Vögel in Dreieich

Ein neuer Lebensraum für Mauersegler

  • vonNicole Jost
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Auf dem Dach des Dreieich-Museums in Dreieichenhain wurden Nisthilfen für Mauersegler angebracht. Sie wurden vom BUND gespendet.

Der Geschichts- und Heimatverein Dreieichenhain ist bekannt dafür, die Geschichte und die Kultur Dreieichenhains zu schützen. Mit der alten Burg und dem Dreieich-Museum geschieht das auf so vielfältige Weise. Corinna Molitor, Leiterin des Museums, liegt zudem die Natur sehr am Herzen. Auf dem Museumsdach sind schon etliche Bienen zu Hause – künftig sollen in den Mauern des Museums auch die Mauersegler brüten. Mit Ingolf Grabow, vom Naturschutzbund (Nabu) und Christa Mehl-Rouschal, Vorsitzende des Dreieicher Ortsverbands im Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) hat sie sich die Fachleute ins Boot geholt.

„Hier ist es recht ideal, mit den Hecken und dem Weiher gibt es ausreichend Insekten, welche die Tiere ja immer schwerer finden“, so Ingolf Grabow. Die acht Kisten für je 20 Euro, die der Dreieicher BUND gespendet hatte, haben einen kleinen Einschlupf und in der Kiste gibt es eine Mulde, in der es sich die Vögel mit ihren Jungen gemütlich machen können.

„Für dieses Jahr ist es zu spät, die Mauersegler kommen im Mai und bleiben dann nur, bis ihre Jungen groß sind, bis August. Aber im nächsten Jahr werden sie sicher bevölkert“, ist der Mauersegler-Fachmann überzeugt. Wahrscheinlich sei es dann der Sperling, der den Seglern den Weg zu den optimalen Brutkästen zeige: „Die sind oft ein bisschen cleverer und wenn der Mauersegler sieht, dass sich der Sperling dort wohl fühlt, zieht er gerne danach ein“, erzählt der Experte schmunzelnd.

Der Mauersegler sei ein spannender Vogel, eigentlich ja einheimisch, weil in Deutschland geboren, aber doch in weiten Teilen des Jahres in Afrika unterwegs. „Die Vögel fliegen die Strecke in einem Zug durch. Sie schlafen und ernähren sich in der Luft, eine Hirnhälfte ruht aus, die andere ist in Aktion.“, erklärt Christa Mehl-Rouschal. Für die Mauersegler werde es in hiesigen Gefilden aber immer schwieriger: „Die mangelnden Nahrungsquellen sind das eine Problem. Aber es gibt auch immer weniger Mauerfugen.“ Immer mehr Häuser sind energetisch saniert, rundum abgedichtet. Das sei auch sehr sinnvoll, nehme dem Mauersegler aber den Lebensraum. Museumsleiterin Corinna Molitor sagte: „Ich freue mich, dass wir ein bisschen helfen können und hoffe, dass die Nisthilfen spätestens im nächsten Jahr auch bewohnt werden.“

(njo)

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