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Die bisherigen Notunterkünfte in der Hainer Chaussee sollen im Juli nächsten Jahres abgerissen werden.

Arbeiten begonnen

Neue Unterkunft für Menschen in Not in der Schlagfeldstraße in Dreieich

In der Schlagfeldstraße haben die Arbeiten zum Bau einer neuen Unterkunft für Menschen begonnen, die ihre Wohnung verloren haben. Im Gebäude können maximal 40 Personen einquartiert werden. Mit der Fertigstellung ist im April 2019 zu rechnen.

Menschen, die aus welchen Gründen auch immer von ihrem Vermieter vor die Tür gesetzt wurden, bringt die Stadt seit vielen Jahren in mehreren flachen Gebäuden in der Hainer Chaussee unter. Aktuell leben dort 19 Männer, Frauen und Kinder. Das Grundstück grenzt an das ehemalige Opel-Gelände, auf dem an die 100 Sozialwohnungen hochgezogen werden. Das soll die DreieichBau AöR, eine hundertprozentige Tochter der Stadt, wuppen. Die Fläche, auf derzeit noch die Notunterkünfte stehen, ist Bestandteil des Konzepts. Erst wenn sie von der Bildfläche verschwunden sind, fällt auf dem früheren Opel-Areal der Startschuss.

In der Schlagfeldstraße schafft die DreieichBau deshalb Ersatz. Nach dem Bodenaushub wurden in dieser Woche die Entwässerungsleitungen verlegt, nächste Woche soll die Bodenplatte gegossen werden. Einen Keller hat das Haus nicht. Auf drei Geschossen und 600 Quadratmetern entstehen drei Vier-Zimmer- und zwei Zwei-Zimmerwohnungen sowie zwei Apartments. Die Apartments sind für Paare oder alleinerziehende Frauen mit Kindern gedacht. Sie verfügen über eine kleine Küchenzeile, Toilette und ein Duschbad. Die einzelnen Zimmer der Wohnungen, die mit einem gemeinschaftlichen Sanitärbereich ausgestattet werden, sind von der Größe her für maximal zwei Personen ausgelegt. Hinzu kommt ein Büro für einen Sozialarbeiter, der sich um die Bewohner kümmert. Insgesamt kann das Gebäude rund 40 Personen beherbergen. Das ist in etwa die Kapazität, wie sie derzeit auch in der Hainer Chaussee vorgehalten wird.

Ambitioniertes Ziel

Bei der Bauweise setzt die DreieichBau auf Module, sieben sind es pro Geschoss. Sie sollen noch vor Weihnachten geliefert und montiert werden. Im neuen Jahr folgt der Innenausbau mit der Elektroverkabelung und dem Einbau einer Pelletheizung, ehe die Außenanlagen an die Reihe kommen. Dirk Böttcher, Technischer Vorstand der AöR, hofft, das der Neubau im April bezugsfertig ist. Nach seinen Worten liegt das Gesamtbudget bei knapp 1,8 Millionen Euro.

Der Zeitplan der 2017 gegründeten städtischen Baugesellschaft sieht vor, die bisherigen Unterkünfte in der Hainer Chaussee spätestens im Juli abzureißen. Dann könnte die AöR mit dem ersten Bauabschnitt loslegen. Geplant sind hier 37 Wohnungen, 62 weitere sollen bis Ende 2020 folgen. Zwischen 300 und 350 Menschen sollen in dem Quartier ein neues Zuhause finden. Das Investitionsvolumen liegt bei mehr als 20 Millionen Euro. Mit dem Projekt auf dem etwa 1,7 Hektar großen Grundstück soll der erste Schritt zur Linderung der Wohnungsnot getan werden.

Die AöR hat ein ambitioniertes Ziel: Sie will in den nächsten fünf Jahren bis zu 400 Wohnungen bauen, vorzugsweise für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen. Stichwort: bezahlbarer Wohnraum. Deshalb will auch die Stadt einige Wohnungen in den neuen Häusern mieten. Im Rathaus wird eine lange Liste mit Wohnungssuchenden geführt.

Von Frank Mahn

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