Regionaltangente West

RTW: Stadt ist gegen Außenbahnsteig

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Die Stadt Dreieich hat eine Stellungnahme zu den aktuellen Plänen für die Regionaltangente West verfasst. Knackpunkt ist der in Buchschlag vorgesehene Außenbahnsteig, der ein schnelles Umsteigen auf die Dreieichbahn unmöglich machen würde.

Horst Amann, Geschäftsführer der Planungsgesellschaft Regionaltangente West (RTW), wird in diesen Tagen Post von der Stadt Dreieich ins Haus flattern. Die Verwaltung hat den Stadtverordneten in dieser Woche im Haupt- und Finanzausschuss ihre Stellungnahme präsentiert, die noch bis Montag, 26. März, in der Phase der „frühen Öffentlichkeitsbeteiligung“ für das Mammutprojekt von der Planungsgesellschaft entgegengenommen wird.

Die Stadt war Anfang März von den jüngsten Planungsänderungen überrascht, die Amman bei einer Informationsveranstaltung präsentierte. Da war plötzlich die Rede von einem Außenbahnsteig, der in Buchschlag einen direkten Umstieg ohne lange Laufwege zur Dreieichbahn unmöglich macht. Die Stadt hofft auf die Beibehaltung der bisherigen Lösung eines Mittelbahnsteigs. Unkomplizierte Umstiegsverbindungen an die Dreieichbahn seien für ein modernes und schnelles Nahverkehrsmittel wichtig.

Die Dreieichbahn „sammele“ dabei eben nicht nur die Dreieicher Nutzer des ÖPNV ein, zu den knapp 45 000 potenziellen Dreieicher Bahnfahrern kommen noch 12 200 Einwohner aus Urberach, 13 000 aus Ober-Roden, 6400 aus Eppertshausen, 15 000 aus Münster und 15 500 Einwohner aus Dieburg hinzu, welche die Dreieichbahn als direkten Weg nach Frankfurt nutzen könnten, heißt es in der Stellungnahme. Durch die Schaffung der neuen, tangentialen Schienenverbindung im Orts- und Nachbarschaftsverkehr der Metropolregion Frankfurt diene die RTW als Verbindung der westlichen Stadtteile von Frankfurt sowie der umliegenden Kreise, Städte und Gemeinden und der besseren Anbindung des Frankfurter Flughafens.

Mit dem Wegfall des direkten Umstiegs von der RTW auf die Dreieichbahn bei einem Außenbahnsteig könnten diese Ziele nicht mehr verfolgt werden. In der Außenbahnsteig-Planung sei der Bahnsteig von der RTW etwa 80 bis 100 Meter vom gemeinsamen Fußgängertunnel entfernt. „Da in den Plänen eine Rampe angedacht ist, welche bis zur Bushaltestelle geht, dann um die Kurve und in besagten Tunnel, sind sämtliche Umsteigevorgänge mit Kinderwagen, Rollatoren oder Rollstühlen nur mit einem Umweg von mehr als 150 Metern zu tätigen. Umsteigezeiten für mobilitätseingeschränkte Bürger würden somit massiv ansteigen“, lautet die Erklärung der Stadt. Dies sei nicht hinnehmbar.

Die Verwaltung plädiert in ihrer Stellungnahme ferner für die Aufnahme eines Parkraumkonzeptes für den Bahnhof Buchschlag in das Planfeststellungsverfahren. Es bestehe schon heute ein starker Parkdruck am Bahnhof, der sich mit dem Bau der RTW noch verstärken werde. „Es ist daher in keinster Weise nachvollziehbar, dass der Vorhabenträger hier für die zusätzlich generierten Verkehre nicht aufkommen soll, sondern dies ausschließlich Aufgabe der Kommune sein soll“, schreibt Erster Stadtrat Martin Burlon (parteilos) in dem Brief.

Er betont aber auch, dass Dreieich hinter dem „regional so wesentlichen und wichtigen Projekt der Regionaltangente West“ stehe. Er bittet Horst Amann darum, sich „eingehend mit Blick auf die Zukunftsfähigkeit und dem Wissen um die zu tätigenden Investitionen im Sinne der Nachhaltigkeit auseinander zu setzen“ und die Fragen noch vor dem formellen Planfeststellungverfahren zu klären.

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