Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums in Dreieich sowie Kai Hamann (links) erhielten gestern den Freundschaftspreis der AG 60 plus der SPD im Kreis Groß-Gerau.
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Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums in Dreieich sowie Kai Hamann (links) erhielten gestern den Freundschaftspreis der AG 60 plus der SPD im Kreis Groß-Gerau.

Engagement um das einstige KZ-Außenlager in Walldorf

Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums werden mit Preis geehrt

  • vonCarmen Erlenbach
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Das ehemalige KZ-Außenlager in Walldorf ist seit September ein Lernzentrum. Acht Schüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums hatten die Eröffnung mit Lesungen und Szenenspielen begleitet. Nun wurden sie dafür von der AG 60 plus der SPD mit einem Preis geehrt.

Acht Oberstufenschüler des Ricarda-Huch-Gymnasiums in Dreieich wurden gestern mit dem neunten Freundschaftspreis der Generationen der Arbeitsgemeinschaft SPD 60 plus im Kreis Groß-Gerau bedacht. Er wird alle zwei Jahre verliehen. Zahlreiche Ehrengäste waren zu der Feierstunde mit musikalischer Untermalung in das Kulturcafé der Kreisstadt gekommen. Viele von ihnen würdigten das Engagement der jungen Menschen in Form von Lesungen und Szenenspielen bei der Feier zur Einhausung der Gedenkstätte des ehemaligen KZ-Außenlagers in Walldorf im September (wir berichteten).

Vorsitzende Stefanie Buch betonte, dass der Schwerpunkt der AG 60 plus auf dem Miteinander der Generationen liege. Bei der Feierstunde gehe es um die Würdigung junger Menschen wie der Schüler Robert Landskorn, Ronja Macholdt, Clara Graf, Sophia Tadic, Jessica Witzel, Jakob Sarrazin, Kübra Yilmaz und Lara Reusch. Aber auch der 28-jährige Kai Hamann (SPD) aus Biebesheim wurde für sein Engagement bedacht.

Landrat Thomas Will (SPD) sprach von einer Anerkennung für junge Menschen, die dazu dienen solle, sie zu gesellschaftlichem Engagement zu motivieren. Die Schüler hätten sich zur Einweihung des Außenlagers als neues Lernzentrum mit einem schwierigen Thema befasst und Geschichte erlebbar gemacht. Sein Lob ging auch an die AG 60 plus, die sich erfolgreich gegen eine Trennlinie zwischen Alt und Jung wehre. „Alt gegen Jung – das ist der falsche Weg.“ Die AG zeige, dass es auch anders gehe. Auch Peter Schöbel, Vorsitzender des Bezirks Hessen-Süd der AG 60 plus, würdigte dieses Engagement.

Schließlich stellten sich die Preisträger vor, und die Schüler aus Dreieich wiederholten einen Teil ihrer Lesung und Szenenspiele, die sie im September am KZ-Außenlager gezeigt hatten. Laut Schulleiterin Myriam Andres befinden sich die acht Schüler in der Qualifikationsphase und bereiten sich auf ihr Abitur vor. Andres verwies darauf, dass sie sich für die Lesungen und Szenenspiele jenseits des regulären Unterrichts viel mit Briefen, Broschüren und Berichten von Zeitzeugen beschäftigt hatten.

Cornelia Rühlig als Vorsitzende der Margit-Horváth-Stiftung, in deren Namen das ehemalige KZ-Außenlager zum Lernort umfunktioniert worden ist, stellte die Namensgeberin der Stiftung als Überlebende des Lagers vor – eine von nur 350. 1700 junge Jüdinnen waren dort einst untergebracht und mit dem Bau einer Landebahn für den Frankfurter Flughafen beschäftigt. Rühlig erinnerte auch an die Ausgrabungsarbeiten des jetzt geschützten Küchenkellers des einstigen KZ seitens junger Menschen aus vielen Ländern.

Biebesheims Bürgermeister Thomas Schell (SPD) würdigte das politische und ehrenamtliche Engagement von Kai Hamann, der auch bei der freiwilligen Feuerwehr und den dortigen Kerweborsch aktiv ist. Die Preisträger wurden mit Urkunden und Büchergutscheinen bedacht.

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