Sängerheim wird zur Notunterkunft

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Die Stadt Dreieich arbeitet mit Hochdruck daran, Wohnraum für Flüchtlinge zu schaffen. Sie steht in Verhandlungen und bittet auch die Bürger um Mithilfe.

Das Sängerheim der Eintracht ist seit der Auflösung des Vereins verlassen. Schon länger hatte die Stadtverwaltung geplant, das Gebäude in der Elisabethenstraße in Sprendlingen in eine Gemeinschaftsunterkunft für Flüchtlinge umzubauen. Der hohe Zulauf von derzeit rund 100 Menschen in der Woche in den Kreis Offenbach hat Bürgermeister Dieter Zimmer (SPD) jetzt gezwungen, umzudisponieren.

„Wir haben uns kurzfristig dazu entschlossen, den Umbau des Sängerheims vorzuziehen und jetzt zunächst einmal eine Notunterkunft für die Menschen dort einzurichten“, kündigte Zimmer gestern an. Derzeit werde mit Hochdruck umgebaut, und statt der ursprünglich geplanten 13 Menschen können 30 bis 40 Menschen unterkommen. „Wir haben die Anwohner angeschrieben, und es wird dort auch noch eine Infoveranstaltung geben“, erläuterte Zimmer.

Schon am Montag seien 18 neue Flüchtlinge in Dreieich angekommen, die alle in angemieteten Wohnungen in Dreieichenhain untergekommen sind. „Uns ist es natürlich am liebsten, wenn die Leute in ordentliche Wohnungen einziehen können“, sagte der Rathauschef. Derzeit betreut die Stadt 270 Flüchtlinge, für weitere 100 sei jetzt Platz geschaffen worden.

Wenn sich die Zahl noch erhöht, könne die Stadt rund 30 Plätze als Notunterkunft für Männer im Jugendzentrum in der Benzstraße vorhalten, dort müssen jetzt nur noch drei Duschen eingebaut werden und eben die neu geschaffenen Plätze in der Elisabethenstraße, die sich gut für Familien eignen würden. „Für unser angekauftes Haus in Offenthal ,An den Haselwiesen’ sind wir in Verhandlungen mit der Arbeiterwohlfahrt, dort würden wir gerne unbegleitete, minderjährige Flüchtlinge unterbringen. Dafür ist in Dreieich auch noch ein zweites Haus in der Tucholskystraße vorgesehen“, so Zimmer.

Weil für die Jugendlichen andere Maßgaben für das Raumangebot gelten, fallen in diesen Häusern Belegungsplätze weg, für die wieder Ersatz geschaffen werden müsse. In Offenthal in der Dieburger Straße und auch in der Messeler Straße könne hoffentlich bald mit dem Umbau begonnen werden. „Wenn Bürger noch Wohnraum zu vermieten haben, sollen sie sich bei uns im Rathaus melden“, bittet der Bürgermeister um Mithilfe. Karen Kremer ist zuständig und unter (0 61 03) 6 01-6 84 zu erreichen.

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