Fußballverein 06 Sprendlingen

Die neuen Herren des Sportplatzes

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Sie sind ab sofort der Herr im Haus: Der Sprendlinger Fußballverein ist neuer Pächter seiner Sportanlage. Finanziell werden sie aber noch weiterhin unterstützt.

Dies ist wohl der vorerst „letzte Streich“ in Sachen städtische Fußballplätze: Gestern unterzeichneten Erster Stadtrat Martin Burlon und der Vorstand des Fußballvereins 06 Sprendlingen (FV 06) den Pachtvertrag für die Sportanlage „In der neuen Lach“. Nach den Vertragsabschlüssen mit dem Sportverein Dreieichenhain im Januar und der Übertragung des Platzes an der Sandkaut in Offenthal an den Fußballclub Offenthal im Februar, ist jetzt auch der Sprendlinger Platz in die Hände des Vereins übergangen.

Damit hat der Magistrat der Stadt Dreieich den Beschluss der Stadtverordnetenversammlung aus dem Mai 2017 umgesetzt, die städtischen Anlagen an die Vereine zu übertragen und damit deutlich die Kosten für die Stadtkasse zu minimieren. Die Verhandlungen mit dem FV 06, so Martin Burlon, seien etwas umfangreicher und komplizierter gewesen, als mit den anderen beiden Vereinen.

„Wir haben hier bestehende ältere Verträge. Zum einen über das Clubhaus aus den 1980er Jahren und auch über den Platz nach der Umstellung auf einen Rasenplatz in den 2000er Jahren“, so der Erste Stadtrat. Außerdem gab es bei den Sprendlinger Kickern auch einen Vorstandswechsel im Verein. Die Verträge gelten jetzt aber rückwirkend zum 1. Januar 2018. Und was steht in den Papieren? Die Stadt Dreieich überlässt dem Verein das 17 650 Quadratmeter große Areal, mit dem großen Rasenplatz, diversen Nebenflächen, inklusive der Flutlichtanlage und das Clubheim. Wie für die anderen beiden Vereine gilt auch für den FV 06, dass die Stadt die Fußballer weiterhin bei der Unterhaltung unterstützt: Für 2018 bekommt der FV 06 noch 37 200 Euro, 32 200 Euro für 2019 und ab 2020 überweist der Kämmerer 26 200 Euro zur Unterhaltung der Plätze. Zunächst gilt dieser Vertrag bis zum Ende der Fußballsaison 2022/2023.

Auch in Sprendlingen habe es kein „Hurra“ über die Pläne der Stadt Dreieich gegeben, berichtet Burlon. „Aber wir haben konstruktiv-kritisch zusammengearbeitet, auf Augenhöhe diskutiert und eine Lösung gefunden“, so der Stadtrat. Der Zuschuss für Sprendlingen sei höher als für die anderen beiden Vereine, was vor allem an der deutlich größeren Anlage und dem Flutlicht auf dem Platz liege, das Kosten in der Unterhaltung verursache.

Für den Verein, der 330 Mitglieder, davon 75 Prozent in den derzeit zwölf Jugendmannschaften, hat, seien die Verhandlungen ebenfalls zufriedenstellend ausgegangen. „Wir sind zunächst einmal sehr froh, dass wir an unserem Heimatplatz bleiben können und dass wir es schaffen, ihn zu erhalten“, sagt Claus Leonhardt, seit April Vorsitzender der Kicker. Es werde „sportlich“, all diese neuen Aufgaben zu stemmen. In der Kostenaufstellung der Stadt habe der Vereinsvorstand gesehen, dass die Zuschüsse die Kosten fast abdecke, aber die Personalkosten nicht mehr berücksichtigt sind. „Da ist jetzt eben unsere Eigenleistung gefordert, wir werden die Mitglieder mehr einbinden müssen. Im Augenblick steht die Finanzierung, aber es bleibt auch ein Risiko für uns“, so Leonhardt.

Der Vorstand sei aber sehr zuversichtlich, dass der Verein diese Aufgabe bewältigt. Die Anschaffung eines Mähroboters („ein echtes Männerspielzeug“) soll Mitarbeiter sparen, aber einen Platzwart suchen die 06er schon noch. Die Stimmung im Verein sei gut, und die Fußballer blicken, nachdem jetzt die Fragen nach der Zukunft des Platzes geklärt sind, optimistisch nach vorne. Mit dieser dritten Vertragsunterzeichnung, allen Einsparungen rund um die Fußballplätze, spart die Stadt Dreieich künftig rund 300 000 Euro im Jahr.

Der langersehnte Kunstrasenplatz auf dem Gelände des Turnvereins Dreieichenhain geht in diesen Tagen in die Ausschreibung. Das rund 900 000 Euro teure Projekt könnte, wenn es denn Angebote von Firmen gibt, noch in diesem Jahr realisiert werden, erklärt die Stadt Dreieich. Der Bau eines Kunstrasenplatzes dauere rund drei Monate.

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