. Mit Hilfe von Multi-Visions-Projektionen an die Kirchenwand – zum Teil Aufnahmen von Originalschauplätzen – gab es zusätzliche Einblicke in das Leben Luthers. „Wenn es mit den Vorstellungen gelingt, bei den Zuschauern mehr Interesse für die Reformation zu wecken, dann ist das Stück kein Querschläger“, sagt Regisseurin Grevel. Sie war übrigens mit der Premiere überaus zufrieden – alles habe ganz wunderbar geklappt.

Die intensive Probenzeit seit vergangenem September hatte sich also gelohnt, die Schauspieler wurden mit viel Applaus bedacht. Wer die Premiere verpasst hat, kann am kommenden Sonntag, 5. Februar, in der Neu-Isenburger Johanneskirche, Friedrichstraße 94, in Martin Luthers Welt eintauchen. Anschließend ist das Theaterstück noch am 12. Februar in der Langener Stadtkirche, Wilhelm-Leuschner-Platz, und am 5. März in der evangelischen Kirche Egelsbach, Ernst-Ludwig-Straße 56, zu erleben. Beginn ist jeweils um 17 Uhr. njo

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