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Deutlich

Nach Wahlsieg: Künftiger Bürgermeister Martin Burlon blickt schon nach vorn

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Der parteilose Bürgermeisterkandidat Martin Burlon zeigte sich von seinem doch deutlichen Wahlsieg überrascht. Nach seiner Amtsübernahme will er sich vor allem den Themen Kinderbetreuung, Mobilität und der Schaffung von gefördertem Wohnraum annehmen.

Bei der Landtagswahl war es spannend bis zum letzten Augenblick, bis das vorläufige Endergebnis feststand. Anders verhielt es sich bei der Bürgermeisterdirektwahl in Dreieich: Bereits nach der Auszählung des vierten Wahlbezirks pendelte sich das Ergebnis auf das Level des Endergebnisses ein. 59,2 Prozent der Wähler hatten ihre Stimmen dem parteilosen Kandidaten Martin Burlon gegeben.

Somit war die Spannung aus der Bürgermeisterwahl schon recht früh raus. Das hatte zur Folge, dass die CDU-Kandidatin Bettina Schmitt, welche die nach und nach einlaufenden Ergebnisse tapfer lächelnd zur Kenntnis genommen hatte, nach dem Ergebnis des zwölften Wahlbezirks ihre Jacke nahm und kommentarlos den Stadtverordnetensitzungssaal des Dreieicher Rathauses verließ.

Dort hatten sich an diesem Abend etliche Kommunalpolitiker und Bürger eingefunden, in erster Linie gespannt auf den Ausgang der Bürgermeisterwahl, wie etwa Rathauschef Dieter Zimmer (SPD), der nicht mehr kandidierte, Ex-Bürgermeister Bernd Abeln und der Landtagsabgeordnete Hartmut Honka (beide CDU), der sein Direktmandat für den Landtag verteidigte. Aber auch der parteilose Bürgermeisterkandidat Christian Kurz hatte sich dort eingefunden, der schon recht früh die ersten Glückwünsche für sein durchaus akzeptables Wahlergebnis, am Ende waren es elf Prozent, entgegennahm. „Als relativ unbekannter Kandidat bin ich mit dem Ergebnis recht zufrieden“, sagte der 36-Jährige.

Nur der Wahlsieger, Erster Stadtrat Martin Burlon, ließ auf sich warten. Den ersten Teil des langen Wahlabends hatte er mit seinen Wahlhelfern und Unterstützern in der SKG-Halle verbracht, zog sich dann in sein Büro im Rathaus zurück, um sich erst nach der Auszählung des 32. Wahlbezirks (von 40) im Stadtverordnetensitzungssaal einzufinden. Am Arm seine Ehefrau Viola Nimmerrichter stand er strahlend in der Tür, wo er sogleich mit Glückwünschen überhäuft wurde. Zu den ersten Gratulanten gehörte auch Landrat Oliver Quilling (CDU).

Obwohl sein Vorsprung auf seine Konkurrenten schon überaus deutlich war, Schmitt kam am Ende auf 25,7 Prozent, tat sich Burlon noch schwer, sich richtig zu freuen, denn noch waren die sechs Briefwahlbezirke nicht ausgezählt. Doch nach einigem Zögern erklärte er, dass er schon gehofft hatte, bereits im ersten Wahlgang die erforderliche Zahl von Stimmen zu erhalten, was allerdings bei vier Bewerbern eher unwahrscheinlich erschien. Um so mehr sei er von dem doch deutlichen Vorsprung überrascht.

Nach seiner Amtsübernahme wolle er mit allen Fraktionen des Stadtparlaments und allen Gruppierungen zusammenarbeiten, sagte Burlon. Eine solche vertrauensvolle Zusammenarbeit habe bereits in den zurückliegenden acht Jahren gut funktioniert, zumal es ihm Stadtparlament keine festen Koalitionen gebe. Dabei vertraue er auch auf die Zusammenarbeit mit den Parteien (SPD und FDP), die ihn bereits zum Ersten Stadtrat gewählt hatten. Allerdings, und das betonte Burlon besonders, werde er parteiungebunden bleiben. Bei seiner künftigen Arbeit werde er die Themen in Angriff nehmen, welche die Menschen besonders ansprechen. An erster Stelle nannte er die Kinderbetreuung, danach die Mobilität, wobei er auch auf die Möglichkeit einer Straßenbahnverlängerung bis nach Dreieich einging. Ebenso wichtig sei auch die Schaffung von gefördertem Wohnraum.

Christdemokrat Honka ging am Rande auf das Abschneiden der CDU-Kandidatin Bettina Schmitt ein: „Als wir entschieden, sie in die Bürgermeisterwahl zu schicken, hatten wir gehofft, ihr aufgrund der guten Arbeit der schwarz-grünen Regierung in Wiesbaden ordentlich Rückenwind geben zu können. Doch dieser blieb aus, weil der hessischen CDU der Rückenwind aus Berlin fehlte.“ Der Ausgang der Bürgermeisterwahl sei für Schmitt extrem bedauerlich. Zugleich erklärte Honka, zukünftig vertrauensvoll mit Burlon zusammenarbeiten zu wollen. „Unsere Entscheidung, Bettina Schmitt ins Rennen zu schicken, war keine Entscheidung gegen Martin Burlon. Es war eine Entscheidung für eine eigene CDU-Kandidatin“, so Honka.

Erfreut zeigten sich alle, dass ihnen eine Stichwahl erspart geblieben sei.

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