Bund fördet das Projekt mit 90.000 Euro

So soll das Mehrgenerationenhaus in Sprendlingen mit Leben gefüllt werden

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Das Familienzentrum, zwei Kinderbetreuungseinrichtungen, das neue Stadtteilzentrum und eine Behindertenwohngruppe sollen im Sprendlinger Norden unter einem Dach miteinander verknüpft werden. Für das Projekt wird noch ein treffender Name gesucht.

Die Fertigstellung des neuen Stadtteilzentrums im Sprendlinger Norden ist nach etlichen Verzögerungen endlich absehbar, da bekommt die Stadt Dreieich für das neue Konzept fast ein bisschen überraschend Hilfe vom Bund: Das Projekt wurde in das Programm Mehrgenerationenhaus des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend aufgenommen.

Bereits im Mai 2016 hatte Ellen Grohe, Leiterin der städtischen Abteilung Soziales, Schule und Integration, eine Bewerbung an das Ministerium verschickt. Ende des Jahres kam dann die positive Nachricht aus Berlin. Für drei Jahre – von 2017 bis 2020 – kann die Stadt mit einem Zuschuss in Höhe von jeweils 30 000 Euro rechnen. „Die Förderung ist für uns tatsächlich erstaunlich, weil es eigentlich pro Landkreis immer nur eine Zusage gibt und wir in Langen ja schon das Zentrum für Jung und Alt haben“, erklärt Grohe.

Jetzt soll das Mehrgenerationenhaus in Dreieich mit Leben gefüllt werden. Was im ersten Moment nach einem Senioren-Wohnprojekt klingt, sind genauer betrachtet eine Reihe von Angeboten im Sprendlinger Stadtteil Hirschsprung-Breitensee, die mit dem Mehrgenerationenhaus unter einem Dach verbunden werden sollen. Neben dem neuen Stadtteilzentrum, das vermutlich im Februar oder März bezogen werden kann, sind auch das Familienzentrum Bunte Kirche der evangelischen Versöhnungsgemeinde, die dortige Kita und die benachbarte U 3-Betreuungseinrichtung involviert. Hinzu kommt die gerade entstehende Wohngruppe der Nieder-Ramstädter Diakonie, in die ebenfalls im Februar oder März 16 Menschen mit Behinderung einziehen werden.

Mehrgenerationenhäuser im Sinne des Bundesprogramms sind Begegnungsorte, die Raum und Möglichkeiten für nachbarschaftliches Miteinander mit einem generationenübergreifenden Ansatz bieten. Ziel dieses Konzepts ist unter anderem, Integration und Zusammenhalt zu stärken. „Wir haben ja schon sehr viele Angebote in unserem Stadtteil – zur Begegnung, aber auch zur Fortbildung und Freizeitgestaltung“, sagt Stefan Petzold, der Leiter des Stadtteilzentrum.

Das soll jetzt weiter ausgebaut werden. So soll beispielsweise die Hausaufgabenhilfe breiter aufgestellt werden. Außerdem soll das gesamte Angebot aller Beteiligten auch konzeptionell unter einem Dach zusammengefügt werden, um Dopplungen zu vermeiden und passgenaue Angebote im Quartier zu ermöglichen. „Einen weiteren wichtigen Kooperationspartner“, betont Ellen Grohe, „stellt das Forum Sprendlingen Nord dar, das sowohl im Stadtteilzentrum als auch in seinen bisherigen Räumen im Berliner Ring zahlreiche Angebote und Veranstaltungen umsetzt.“

Zu den 30 000 Euro Bundeszuschuss im Jahr kommt die kommunale Kofinanzierung in Höhe von 10 000 Euro jährlich. „Mit dem Bundesprogramm und dem damit verbundenen zusätzlichen Geld, über das wir einen Teil der Personalkosten, aber auch Projektkosten abrechnen werden, haben wir eine sehr gute Basis, um jetzt mit dem Stadtteilzentrum an den Start zu gehen“, freut sich Ellen Grohe über die Hilfe des Bundes.

Die Projektleitung für das Mehrgenerationenhaus wird ein Tandem übernehmen, bestehend aus Stefan Petzold und Veronika Martin, der Leiterin des Familienzentrums Bunte Kirche. Vera Dinter, die für die Koordinierungsstelle „Willkommen im Quartier“ zuständig ist, wird sich ebenso an der Gestaltung passender Angebote für das Mehrgenerationenhaus beteiligen.

Für den Start des Projekts Mehrgenerationenhaus wünscht sich das Leitungsteam noch einen einprägsamem und treffenden Namen. Alle Bewohner, Interessierten und Kreativen sind eingeladen, bis Freitag, 27. Januar, per E-Mail an stefan.petzold@dreieich.de oder familienzentrum@buntekirche.de Vorschläge einzureichen.

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