Freizeitangebote

Städtische Behindertenbetreuung setzt auf eine ganzheitliche Integration

  • VonNicole Jost
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In den verschiedenen Clubs für Menschen mit Behinderung treffen sich die Menschen und pflegen Freundschaften. Vor allem die Freizeitangebote sind bei den Mitgliedern beliebt.

Es gibt kaum ein Dreieicher Fest, wo die „Nachtschwärmer“ oder der „Freitagsclub“ nicht anzutreffen sind. Die städtische Behindertenbetreuung setzt auf eine ganzheitliche Integration. „Das klappt inzwischen auch sehr gut. Während Gruppen von geistig behinderten Menschen vor 40 Jahren noch angestarrt wurden, gehören unsere Clubs heute in das Stadtbild und wir freuen uns auch immer, wenn wir angesprochen werden. Wir können sagen, dass sich die Gesellschaft uns gegenüber öffnet“, sagt Ursula Zimmermann, Leiterin der städtischen Behindertenbetreuung. Dreieich, so betont Bürgermeister Zimmer, habe mit dem großen Freizeitangebot für geistig behinderte Menschen ein „echtes Alleinstellungsmerkmal und darauf sind wir auch sehr stolz“, so Zimmer.

Wöchentliche Treffen

Die beiden Mitarbeiterinnen Ursula Zimmermann und Melanie Pfaff beraten zum Schwerbehindertengesetz, zur Pflegeversicherung und unterstützen Ratsuchende in schwierigen Lebenssituationen. Wichtige Arbeitsgrundlage sind dabei die guten Kontakte zu Einrichtungen anderer Städte und gemeindenahen Verbänden der Behindertenbetreuung, wie der Lebenshilfe, Wohnheime und Werkstätten für Menschen mit Behinderung, die Behindertenhilfe in Stadt und Kreis Offenbach sowie der Janusz-Korczak-Schule, Schule mit Förderbedarf Geistige Entwicklung, in Langen.

Für die behinderten Menschen ist aber wohl die Freizeitgestaltung das beliebteste und wichtigste Angebot der Stadt. „Es ist nicht so einfach, in der Freizeit etwas zu erleben, wenn man immer auf Hilfe angewiesen ist“, weiß Zimmermann. Einmal in der Woche treffen sich die fünf Klubs für die unterschiedlichen Altersgruppen. „Die kleinen Strolche“ für die Kinder zwischen acht und zwölf spielen noch eher zusammen. Dann gibt es den Teenie Club (12 bis18 Jahre), die Zugvögel (18 bis 32 Jahre), den Freitagsclub (ab 28 Jahre) und die Nachtschwärmer.

„Wir sehen uns als Begleiter, es geht darum, die Stärken unserer Clubmitglieder weiter zu stärken, ihre Mobilität zu unterstützen. Und das Programm richtet sich eben danach, was sich die Clubmitglieder wünschen“, berichtet Zimmermann aus dem Alltag der Clubs. Das könne ein Restaurantbesuch sein, der Besuch auf einem Fest oder auch ein Spaziergang.

Eine Warteliste

„Und dann machen wir eben das, was alle Menschen gerne machen: Gute Gespräche führen, Freundschaften pflegen, uns austauschen. Die Gruppe ist auch ein Stück Heimat“, so Ursula Zimmermann. Die 79 Mitglieder der fünf Clubs sind Menschen mit einer geistigen Behinderung im Alter zwischen 8 und derzeit 70 Jahren. Die Platzkapazität der einzelnen Clubs ist abhängig vom individuellen Betreuungsbedarf der einzelnen Teilnehmer. „Insbesondere sind beim Teenie-Club (13 bis 18 Jahre) nach den Sommerferien Plätze frei und Interessenten können sich bei der Behindertenbetreuung gerne melden“, so Zimmermann. Aufgrund der hohen Nachfrage gibt es jedoch für einige Clubs der Erwachsenen eine Warteliste. Die Clubs werden von Betreuungskräften betreut. Für die Clubarbeit entstanden 2017 Personalkosten für Betreuungskräfte von rund 174 138 Euro (2016: 179 498 Euro). Für die gesamte Behindertenarbeit, Freizeiten und die Clubarbeit, waren 2017 insgesamt 345 748 Euro zu verbuchen.

Interessierte können sich über die Aktivitäten der Dreieicher Clubs für Menschen mit einer Behinderung bei Ursula Zimmermann und Melanie Pfaff im Fachbereich Soziales, Schule und Integration, Hauptstraße 45, unter (0 61 03) 6 01-2 43, informieren.

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