Das schmeckt: In der Turnhalle wurde das gesunde Essen aufgebaut, das die Mädchen und Jungen gleich mal kosteten.
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Das schmeckt: In der Turnhalle wurde das gesunde Essen aufgebaut, das die Mädchen und Jungen gleich mal kosteten.

Workshop

Schüler beschäftigen sich mit Kinderrechten

  • VonLeo Postl
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Kinderarbeit, Mangel- und Fehlernährung, keine Chance auf Bildung: Die Not vieler Minderjähriger in vielen Staaten dieser Welt ist ungebrochen groß. Mit einem besonderen Workshop weckten Stadt, Lehrer und Schüler jetzt gemeinsam das Bewusstsein für die Missstände.

Gestern, am 20. November, war „Internationaler Tag der Kinderrechte“ der Vereinten Nationen – und keiner hat was gemerkt. So nicht, jedenfalls nicht bei den Schülern der Karl-Nahrgang-Schule in Götzenhain. Die Schülerinnen und Schüler der 3. und 4. Jahrgangsstufe beschäftigten sich in einem besonderen Projekt mit der Materie – angeregt von Andrea Walter, der Kinderbeauftragten der Stadt Dreieich. Gestern stellten die Schüler ihre Ergebnisse den Vertretern der Stadt Dreieich, mit dem Ersten Stadtrat Martin Burlon an der Spitze, vor.

Am 20. November 1989 haben 190 Staaten das Übereinkommen über die Rechte der Kinder ratifiziert. Seither gilt dieser Tag als „Internationaler Tag der Kinderrechte“. Die Bundesrepublik Deutschland gehört seit dem 5. April 1992 zum Kreis dieser Staaten, die das insgesamt 54 Artikel umfassende Werk von Kinderrechten unterzeichnet haben. Davon stellte Andrea Walter 42 den Schülern in der Karl-Nahrgang-Schule vor. Die wichtigsten zehn wurden heraus gearbeitet und intensiver beleuchtet. „Den Kindern ein Gesetz über ihre Rechte zu vermitteln, funktioniert mit dem Lernen des Textes. Das bedeute jedoch nicht für die Kinder, dass sie wissen, wie sich ihr Recht im Alltag auswirkt – oder gar, wie sie es einfordern könnten“, betont Andrea Walter.

Umfrage gemacht

Die Kinderbeauftragte der Stadt Dreieich kam auf Anfrage der Projektleiterin Fay Reinhardt in die Karl-Nahrgang-Schule nach Götzenhain und vermittelte den Schülern der 3. und 4. Klasse die wichtigsten Kinderrechte. Ausgewählte Punkte wurden „visualisiert“, entweder mit Bildern – oder es wurden entsprechende Bastelarbeiten gemacht. „Ich habe versucht, während der sechs Unterrichtseinheiten in den Klassen die Inhalte mit individuell auf die Altersstufe und Bedürfnisse der Kinder zusammengestellten didaktischen Einheiten zu vermitteln“, erklärt Andrea Walter.

So gingen die Schüler auch auf die Straße und befragten Besucher des Rewe-Marktes, was sie von den Kinderrechten wissen und ob sie diese auch so respektieren. „Dabei gab es freilich auch recht unterschiedliche Reaktionen der Befragten, von der Ablehnung, überhaupt angesprochen zu werden, bis hin zur bereitwilliger Auskunft“, beschrieb Margit Hagen die Realitätsnähe des Projektes. So erfuhren die Schüler auch, wie Kinder in Ländern ohne Kinderrechte behandelt werden, wie sie schwere Arbeiten ausführen oder lange in gleicher Stellung an einer Maschine sitzen müssen. „Wie dort Kinder von den Großen, ob Eltern oder Fremden, behandelt werden, das könnt ihr Euch jetzt vorstellen“, verwies Andrea Walter auf die große Bedeutung von Kinderrechten.

Buttons gedruckt

Ebenso wurde deutlich: Was auf dem Papier steht, bedeutet noch lange nicht, dass auch alles so gehandhabt wird. Wie die Kinder ihre Rechte einfordern, wohin sie sich mit Beschwerden wenden können, gehörte ebenfalls zum Projekt. Eine Möglichkeit ist, auf sich aufmerksam zu machen. So stellte die Stadt Dreieich ihre Button-Maschine zur Verfügung und die wichtigsten Kinderrechte wurden als Buttons gedruckt, die zum Abschluss des Projektes verteilt wurden. „Kinder haben auch ein Recht auf gesundes Essen“, betonte Andrea Walter, und so gab es auch hier eine entsprechende „Lektion“, wie ungesund etwa Zucker ist – dabei braucht man diesen nicht wirklich. Auch wenn der Grundstoff von Schokolade, naturreiner Kakao, für die meisten „einfach widerlich“ schmeckte und sie ihren Mund sogar ausspülten, kann man mit sehr süßen Fruchtstoffen eine ganz leckere Süßigkeit herstellen.

Dies bewiesen die Kinder mit ihren Kostproben, Bananen- und Mandarinenschnitten, bei der Abschlusspräsentation des Projektes zu den Kinderrechten in der Turnhalle.

Dort stellte sich auch Erster Stadtrat Martin Burlon den Fragen der Schülerinnen und Schüler. Diese wollten beispielsweise wissen, wer die Kinderrechte „erfunden“ hat. Oder: „Was ist überhaupt das allerwichtigste Kinderrecht?“ „Alle Kinderrechte sind wichtig, denn ohne das eine hat das andere nicht seine Wirkung“, betonte Burlon und forderte die Kinder auf, sich für ihre Rechte einzusetzen.

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