Startschuss für den Bürgerpark 2.0

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Der Sprendlinger Bürgerpark soll attraktiver werden. Ein erster Schritt ist getan: Die zwei neuen Trampoline scheinen sich zu echten Attraktion zu entwickeln. Sie sind aber auch ein Zeichen an alle engagierten Bürger.

Der kleine Alexander macht große Augen, als er das Bodentrampolin sieht. Das Kleinkind ist von Omi Mechthild Stegmaier kaum mehr zu halten, so sehr zieht es den Knirps zu den elastischen, in den Boden eingelassenen Matten hin. Glücklich hüpft er auf und ab, und es dauert auch nicht lange, bis die nächsten Kinder diese neue Attraktion im Sprendlinger Bürgerpark entdecken.

Am Fuße des sogenannten Dichterhains, gegenüber der Kindertagesstätte Erich-Kästner-Straße, haben die Mitarbeiter des Dienstleistungsbetriebs Dreieich und Neu-Isenburg die Matten gespannt – als kleines „Startprojekt“. Sie sind ein Signal an alle Bürger, die sich mit Ideen zur Umgestaltung des Bürgerparks eingebracht haben: Ihre Wünsche fanden Gehör, die Umgestaltung des Parks hat begonnen.

Direkt am Eingang des 32 000 Quadratmeter großen Areals im Herzen von Sprendlingen sollen die Trampoline jetzt Besucher anlocken: Trampolin springen macht ja bekanntlich glücklich und entspannt. „Als wir gerade fertig mit dem Aufbau waren, kamen drei alte Damen, die die Trampoline neugierig bestaunt haben. Eine der Frauen hat sich dann auch gleich herangewagt, und die anderen zwei hatten schon Spaß alleine vom Zuschauen“, erzählt Petra Klink, die Geschäftsführerin des Dienstleistungsbetriebs schmunzelnd. Schon nach wenigen Tagen hat sich die Bewegungsmöglichkeit herumgesprochen. „Ich habe es in der Dämmerung auch schon ausprobiert, als ich mit dem Hund unterwegs war. Da sieht mich wenigstens keiner. Aber es macht Spaß“, verrät ein älterer Passant, der gestern Vormittag am Rande des Parks vorbeiläuft.

Die beiden Trampoline sind das Ergebnis eines besonderen Workshops: Einen ganzen Samstag hatten rund 60 Dreieicher, Nachbarn, Vereinsvertreter, Mitglieder der Bürgerpark-Initiative, Schüler der Erich-Kästner-, und der Ricarda-Huch-Schule den Planungen des Bürgerparks letztes Jahr „geopfert“. Rund sechs Stunden lang hatten sie professionell angeleitet vom Frankfurter Garten- und Landschaftsarchitekten Dirk Schellhorn im nebenan liegenden Bürgerhaus an Ideen für den Park getüftelt.

Das Ergebnis konnte sich sehen lassen. Es entstand damals der Plan „Bürgerpark 2.0“. Der Park soll wieder attraktiver werden. Zugewachsenes Gestrüpp soll verschwinden, dunkle, etwas unheimliche Ecken geöffnet werden. Die Schüler wünschen sich eine „Kioskarea“ und ein zweites Fußballtor auf der Grünfläche, die Kinder eine Hängematte, Balancierstangen, eine Seilbahn oder einen Wasserspielplatz. Den Erwachsenen war eine Verbreiterung und Erneuerung der Wege und ein verstärktes Augenmerk auf die Sauberkeit wichtig. Ein viel geäußerter Wunsch ist ein Sitzplatz mit direktem Blick aufs Wasser und eine Picknick-Fläche auf der Wiese.

Es wurde an diesem Tag im Mai 2017 das Versprechen gegeben, dass diese Pläne nicht in irgendeiner Schublade verschwinden sollen. Zwei bis drei Jahre war der realistische Zeitplan zur Umsetzung für eine neue grüne Oase inmitten der Stadt. Jetzt soll es doch etwas schneller gehen. Nur vier Monate nach den Workshops, im September 2017, offeriert Dirk Schellhorn den Dreieichern einen vorläufigen Entwurf.

Der Garten- und Landschaftsplaner zeigt den engagierten Bürgern die potenziellen Ideen für den Park: Es könnte ein Fitnessgarten entstehen mit sportlichem Charakter, eine freie, große Spielfläche mit Topographie, ein Wasserspielplatz, ein Kleinkinderspielplatz, ein Trailweg und Kletterwege.

Ein paar Motorsägen werden auch eine wichtige Arbeit verrichten müssen, um die Eingänge zum Park freundlicher, heller und übersichtlicher zu gestalten. An den Kreuzungspunkten soll mehr Fläche mit Platzcharakter zum Aufenthalt im Sprendlinger Bürgerpark einladen.

Rund 13 000 Euro hat die Stadt in den Auftakt der Umgestaltung investiert. Noch ist die Umgebung von den Arbeiten matschig, aber auch das Gras wird wieder neu gepflanzt, verspricht Petra Klink.

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