Vom Schüler zum Geschäftsmann

Wie ein 18-Jähriger Unternehmen hilft, ihre Online-Potenziale auszuschöpfen

Von der Schulbank ins Geschäftsleben: Am Tag nach der letzten Abiturprüfung meldete Philipp Mosqueira-Gülpen sein Gewerbe an. Seitdem führt er mit 18 Jahren ein eigenes Online-Marketing-Unternehmen.

Dem Reich von Phillip Mosqueira-Gülpen sieht man die Ambitionen des Jungunternehmers schon an. Es ist aufgeräumt, gepflegt, seriös. Das Zimmer eines durchschnittlichen 18-Jährigen sieht vermutlich anders aus. Denn der zurückhaltend eingerichtete Raum ist sein Arbeitsbereich und damit die Zentrale von „Performance Marketing Gülpen“, des frisch gegründeten Start-ups des Abiturienten.

Dass die Abkürzung des Firmennamens seine Initialen ergibt, sei natürlich nicht ganz zufällig. Dennoch: Dem Performance-Marketing, also der messbaren Vermarktung von Waren und Dienstleistungen im Onlinebereich, hat sich der Unternehmensgründer vollständig verschrieben. Wenn Worte wie „Suchmaschinenoptimierung“ oder „Conversion“ fallen, leuchten bei Gülpen die Augen, als ginge es um Fallschirmspringen oder den favorisierten Fußballklub.

Treffen mit Idolen

Wie ein Abiturient so viel Leidenschaft ausgerechnet für das Thema Online-Marketing entwickeln kann? Ein Fitness-Blogger aus dem Internet schürte sein Interesse, das der ehemalige Schüler der Ricarda-Huch-Schule in Dreieich schnell mit Büchern und Online-Kursen ausbaute. Außerdem besucht er oft Veranstaltungen, um sich fortzubilden und seine Idole zu treffen, wie zuletzt Immobilieninvestor Alex Fischer auf der „Marketing-Offensive“ in München.

Gülpen hat sich zur Aufgabe gemacht, die Online-Auftritte von lokalen Dienstleistungsunternehmen zu perfektionieren. Dort sei viel Nachholbedarf. Wenn er anfangs auf Webseiten mit Defiziten stieß, ging er auch mal ganz analog Klinken polieren. „Ich habe einfach bei verschiedenen Unternehmen geklingelt und ihnen Vorschläge gemacht, wie sie ihr Potenzial besser ausschöpfen können.“ Aber nicht jeder lässt sich gerne helfen. „Eine Anwaltskanzlei wollte einfach nicht mit mir sprechen“, berichtet Gülpen. Doch davon lässt er sich nicht entmutigen. „So mancher Firma bei ihrer Web-Präsenz nicht etwas unter die Arme greifen zu wollen, wäre fast schon unterlassene Hilfeleistung“, stellt er grinsend fest.

Freundschaftspreis

Zwar gebe es auch andere Online-Marketingfirmen, aber: „Die machen es einfach nicht richtig“, findet er. Denn um Kunden gezielt anzusprechen, sei eine klare Ausrichtung an deren Vorgaben erforderlich. „Und das passiert oft genug eben nicht passgenau, obwohl die Möglichkeiten es hergeben.“

Die Tinte auf dem letzten Blatt der letzten Abiturprüfung war kaum getrocknet, da machte er sich selbstständig. Nebenbei studiert Mosqueira-Gülpen seit diesem Semester Wirtschaftswissenschaften in Frankfurt. Bei einigen Aufträgen hilft ihm ein Kumpel, der seine Leidenschaft teilt. Beide ergänzen sich gut und helfen sich gemäß ihrer Interessenschwerpunkte aus. Viel Unterstützung für seine Vorhaben erfährt Gülpen von den Eltern. Einen der ersten Aufträge erledigte er für das Restaurant eines Bekannten der Mutter – „zum

Freundschaftspreis

“.

Der Weg in die Selbstständigkeit war für Gülpen Neuland. „Das lernt man ja nicht in der Schule. Ich musste mich informieren und mir alles selbst aneignen.“ Zukunftsangst hat der 18-Jährige nicht, langfristig auf sein Start-up festlegen will er sich auch nicht. „Online-Marketing ist eine wachsende Branche und wird bald ein anerkannter Beruf sein. Wer weiß, was die Zukunft da für Arbeitsfelder bringt.“

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