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Die fesche Granitfassade und mehr teure Ausstattung, die über das Standardmaß hinausgeht, waren Grund für den Rechtsstreit zwischen er Strathoff International School und dem Kreis.

"Zufriedenstellendes Ergebnis"

Strothoff School muss dem Kreis Offenbach Kosten für Sonderausstattung zurückzahlen

Der Streit hat ein Ende. Mit dem nun geschlossenen Vergleich wollen die Strothoff International School und der Kreis Offenbach einen Schlussstrich unter das Kapitel der Übernahme offener Mehrkosten ziehen.

Fast zehn Jahre haben der Kreis und die Strothoff International School über die Kosten der einst in der Privatschule verbauten Ausstattung gestritten – jetzt gibt es eine Einigung. Der Kreis als Vermieter und die Schule von Unternehmer Hans Strothoff als Mieter haben das Schiedsgerichtsverfahren mit einem Vergleich beendet: Die Schule, die auf rund 5500 Quadratmetern auf dem Campus des HLL (Haus des lebenslangen Lernens) in Sprendlingen untergebracht ist, muss dem Kreis demnach monatlich 1,36 Euro mehr Miete je Quadratmeter zahlen; die Kosten werden umgelegt auf 25 Jahre Mietdauer. Der erste Vertrag lief 15 Jahre, 2018 verlängerte die Schule ihn um weitere zehn. Somit kommen auf die Strothoff School Kosten von über 2,2 Millionen Euro zu.

Insgesamt ging es bei den Mehrkosten der Ausstattung um 3,07 Millionen Euro, unter anderem verursacht durch die Granitfassade, Glaswände im Inneren des Gebäudes und den Parkettboden, die der Schulgründer und Chef der MHK Group, Strothoff, einbauen ließ. Der Kreis wollte aber nicht für diese teure Einrichtung aufkommen und so wurde seit der Schuleröffnung 2009 gestritten, wer die Kosten übernimmt.

Thema war Dauerbrenner

Anfangs betraf das auch die Miete: Denn Strothoff behauptete, der frühere Landrat Peter Walter (CDU) habe ihm zunächst Mietfreiheit versprochen. Doch Walter bestritt dies und es fanden sich keine Dokumente, die die Vereinbarung belegten. 2011 wurde die monatliche Miete dann mittels Mediationsverfahren auf 68 000 Euro festgelegt. Um auch den Streit um die Kosten für die Ausstattung beizulegen, wurde 2011 ein Schiedsgerichtsverfahren eingeleitet – seitdem ein Dauerbrennerthema in der Kreispolitik. Erst im Juli 2018 lag dann ein Gutachten vor, das den Standpunkt des Kreises stützte und bestätigte, dass die Schule ihm einen Großteil der zunächst geleisteten Kosten erstatten müsse.

Mit dem nun geschlossenen Vergleich wollen beide Parteien einen Schlussstrich unter das Kapitel der jungen internationalen Privatschule ziehen. „Wir sind zu einem für beide Seiten zufriedenstellenden Ergebnis gekommen“, sagte Landrat Oliver Quilling. „Durch das Schlichtungsverfahren wurden die Mehrkosten klar abgegrenzt und zugeordnet.“

Die Kosten des Schiedsverfahrens, einschließlich der Ausgaben für Sachverständige und Rechtsberatung, trägt jede Partei selbst. Auf den Kreis kommen dabei nach Angaben von Sprecherin Ursula Luh rund 100 000 Euro zu.

Vermieter und Mieter ist es aber vor allem wichtig, dass die weitere Zusammenarbeit nun nicht mehr belastet ist. „Ich freue mich, dass wir zukünftige gemeinsame Themen nicht mehr im Kielwasser einer parallel laufenden Schlichtung angehen müssen“, sagte Hans Strothoff. Er wolle Dreieich mit seiner Schule etwas zurückgeben.

Quilling betonte, nun sei „der Weg frei für die weitere Entwicklung der Schule“. Denn die Strothoff School stößt längst an ihre Kapazitätsgrenzen. Seit Jahren ist deshalb schon ein Neubau im Stadtgebiet im Gespräch, unter anderem in der Lettkaut. Dieser Standort hat sich allerdings erübrigt. Zuletzt wurde wieder das Gelände der neuen MHK-Europazentrale entlang der Robert-Bosch-Straße ins Spiel gebracht. Offizielle Informationen vonseiten der Schule gibt es dazu nicht.

VON JULIA RADGEN

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