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Museumsleiterin Corinna Molitor verteilt an die Kinder der Kita Winkelsmühle die Kakaobutter, die sie dann erhitzen, mit Kakaopulver verrühren und damit ihre ganz eigenen Schoko-Pralinen herstellen.

Mitmach-Museum

Schokoladenausstellung im Dreieich-Museum ist ein süßer Spaß für die Kleinen

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Wie aus einer bitteren Frucht süße Schokolade wird, das erfahren Kinder im Dreieich-Museum. Die Mädchen und Jungen können auch selbst aktiv werden und erfahren viel Wissenswertes.

Luis ist in die Rolle des großen Maya-Königs geschlüpft. In der Mexiko-Ecke des Ausstellungsraums im Dreieich-Museum ist er in kunterbunte, prunkvolle Kleidung gehüllt und bekommt von seinen Dienern Lenni und Allen seinen heißen Kakao gereicht. Die Kinder der Kita Winkelsmühle lauschen konzentriert der Geschichte der Kakaobohne, wie sie einst aus Südamerika ihren Weg in die ganze Welt gefunden hat. Anna-Mala Kolaß, Mitarbeiterin des Museums, nimmt die vier und fünf Jahre alten Jungen und Mädchen ganz kindgerecht mit auf die spannende Reise der Kakaobohne.

Vor vier Jahren war „Kakao & Schokolade – Von der bitteren Frucht zur süßen Leckerei“, die in Nürnberg vom Museum im Koffer entwickelte Ausstellung, schon ein großer Erfolg in Dreieichenhain. „Wir hatten damals rund 2500 Besucher – diese Zahl werden wir jetzt vermutlich sehr leicht übertreffen“, sagt Museumsleiterin Corinna Molitor. Denn die Schau verheißt viel mehr als nur kunterbunte Wände.

Die kleinen Museumsbesucher können den Weg der Kakaobohne von der Frucht bis in das bunte Verpackungspapier ihrer Lieblingsschokolade erleben. Luise und Esma verziehen ihre kleinen Münder, als sie die Schokobohne aus der Frucht probieren – ganz klar, hier fehlt noch der Zucker. Gemeinsam mahlen die Jungs und Mädels die Kakaobohne mit schweren Mörsersteinen zu einem feinen Pulver. In einem kleinen Topf darf jedes Kind die Kakaobutter mit dem Puderzucker verrühren und das selbst gemahlene Pulver unter die flüssige, heiße Masse heben.

„So schnell haben wir Pralinen selbst gemacht“, ist selbst Erzieherin Christine Deppe fasziniert. „Wir haben uns wirklich gefragt, ob die Ausstellung schon was für die Kleinen ist, aber es klappt ganz hervorragend“, blickt die Erzieherin sehr zufrieden auf ihre so engagiert agierenden Schützlinge.

Riesige Resonanz

Die Kindergartenkinder interessieren sich vielleicht noch nicht für die vielen Details, die auf den Stellwänden erklärt werden. Aber es gibt viel Wissenswertes zu erfahren: 70 Prozent der Kakaopflanzen werden heute in Afrika angebaut, auf zwei bis fünf Hektar kleinen Plantagen. 42 Prozent des weltweit angebauten Kakaos (der Rest kommt aus Asien und Mittel- und Südamerika) wird in Europa verbraucht. Die Deutschen sind dabei besonders große Naschkatzen: Jeder Bundesbürger vertilgt 9,1 Kilogramm Schokolade im Jahr.

Die Besucher lernen, dass der Kakaobaum gleichbleibend tropisches Klima braucht und dass eine Frucht 40 bis 50 Bohnen erbringt – ungefähr so viel, wie man für eine Tafel Schokolade benötigt. Die neue Kinderausstellung verschweigt aber auch die Probleme der Kakao-Bauern nicht: Die Bäume auf den Plantagen sind ebenso überaltert wie die Landwirte, die sie bearbeiten. Es herrscht Armut und ein Mangel an Bildung. Wer sich für die spannende Geschichte des Kakaos interessiert, hat noch bis zum 31. Mai die Gelegenheit, „Kakao & Schokolade – Von der bitteren Frucht zur süßen Leckerei“ zu sehen. 60 Führungen sind bei Corinna Molitor und ihrem Team schon angemeldet. Kindergärten und Schulen bis aus Frankfurt wollen die Ausstellung besuchen.

„Die Resonanz ist riesig“, freut sich die Museumsleiterin). Wer die Schau auf eigene Faust erkunden will, hat dazu samstags von 14 bis 18 Uhr und sonn- und feiertags von 11 bis 18 Uhr Gelegenheit.

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