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Wertvolle Hilfe

Seniorin Inge Roosen hilft Besucherinnen im Mädchencafé bei der Handarbeit

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Ihr großes Hobby ist das Nähen: Ihre jahrzehntelange Erfahrung gibt Inge Roosen an Jüngere weiter. Im Sprendlinger Mädchencafé ist die Seniorin eine wertvolle Hilfe.

Lena hat sich einen zarten, rosa Stoff mit feinen Blüten ausgesucht. Ein Herz-Kissen soll künftig das Zimmer der Zehnjährigen zieren. Das Mädchen wird gleich zum ersten Mal an der Nähmaschine sitzen. An ihrer Seite eine höchst kompetente Hilfe: Inge Roosen. Seit zehn Jahren kommt die Sprendlingerin regelmäßig ins Mädchencafé, um die Pädagoginnen zu unterstützen. „Handarbeit ist meine große Leidenschaft. Ich habe viel Erfahrung und jetzt im Alter auch die notwendige Geduld, den Mädchen die Maschine und die Techniken zu erklären“, sagt Inge Roosen. Bei ihrem herzlichen Lächeln bilden sich viele kleine Fältchen um ihre Augen – schließlich feiert sie am kommenden Samstag ihren 83. Geburtstag.

Stoff abstecken

Geduldig hilft sie Lena, aus dem ausgeschnittenen Herz ihren Stoff abzustecken. „Ich lasse die Mädels immer machen und greife nur dann ein, wenn etwas nicht klappt oder eben falsch ist. Sie sollen es ja schließlich lernen, da müssen sie sich ausprobieren dürfen“, weiß die ehemalige Angestellte einer Buchbinderei. Sie selbst hat viele Jahrzehnte Erfahrung in der Handarbeitserfahrung. Noch heute strickt sie beim Fernsehen. Bis vor vier Jahren war sie Square-Dancerin. Dutzende Südstaaten-Kostüme hat sie für ihre Tanzgruppe genäht. Die Zuschnitte im Mädchencafé sind weit einfacher. Lena blickt dennoch voller Stolz auf ihr Erstlingswerk. Mit einer großen Schere schneidet sie das Stück Stoff am Tisch zurecht. Danach geht es an die Maschine. „Du musst ganz vorsichtig sein und erst einmal mit etwas Gefühl auf das Pedal treten“, rät die Seniorin dem Mädchen. Und wirklich, nur Sekunden später saust die Nadel auf und ab und der weiße Faden verbindet den rosa Stoff zu einer herzförmigen Kissenhülle. „Das machst Du sehr gut“, ist die Lehrmeisterin mehr als zufrieden.

Kreative Ideen

„Man braucht doch eine Aufgabe, auch wenn man in Rente ist. Ich würde zu Hause Zuhause vor dem Fernseher sitzen, das macht aber nur alt und müde“, erklärt sie ihre Begeisterung für die ehrenamtliche Arbeit im Mädchencafé. Die rüstige Seniorin bringt sich nicht nur mit ihrem Wissen um die richtige Technik ein, sie hat auch viele kreative Ideen, die auf offene Ohren stoßen. Da sind die kunterbunten Eulen oder die handgenähten Taschen, um Handy, einen Lipgloss und die Haustürschlüssel darin unterzubringen. Alles verlaufe immer in Trend-Wellen. Mal nähen die Teenager Handyhüllen und Herzkissen, dann sind Sternkissen oder eben Eulen angesagt.

„Ich erkläre auch gerne alles zum Thema stricken und häkeln. Aber beim Nähen ist das Erfolgserlebnis größer. Da können wir mit der Maschine schnell sehr schöne Ergebnisse erzielen.“ Ein Generationenproblem gibt es im Jugendzentrum nicht. „Ich freue mich, dass ich von ihr lernen kann. Und Inge ist auch immer ganz lieb und geduldig mit uns“, erzählt die 13-jährige Johanna. Inge Roosen profitiert von den Handarbeitsstunden ebenso: „Der Umgang mit den Mädchen hält mich jung – auch im Kopf.“ Deshalb ist sie gerne dienstags im Mädchentreff.

Gisela Hohner ist auch sehr froh, dass sie eine so engagierte Ehrenamtliche im Team hat. Die Pädagogin des städtischen Mädchenprogramms betont, dass sie und ihre Kollegin sich unmöglich über mehrere Stunden in Einzelbetreuung an die Nähmaschine setzen können: „Hier läuft ja ganz viel Programm zeitgleich. Wir helfen bei den Hausaufgaben, eine Gruppe macht in der Küche gerade Pizza, andere Mädchen toben im Bällchen-Bad. Da ist es für uns eine enorme Entlastung, dass Inge Roosen mit so viel Geduld die Mädchen bei der Handarbeit betreut.

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