Elektrofahrzeuge

Stadtwerke eröffnen erste öffentliche Ladesäule

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Gute Nachrichten für Dennis Kern und alle weiteren Besitzer eines Elektroautos: Die Stadtwerke haben auf dem Egenberger Parkplatz in Sprendlingen eine E-Ladesäule installiert. Kern will seinen Renault Zoe ohnehin nicht mehr missen.

Den Diesel-Skandal hatte Dennis Kern noch gar nicht im Sinn, als er sein E-Fahrzeug der Marke Renault vor fünf Jahren anschaffte: „Ich habe das Auto damals aus Überzeugung gekauft, weil ich die Umwelt und die Luft nicht weiter verpesten wollte. Ich habe mich lange damit beschäftigt, damals das erste Modell des Zoe Probe gefahren und mich dann schnell dafür entschieden“, erzählt der selbstständige Installateur- und Heizungsbaumeister mit Firmensitz in Sprendlingen.

Regenerative Energien und Umweltschutz spielen auch in seinem Berufsleben eine Rolle – da wollte er Vorbild mit seinem Firmenwagen sein. „Es ist für mich auch ein Aushängeschild für die Firma. Ich habe die Entscheidung nie bereut. Auch wenn die Reichweite damals mit 200 Kilometern angegeben war und ich im Sommer rund 150 Kilometer schaffe und im Winter vielleicht 80 bis 100 – das Auto ist für mich sehr praktisch und die mögliche Distanz für meine alltäglichen Fahrten absolut ausreichend“, erzählt Kern.

Natürlich müsse der Einsatz des Elektroautos besser geplant werden, als die Fahrt mit einem Benziner oder Diesel, den man überall betanken kann. Auf seinem Firmengrundstück hat er für das Auto eigens einen Anschluss gelegt, um die Batterie zu laden. „Nach zwei Stunden ist sie wieder voll und startklar.“ Sein E-Fahrzeug ist sehr zuverlässig, nicht ein einziges Mal ist er mit dem batteriebetriebenen Wagen liegengeblieben, das Fahren empfindet er als sehr komfortabel.

„Ich mag die schnelle Beschleunigung und das extrem leise Rollen. Wir haben als Familienauto noch einen VW Touran, um in den Urlaub zu fahren – da nervt mich das laute Motorengeräusch inzwischen“, erzählt der Handwerker lachend. Auch für die Langstrecke hat er sich schon für ein E-Mobil interessiert, aber noch keine echte Alternative gefunden. Der einzige, der die Langstrecke überbrücken kann, ist ein Tessla – aber der ist in der großen Variante doch sehr teuer.

Die Stadtwerke Dreieich haben jetzt für alle E-Mobil-Fahrer gute Nachrichten: Auf dem Egenberger Parkplatz eröffneten Bürgermeister Dieter Zimmer und Stadtwerke-Chef Steffen Arta gestern die erste öffentliche E-Ladesäule in der Stadt. Die blaue Säule steht gleich am Anfang des Parkplatzes auf der linken Seite und ermöglicht es zwei Fahrzeugen gleichzeitig, die Batterien aufzuladen. Die Zapfsäule ist mit einem „Typ-2-Stecker“ versehen, der bei den neueren Modellen Standart ist. Der Starkstromanschluss ermöglicht das komplette Laden innerhalb von anderthalb bis zwei Stunden.

„In der Regel werden die Elektrofahrzeuge zu Hause oder auf Firmenparkplätzen geladen. Wir wollen den umweltbewussten Dreieichern jetzt ermöglichen, ihre Autos auch unterwegs aufzuladen. Damit kommen wir unserem Vorhaben, die Energiewende weiter voranzutreiben, wieder ein Stückchen näher“, erklärt Arta. Gerade in der aktuellen Diskussion um den Diesel-Skandal und eventuelle Fahrverbote müssten Strukturen für Alternativen geschaffen werden. „Denn mit Elektroautos wird man immer in die Innenstädte fahren können. Es braucht nur genügend Möglichkeiten, die Batterien zu laden“, so der Stadtwerke-Chef.

Elektroautos sind leise, schadstoffarm sowie im Unterhalt und Betrieb günstiger als Fahrzeuge mit Verbrennungsmotor. „Außerdem macht es wirklich Spaß, die E-Fahrzeuge zu fahren“, sagt Arta, der im Stadtwerke-Fuhrpark auch bereits einen kleinen VW Up als E-Mobil hat. Auch sonst setzen die Stadtwerke auf regenerative Energien, rund die Hälfte der Autoflotte fährt schon lange mit Erdgas.

Rund 20 000 Euro haben die Stadtwerke in die Stromtankstelle investiert. Aus den beiden Zapfsäulen fließen 100 Prozent Ökostrom. Das Land Hessen hat den Bau gefördert, damit waren Auflagen verbunden: Die Tankstelle muss öffentlich und jederzeit zugänglich sein, und es müssen zwei Bezahlsysteme vorgehalten werden. Dieses Kriterium haben die Stadtwerke auch erfüllt: Die E-Fahrzeug-Besitzer können über einen QR-Code bargeldlos mit dem Handy bezahlen. Dann werden neun Euro pro Batterieladung fällig. Es gibt auch die zweite Option, eine Tankkarte und damit eine Flatrate zu buchen. Mit 25 Euro im Monat können die Kartenbesitzer ohne Begrenzung jederzeit an die Stromtankstelle fahren und ihr Auto laden.

Einer der beiden Tank-Parkplätze auf dem Egenberger Platz wird auch für ein Car-Sharing-Auto von App2Drive bereitstehen. Mittelfristig, kündigt Steffen Arta an, wollen die Stadtwerke den Service rund um die E-Mobilität ausbauen. Weitere Stromtankstellen seien bei großer Nachfrage denkbar. Aber das Unternehmen will auch den Ausbau von Ladestationen für zu Hause anbieten.

Kontakt für Fragen

Alle wichtigen Informationen rund um die E-Mobilität in Dreieich und zum Bezahlverfahren für die neue E-Zapfsäule gibt es direkt bei den Stadtwerken Dreieich unter der Telefonnummer (0 61 03) 60 20 oder auf der Internetseite .

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