Nach Beschwerden

Sammeltaxi soll die Lösung bringen

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Nachdem die Linie 661 eingestellt wurde, fühlen sich die Dreieichenhainer abgehängt. Jetzt wird eine neue Anruf-Sammeltaxi-Linie eingerichtet, um eine bessere Anbindung zu erreichen.

„Um den ÖPNV in Dreieich war es die vergangenen Monate ja alles andere als ruhig“, sagt Stadtwerke-Chef Steffen Arta. Die Welle schlug hoch, als die Linie 661 zugunsten der Schnellbuslinie X 83 eingestellt wurde. Besonders die Anwohner in Dreieichenhain beschwerten sich massiv, fühlten sich abgehängt und haben aus ihrem Wohngebiet recht lange Wege bis zu den Bushaltestellen. (wir berichteten).

„Der Sachverhalt ist nicht neu. Der Nahverkehrsplan wurde schon 2016 im Kreistag abgesegnet“, erinnert Arta. Die Kreisverkehrsgesellschaft (KVG) sei rechtlich auf der sicheren Seite: Die Regel, dass die nächste Bushaltestelle fußläufig in 500 Meter erreichbar sein muss und der Schienenverkehr in 1000 Meter, ist eingehalten. „Das gilt auch für den Süden von Dreieichenhain“, so Arta. Aus planerischer Sicht sei diese Lösung zugunsten eines Schnellbusses auch nachvollziehbar.

Stadt, Stadtwerke und die KVG wollen den Dreieichenhainern dennoch eine Lösung anbieten. Ab dem morgigen Donnerstag wird eine neue Anruf-Sammeltaxi-Linie (AST) eingerichtet. Mit dem OF-69 sollen die Anwohner zwischen Dreieichplatz und An der Trift besser angebunden werden. Diese neue AST-Linie soll künftig vom Dreieichplatz über die Haltestellen „Alter Friedhof“, „Säuruh“, „Industriestraße“, „Landsteiner Straße“ zu der Haltestelle „An der Trift“ verkehren und dort einen Anschluss an die Buslinien X 83, 662 und 663 herstellen. Damit ist eine bessere Anbindung nach Langen, Neu-Isenburg und Offenbach gewährleistet.

Von Montag bis Freitag sind die AST von 5.45 bis 19.45 Uhr im Stundentakt abrufbar und an Samstagen zwischen 7.45 und 17.45 Uhr. In der Landsteiner- und der Industriestraße werden in den kommenden Tagen zwei neue Bushaltestellen eingerichtet. Die AST müssen eine halbe Stunde vor der Nutzung telefonisch bestellt werden. Bei regelmäßigem Gebrauch können die Dreieichenhainer auch eine Dauerbestellung für das Taxi abgeben. „Ein Rollator kann übrigens ganz unkompliziert in das Taxi mitgenommen werden. Selbstverständlich sind die Taxi-Fahrten zum ÖPNV-Tarif zu bekommen“, erläutert Steffen Arta.

Der Stadtwerke-Chef appelliert aber auch an die Dreieichenhainer: Die neue Linie werde eigens für sie eingerichtet – jetzt sollten sie diese auch nutzen. „Wir haben es mit der Linie OF-66 erlebt. Diese Sammeltaxi-Route wird nur zu drei bis vier Fahrten in der Woche in Anspruch genommen. Wenn wir gegenüber dem RMV für die Wiederkehr eines Linienbusses oder für einen Kleinbus ansatzweise eine Diskussionsgrundlage haben wollen, muss das AST nachgefragt werden“, so Arta.

Der Fahrplan der neuen AST-Linie ist im Internet unter abrufbar, er kann aber auch in den Verkaufsstellen der Verkehrsbetriebe, im Rathaus oder bei den Stadtwerken abgeholt werden. Wer sich eine Fahrt bestellen will, kann dies unter der Nummer (0 61 03) 6 35 55 tun.

Während mit dem AST OF-69 eine Alternative geschaffen wird, stellen die Stadtverordneten eine Resolution an den Kreis Offenbach, die KVG und den RMV. Darin fordern die Politiker, dass KVG und RMV „in einen offenen Diskurs darüber eintreten, wie die Situation in Dreieich zeitnah verbessert werden kann“. Inzwischen haben Dreieichs Erster Stadtrat Martin Burlon und Neu-Isenburgs Bürgermeister Herbert Hunkel auch schon einen Brief an den RMV geschrieben, in dem sie dem Unternehmen die Verschlechterung der ÖPNV-Situation in Dreieichenhain und Gravenbruch aufzeigen.

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