Stadtverordnete besuchen Stadtwerke Dreieich

  • VonNicole Jost
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Die Stadtwerke Dreieich haben im vergangenen Jahr einen Überschuss von 5,4 Millionen Euro verbucht. Nun waren die Stadtverordneten zu Besuch, um sich über die Arbeit des Unternehmens zu informieren. Diese hat sich laut Geschäftsführer Steffen Arta in den vergangenen Jahren sehr verändert.

Am neu eingeführten „Tag der Daseinsvorsorge“ hatte Stadtwerke-Chef Steffen Arta die Dreieicher Stadtverordneten eingeladen, um ihnen die Bilanz des Versorgungsunternehmens zu präsentieren. „Das ist ein guter Anlass, um die Türen mal aufzumachen, den Menschen einen Einblick in das zu geben, was wir hier machen, und auch mal einen Blick auf die Herausforderungen der Zukunft zu legen“, erläuterte Arta im Wasserwerk am Rande des Wohngebiets Hirschsprung-Breitensee. Die riesigen Wassertanks waren in der einen Stunde in dem reichlich kalten Werk leise – um genau zu sein abgestellt. „Eine Stunde können wir das schon mal überbrücken, ohne dass die Wasserversorgung in Dreieich zusammenbricht“, berichtete Arta schmunzelnd.

Die Zukunft sprach der Stadtwerke-Geschäftsführer dann auch gleich zu Beginn an, verbunden mit einem Wunsch an die Politik: „Die Energiewende ist vor allem ein Umbau der Produktion. Gab es vorher wenige Kraftwerke, so haben wir heute mit all den Solaranlagen, Windrädern und den Alternativen rund 1,5 Millionen Einheiten deutschlandweit. Wir wissen heute auch noch nicht, wie die Energiewende weitergeht, das ist so weit auch erst einmal kein Problem. Aber wir brauchen stabile Rahmenbedingungen“, verdeutlichte Arta. Dabei gehe es vor allem um teure Investitionen in große Anlagen. Diese seien meist auf rund 40 Jahre angelegt. Wenn die Politik nach zehn Jahren und einem Machtwechsel die Richtung ändere, sei das ein Problem.

Individuelle Angebote

Zum Thema Stromversorgung richtete der Stadtwerke-Chef einen Appell an die Bürger, sehr sorgsam und kritisch mit dem Angebot des Wettbewerbs umzugehen. „Wir hatten alleine in den vergangenen Monaten drei Insolvenzen bei den Stromanbietern. Der Kunde bekommt das oftmals gar nicht mit. Denn wenn sie ausfallen, springen wir ein. Wenn nicht im Voraus bezahlt wurde, gibt es noch nicht mal einen Geldverlust“, so Steffen Arta. Er sei sich bewusst, dass sein Unternehmen kein „sexy Produkt“ liefere. Erst wenn kein Wasser mehr aus dem Hahn komme, der Lichtschalter kein Licht mehr als Ergebnis liefere oder es gar einen Wasser Rohrbruch gab, falle der Stellenwert der Stadtwerke auf.

Dabei habe sich die Arbeit in den vergangenen Jahren sehr verändert. Der Kunde fordere immer mehr maßgeschneiderte Lösungen mit individuellen Angeboten und am liebsten so digital wie möglich. Die neuen Themen seien dabei das „smart metering“, die elektronischen Zähler, die auch 2018 noch nicht flächendeckend umgesetzt würden. „Wir haben sehr strenge Vorgaben für die IT-Sicherheit, aber die Entwicklung ist auf dem Weg“, erklärte Arta.

Auch Solarenergie erfreue sich in Dreieich immer größerer Beliebtheit, 18 neue Pacht-Anlagen wurden durch die Stadtwerke realisiert. Dabei steigt die Eigenquote dank moderner Speichermöglichkeiten von 30 auf 70 Prozent – das bedeutet, der Kunde kann sich inzwischen zu einem hohen Prozentsatz autonom mit dem eingespeisten Strom versorgen. Die Stromversorgung sei auch eine wichtige Aufgabe der Zukunft. Die Netze der Stadt seien mit durchschnittlich 40 bis 50 Jahren schon reichlich alt und müssten ausgetauscht werden. „Das ist kein Projekt, das wir von heute auf morgen umsetzen, sondern Stück für Stück austauschen und ersetzen“, kündigt Steffen Arta an.

Bäder machen Minus

Mit dem Jahresabschluss mit 5,4 Millionen Euro Überschuss für 2017 ist der Stadtwerke-Chef sehr zufrieden. Das sind fast 1,3 Millionen Euro weniger als im Vorjahr – damals waren aber Einmaleffekte der Grund für das herausragende Ergebnis. Rund vier Millionen Euro investieren die Stadtwerke in die Infrastruktur in Dreieich. Die Bäder machen 1,6 Millionen Euro im Jahr minus, die Verkehrsbetriebe sind rund 280 000 Euro im Soll, haben aber erfreuliche 200 000 Euro weniger Verlust gemacht als im Vorjahr.

Auch im Vergleich zu anderen Stadtwerken ähnlicher Größe sei die Bilanz des Dreieicher Versorgers sehr erfreulich, betonte Steffan Arta abschließend. Die Stadtverordneten bekamen dann noch die Gelegenheit einen der acht Brunnen im Dreieicher Gebiet zu besichtigen.

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