Projekt in Sprendlingen

Pläne zur „Neuen Mitte“ werden konkret

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Mit dem Projekt „Neue Mitte“ soll Sprendlingen aufgewertet werden. Die Pläne für die Bebauung gibt es bereits seit 2013. Auch die Bürger wurden nach Wünschen und Bedenken befragt. Wie finden ihre Ideen Beachtung?

Das Projekt „Neue Mitte“ in Sprendlingen wird endlich konkret. Die Stadtverordneten werden in der Sitzung am 21. Februar über den Erschließungsvertrag und den Beschluss für den großen Supermarkt mit 1500 Quadratmetern Verkaufsfläche, für 60 barrierefreie Wohnungen, kleine Läden und Gastronomie auf der Hauptstraße 22 bis 38 a entscheiden.

Die Firma Schoofs Immobilien aus Neu-Isenburg will das Projekt verwirklichen, seit 2013 wird bereits an dem Beschluss des Bebauungsplans gearbeitet. Das war nicht immer ganz so leicht und barg einige Hindernisse, die jetzt bewältigt scheinen. Bei der Offenlage der Unterlagen – Behörden und Bürger können dabei noch Anregungen und Bedenken äußern – gab es von den Behörden insgesamt zwölf Anregungen und Bedenken, bei den Bürgern waren es sogar 17 Einwände.

Dabei sorgten sich die Anwohner vor Immissionen, möglichen Einschränkungen der Lebensqualität in der Umgebung, einer Zunahme des Verkehrs in der Hauptstraße, Belästigungen und Beschädigungen aufgrund der baulichen Arbeiten, Luftqualität im zentralen Sprendlingen, Denkmalschutz, Verschlechterungen für das Kleinklima aufgrund des Verlusts an Grün und Verschattungen in der Umgebung.

„Wir haben diese Anregungen Punkt für Punkt abgearbeitet und auch daraufhin Änderungen in die Pläne eingearbeitet“, erklärt Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos). So wurde beispielsweise die Bebauung an der Fünfhäusergasse zurück genommen, um Verschattungen zu verhindern, und die Front an der Hauptstraße wurde von drei Etagen mit zwei Staffelgeschossen zu drei Stockwerken mit zwei zurückversetzten Staffelgeschossen umgeplant, um dem Gebäude die Wuchtigkeit zu nehmen.

„Diese Anregungen werden in einem Abwägeprozess bewertet. Und manchmal stehen private Belange hinter dem öffentlichen Interesse zurück“, erläutert Burlon. Eine zweite Offenlage wurde notwendig, weil die Stadt für ihre Rechtssicherheit noch eine Entscheidung des Regierungspräsidiums Darmstadt zur geplanten Dichte der Bebauung brauchte. Danach gab es trotz weiterer 16 Bedenken keine Änderungen mehr in den Planungen.

Die „Neue Mitte“ soll Sprendlingen aufwerten und ein urbanes Wohnquartier schaffen, in dem sich die Dreieicher wohlfühlen und auch aufhalten möchten. Dazu ist ein Quartiersplatz geplant.

„Letztlich greift diese Planung viele Forderungen und Wünsche der vergangenen Jahre auf“, so Erster Stadtrat Martin Burlon. „Es wird zu Recht von uns erwartet, auch Potenziale der sogenannten Innenentwicklung für Wohnen und Gewerbe zu nutzen.“ Die Flächen der „Neuen Mitte“ seien genau hierfür geeignetes Gelände, nicht zuletzt, da die Bausubstanz in weiten Teilen in die Jahre gekommen sei und leerstehe. „Zudem wird gerade auch ein Mangel an Mietwohnungen und vor allem an seniorengerechten Wohnungen in Dreieich beklagt“, sagt Burlon.

Auf der Fläche der „Neuen Mitte“ entstehen bis zu 60 dieser dringend benötigten Wohnungen. Die Forderung nach einem modernen und mit ausreichend Angebot versehenen Vollsortimenter in zentraler Innenstadtlage existiert ebenfalls seit Jahren“, wirbt Burlon für den geplanten Neubau. Mit der Umsetzung des Projekts soll begonnen werden, sobald die Baugenehmigung für das Vorhaben da ist. Der Investor hat die Unterlagen bereits bei der Bauaufsichtsbehörde in Dietzenbach eingereicht. Martin Burlon versprach die Bedenken der Bürger ernst zu nehmen und in Kommunikation zu bleiben.

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