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Für Pfarrer Marcus Losch haben sich die Arbeiten im Innenraum der Offenthaler Kirche gelohnt, auch wenn in diesem Jahr Weihnachten dort nicht gefeiert werden kann.

Gotteshaus

Sanierung der evangelischen Kirche Offenthal geht länger – Heiligabend wird in der Philipp-Köppen-Halle gefeiert

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Nach einem halben Jahr Sanierungsarbeiten kann die Offenthaler Kirche an Weihnachten noch nicht im neuen Glanz bewundert werden. Pfarrer Marcus Losch verspricht aber in der Philipp-Köppen-Halle einen ebenso festlichen Weihnachtsgottesdienst mit Krippenspiel und Musik. Im Februar können die Offenthaler dann die Gottesdienste wieder in ihrer „alten Dame“ feiern

Mit Schwung reißt Armin Steigerwald den großen Pappkarton auf. Das Geräusch hallt laut durch die Offenthaler Kirche. Der Mitarbeiter des Aschaffenburger Elektrounternehmens holt die Leisten, an denen die Kirchenbeleuchtung befestigt werden soll, vorsichtig aus der Kiste. Ein paar Meter weiter, um die Ecke, malt Restauratorin Camila Bauer-Cavieres vorsichtig die historischen Holzgeländer der kleinen Treppe hellgrau an. Auch die Marmorierung und die Einfassung an der Empore sind noch nicht ganz fertiggestellt.

Keine Frage: Das Offenthaler Gotteshaus ist noch eine Baustelle. Die Kirchenmaler, Elektroniker, Restaurateure legen jetzt auch keinen Endspurt bis Weihnachten ein. Die Offenthaler werden über die Feiertage noch auf ihre Kirche verzichten müssen. „Natürlich wäre es schön gewesen, wenn sie bis zu den Weihnachtsgottesdiensten fertig gewesen wäre. Aber wir werden auch so ein stimmungsvolles Weihnachten in Offenthal feiern“, verspricht Pfarrer Marcus Losch.

Statt drei Gottesdiensten an Heiligabend, mit einem Kindergottesdienst um 15 Uhr, einem Familiengottesdienst um 17 Uhr und einer Christmette nachts, wird es nur einen gemeinsamen Gottesdienst um 16 Uhr geben. Dazu weicht die Gemeinde in die Philipp-Köppen-Halle aus. „Natürlich ist das Neuland für uns, aber wir werden auch dort den Raum stimmungsvoll schmücken, es wird einen Weihnachtsbaum geben und die Konfirmanden führen die Weihnachtsgeschichte auf“, kündigt Losch an. Das sei in der Halle sogar überaus reizvoll, weil die jungen Darsteller mit mehreren Bühnen arbeiten können.

Der Gottesdienst wird mit dem Sologesang von Tanja Schmidkunz dazu auch festliche Elemente einer Christmette haben. Der Pfarrer hofft auf viele Besucher. Eigentlich ist die Kirche an Weihnachten zu drei Gottesdiensten voll – sogar immer überfüllt. Die Halle fasst rund 400 Menschen – so viele sollten es dann an Heiligabend auch werden. Am ersten und zweiten Weihnachtsfeiertag wird im Gemeindehaus Gottesdienst gefeiert.

Bänke neu aufgearbeitet

Mit einem Selbstkostenanteil von rund 96 000 Euro ist die Finanzierung der Innensanierung für die Gemeinde keine leichte Aufgabe. Wer dabei helfen möchte, kann dies mit einer Spende tun: Volksbank Dreieich, IBAN: DE22 5059 2200 0206 0315 95; BIC: GENODE51DRE.

Und wer weiß, vielleicht hat es auch ein Gutes, in die Köppen-Halle auszuweichen. Denn wahrscheinlich würde es der aufwendigen Sanierung der „alten Dame“ im Ortskern von Offenthal gar nicht gerecht, wenn all die aufgefrischte Schönheit im Weihnachtstrubel eher beiläufig wahrgenommen würde. Denn Losch ist sich nach all den Wochen mit den Handwerkern – seit die Kirche im August ausgeräumt wurde – sicher: „Wir hatten hier schon immer ein Schmuckstück. Aber unsere Kirche wird nach dieser Innensanierung noch viel schöner.“ Hinter ihm liegen spannende Wochen und viele kreative Gespräche mit den Fachleuten.

Bei der Sanierung der Empore und der Kirchenwände wurde immer wieder nach historischen Befunden gesucht, wie die Kirche wohl einst aussah. Das Ergebnis ist nicht nur die wunderschöne blaue Farbe der Empore, auch die Kirchenbänke wurden neu aufgearbeitet. Bislang waren sie grün. „Wir wissen jetzt, dass es einst aber braune Holzbänke waren. So werden sie jetzt auch wiederhergerichtet“, freut sich Markus Losch über den schönen Anblick.

Empfang am 9. Februar

„Mir gefällt es wirklich sehr gut. Es hat sich gelohnt, das nach der Dachsanierung im vergangenen Jahr auch gleich mit anzupacken.“ Die Kirche sollte harmonisiert werden und das sei voll und ganz gelungen. Die Wieder-Inbetriebnahme wird dann groß mit einem Gottesdienst und einem anschließenden Empfang am 9. Februar 2019 gefeiert.

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