Alle packen an

Sprendlinger arbeiten an einem Quartierstreffpunkt unter freiem Himmel

  • VonNicole Jost
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Trotz heißer Temperaturen wurde am Samstag in der Liebigstraße in Sprendlingen fleißig gearbeitet. Gemeinsam soll die Grünfläche neu gestaltet werden. Jetzt wünschen sich die Organisatoren eine Verkehrsberuhigung.

Die kleine Fine gibt dem großen Bruder Luan unmissverständlich zu verstehen, dass ihr die beiden Pflastersteine in ihrer Kinderschubkarre zu schwer sind. Sie schiebt erst los, als Luan die beiden Steine mit einem halbierten Wacker ersetzt. Alle helfenden Hände sind am Samstagvormittag in der Grünanlage in der Liebknechtstraße gefragt. Das Bürgerprojekt „Die Insel“ in Sprendlingen startet vielversprechend und mit vielen engagierten Nachbarn. Fünf Familien und weitere Anwohner kommen, um sich für die Neugestaltung der rund 1000 Quadratmeter Grünfläche im Herzen des Sprendlinger Wohngebietes einzusetzen. Der Schweiß fließt bei sommerlichen Temperaturen. Gärtnermeisterin Lisa-Marie Schmandt von den Dienstleistungsbetrieben in Neu-Isenburg und Dreieich hat das Kommando. Sie hat die Pläne in den Händen und dirigiert die freiwilligen Helfer und die beauftragte Buchschlager Fachfirma.

Frederike Obländer ist sehr zufrieden mit dem Engagement ihrer Nachbarn. Die dreifache Mutter war es, die eine Umwandlung vom ungepflegten und etwas struppigen Hundeklo zu einem Quartierstreffpunkt unter freiem Himmel im vergangenen Jahr angeregt hatte. „Wir sind sehr froh, dass wir jetzt endlich aktiv werden können und die Fläche für uns schon ganz bald nutzbar ist“, freut sich Obländer.

Ein Bücherschrank

Der Weg dahin war nicht ganz so unkompliziert wie zunächst gedacht. Die ersten Ideen stießen bei einigen Nachbarn in der Liebknechtstraße auf wenig Gegenliebe. In Kommunikation mit der Stadt und dem ins Boot geholten Frankfurter Garten- und Landschaftsarchitekten Dirk Schelhorn gelang es aber doch, ein Konzept auf die Beine zu stellen, das dann letztlich allen Anwohnern gefiel.

Erster Stadtrat Martin Burlon betont ebenfalls, dass es dem bürgerschaftlichen Engagement zu verdanken sei, dass die Umgestaltung der in die Jahre gekommenen Grünanlage jetzt so schnell in die Hand genommen wird. Schon in den kommenden zwei Wochen sollen die am Samstag gemeinsam begonnen Arbeiten fertiggestellt sein. Die Sprendlinger Familien schaffen mit der Beseitigung des Pflasterweges mitten durch die Grünanlage die Grundlage für die Neugestaltung. Auch ein Betonfundament für eine Liegepodest entsteht bei dem fünfstündigen Arbeitseinsatz. Das Podest selbst, ein Erzeugnis der Innovativen Produktionsschule, wird am kommenden Dienstag installiert. Der Bücherschrank, der zum entspannten Schmökern einladen soll, steht schon bereit. Eine Fachfirma modelliert das Gelände neu und auf einem kleinen Hügel wird ein Mikado aus Holzstämmen zum Balancieren einladen.

Kleiner Garten

Axel Hantelmann vom gleichnamigen Landschaftsgartenunternehmen ist beeindruckt von dem Projekt. „Wir stellen die technischen Geräte und das Fachwissen. Aber so viel tatkräftige Hilfe aus der Bevölkerung haben wir sonst nicht“, sagt er. Der Unternehmer findet die Idee, eine städtische Grünanlage gemeinsam auf Vordermann zu bringen, aber toll: „Jeder, der heute hier mit anpackt, wird sich mit dieser Fläche später identifizieren und ein Auge auf sie haben. Es ist auch ein schönes Grün hier mitten in der Stadt. Das wird schön, wenn es fertig ist.“

Davon ist auch Frederike Obländer überzeugt. Die Sprendlinger Nachbarn können auch noch einiges selbst entwickeln. Es gilt den Bücherschrank zu füllen und auch ein kleiner Familiengarten wartet noch darauf in die Tat umgesetzt zu werden. Für die Nachbarn sei es auch wichtig, dass noch etwas für die Verkehrssicherheit in der Liebknechtstraße zu tun.

Die eingerichtete Fahrradstraße habe noch nicht den gewünschten Effekt der langsamer fahrenden Autos gebracht. „Wir haben jetzt mit Hilfe von Sponsoren schon Schilder mit spielenden Kindern bestellt, die wir in die Hecken verteilen können. Aber es wäre schön, wenn auch die Stadt noch helfen kann, den Verkehr hier zu bremsen.“ Martin Burlon machte keine Versprechungen, kündigte aber an, das Gespräch mit Karin Eisenhauer, der Resortleitung Sicherheit und Ordnung, zu suchen und mögliche Optionen zur Verkehrsberuhigung der Straße prüfen zu lassen.

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