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Der Mann fürs Klima: Theo Felber.

Umwelt

Theo Felber ist der neue Klimaschutzmanager der Stadt

Auch kleine Schritte seien wichtig, sagt der neue Klimaschutzmanager der Stadt, Theo Felber, um etwas Gutes für die Umwelt zu tun. Als Beispiel nennt er weniger Fleischkonsum.

Noch ist Theo Felber dabei, sich einen Überblick zu verschaffen. Schließlich hat seine Vorgängerin bereits eine Reihe von Projekten aufs Gleis gesetzt. Der 28-Jährige ist Nachfolger von Annika Jung, die im Mai 2016 eine damals im Rathaus neu geschaffene Stelle eingenommen hatte. Jung war Dreieichs erste Klimaschutzmanagerin, Anfang Dezember ist Theo Felber in ihre Fußstapfen getreten. Das Feld, das er beackert, ist ein weites. Duftmarken will er unter anderem in Sachen Mobilität, Energie- und Abfallvermeidung setzen.

Noch kennt er sich in der Stadt nicht so gut aus, aber nach seinen Beobachtungen „gibt es in Dreieich unheimlich viel Verkehr“. Das sei auch der Struktur mit den auseinanderliegenden Stadtteilen geschuldet. Auf den Radverkehr will Felber einen Fokus legen. Er will mit den Experten des Runden Tischs und der Politik weitere Voraussetzungen dafür schaffen, dass noch mehr Leute auf zwei Räder umsteigen. Felber kommt mit der Bahn zur Arbeit und ist täglich auf der Fahrradstraße unterwegs. Nach seiner Wahrnehmung nehmen die allermeisten Autofahrer Rücksicht auf die Pedaleure.

Der Berliner ist pragmatisch. Natürlich dient Klimaschutz zuvorderst der Umwelt, mithin der Menschheit und vor allem den nachfolgenden Generationen. Er kann aber auch dazu beitragen, Geld zu sparen. Zum Beispiel durch eine energetische Sanierung des Hauses oder den Austausch energiefressender Geräte. Es müsse kein radikaler Umbruch vollzogen werden, auch kleine Schritte seien wichtig. „Man sollte nicht von heute auf morgen alles ändern, da solche Verhaltensweisen nicht lange anhalten“, sagt Felber. Als Beispiel nennt er den hohen Fleischkonsum in Deutschland, der für den Klimawandel mitverantwortlich ist. Deshalb müsse niemand zum Veganer werden. Sich bewusster zu ernähren und ein bis zwei Tage in der Woche weniger Fleisch und Wurst zu verzehren, sei ein guter Anfang.

Der neue Klimaschutzmanager hat Energie- und Umweltmanagement in Flensburg studiert und in Kassel den Studiengang Regenerative Energien und Energieeffizienz absolviert. Schwerpunkte seiner Masterarbeit lagen im Bereich Ökobilanzierung und Nachhaltigkeit in der Stadtplanung. Bevor er ins Rathaus wechselte, war er ein gutes halbes Jahr in dem Darmstädter Projektbüro beschäftigt, das vor ein paar Jahren federführend bei der Erstellung des Dreieicher Klimaschutzkonzepts gewesen ist.

Die Stelle im Rathaus wird noch bis 30. April vom Bund mit mehr als 80 Prozent bezuschusst. „Wir haben einen Antrag für eine Verlängerung über die ersten drei Jahre hinaus gestellt. Das wird in aller Regel auch bewilligt“, sagt Karl Markloff, Ressortleitung Infrastruktur und Umwelt. Allerdings nur für zwei Jahre und mit einer Erhöhung des städtischen Eigenanteils auf 60 Prozent.

von FRANK MAHN

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