Podiumsdiskussion

Das sagen die Dreieicher Amtsanwärter zur Integration

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Die Podiumsdiskussion zum Thema Integration bot spannende Gespräche. Unter den Kandidaten für das Bürgermeisteramt herrschte überwiegend Konsens.

„Wie hältst Du’s mit der Integration?“ – das wollen die Ehrenamtlichen in der Dreieicher Integrationsarbeit von den vier Bürgermeisterkandidaten wissen. Elternlotsen, Aktive der Flüchtlingshilfe und der Ausländerbeirat fühlten Bettina Schmitt (CDU), Martin Burlon, Christian Kurz und Thomas Schüller (alle parteilos) auf den Zahn.

Es ist ein recht entspannter Abend in der evangelischen Versöhnungsgemeinde in der Hegelstraße. Die Organisatorinnen rund um Veronika Martin, Projektleiterin des Familienzentrums, und Karin Scholl, Ressortleiterin Integration und Flüchtlingshilfe im Dreieicher Rathaus, haben Unterstützung von der HR-Moderatorin Ulrike Holler. So richtig eingreifen muss allerdings niemand. Es gibt kaum ein Thema, bei dem die vier Kandidaten richtig in den Diskurs miteinander gehen.

Der Umgang mit den hohen Flüchtlingszahlen im Jahr 2015 in Dreieich wurde von allen vier Bewerbern gelobt, ebenso wie die Arbeit der Elternlotsen. Bei der Frage nach der Haltung gegenüber Mitarbeiterinnen im Rathaus mit einem Kopftuch reagieren Kurz, Schmitt, Burlon und Schüller ebenfalls gelassen. „Wenn es ein Ausdruck ihres Glaubens ist, ihre Haare zu bedecken, dann tragen sie ihr Kopftuch gerne“, sagt Bettina Schmitt und die Herren pflichten ihr bei.

Eine etwas kritische Frage kommt von Fatma Kizilok, Vorsitzende des Ausländerbeirates. Sie wünscht sich Stimmrecht im Parlament für ihren Beirat. Während Schüller bedauert, dass es dieses Mitspracherecht für das Gremium nicht gebe, äußert Schmitt Bedenken wegen der ohnehin sehr langen Sitzungen der ehrenamtlichen Kommunalpolitiker. Burlon und Kurz weisen darauf hin, dass der Ausländerbeirat zunächst einmal von seinem Antragsrecht Gebrauch machen solle.

Freuen kann sich die Ahmadiyya Gemeinde, alle vier Kandidaten äußern sich positiv zu einer zweiten Moschee in der Stadt. Einer kritischen Frage aus dem Publikum muss sich Bettina Schmitt stellen: Wie steht sie zur Unterstützung durch die AfD? „Ich kann mir nicht aussuchen, wer mich unterstützt – aber ich habe keine politische Schnittmenge mit der AfD“, stellt sie klar.

Es sind spannende Gespräche und wichtige Themen, die im Gemeindesaal diskutiert werden. Eine Hilfe zur Wahlentscheidung war die Podiumsdiskussion aber vermutlich eher nicht. Dazu waren die Antworten zu ähnlich und die Stimmung unter den Kandidaten zu harmonisch.

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