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Schärpenträger ziehen singend ins Festzelt ein

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Von: Nicole Jost

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59 aktuelle und ehemalige Kerbborsche sind beim Jahrgangstreffen mit von der Partie. Bei der 300. Kerb feiern die Borsche des Jahrgangs 1968 ihren 50. Geburtstag.

In der Fahrgasse ist kaum ein Durchkommen mehr. Die Dreieichenhainer haben sich aufgemacht, um den emotionalen Höhepunkt der Jubiläumskerb nicht zu verpassen. Tausende säumen die Straßen und warten im Festzelt auf die Kerbborsche der vergangenen Jahrzehnte. Das Jahrgangstreffen ist ein wichtiger Termin im Jahr, für jeden, der einst Schärpe und Hut getragen hat. Am Pfingstmontag werden eben jene Utensilien, dazu Hut und Fahne, wieder hervorgekramt, um gemeinsam die Traditionen zu pflegen.

Zum großen Jubiläum sind besonders viele Borsche gekommen. Ob es die inzwischen grauhaarigen Herren von 1959 sind, die sich vor dem Obertor am „Linneplatz“ (heute Dreieichplatz) versammeln, oder die Jungs aus dem vergangenen Jahr. Es herrscht riesige Wiedersehensfreude und es gibt viele „Weißt Du noch“-Gespräche, bevor es dann endlich losgeht. Einzig die Jubiläumskerbjungs von 2018 haben an den Festtagen ein paar Federn gelassen. Waren sie am Sonntagmorgen zum Gottesdienst noch taufrisch, sind ihnen die Feierstrapazen der vergangenen Tage inzwischen anzusehen.

„Das Immunsystem geht runter. Der Schlafmangel, der Alkohol, die Aufregung. Wir haben alle Halsschmerzen. Aber das Jahrgangstreffen ist natürlich ein Höhepunkt, auf den wir uns jetzt noch mal richtig freuen“, sagt Fahnenträger Lukas Wyschka mit heiserer Stimme und einem unterdrückten Gähnen.

Ein Jahrgang glänzt mit besonderer Vielzahl an Schärpenträgern an diesem Abend: Die 1968er feiern ihren 50. Geburtstag. „Wie wichtig dieser Termin ist, zeigt, dass 16 von den damals 24 Kerbborsche da sind“, freut sich Helmut Holzmann.

Diesen Herren ist übrigens das Jahrgangstreffen überhaupt zu verdanken. Den Einmarsch ins Zelt gab es 1968 zum ersten Mal. „Aber damals waren es nur wir und die vergangenen beiden Jahrgänge. Mehr konnten wir nicht mobilisieren. Heute ist es eine Ehre für uns Alte, bei diesem Jahrgangstreffen dabei zu sein“, betont Friedel Merz. Die 1968er waren natürlich auch ein besonderer Jahrgang, sie feierten damals die 250. Haaner Kerb.

Als sich der riesige Fackelzug dann endlich durch die Fahrgasse zieht, gefeiert von den Menschen, die Kerbborsche mit den Fackeln rund um den Weiher laufen und schließlich alle anwesenden 59 Fahnenträger vorweg ins Zelt marschieren, da muss so manch alter Kerbborsch dann doch mal richtig tief einatmen und fest schlucken.

Im Zelt angekommen, versammeln sich auf der Bühne alle Fahnenträger, es dauert fast 20 Minuten, bis auch der letzte Jahrgang singend das Zelt betritt. Gemeinsam stimmen die Kerbborsche dann noch die traditionsreichen Lieder an.

(njo)

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