Er hat sich durchgesetzt:

Timo Seibert ist der Dreieicher Äppelwoikönig 2017

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Elf anonyme Proben standen bei der Kür zum Äppelwoikönig zur Wahl. Rund 150 willige Tester hatten sich eingefunden. Am Ende machte ein alter Bekannter das Rennen.

Daniel Kiok, Bastian Sauerwein und Andreas Wodtke sind die Wahl zum Äppelwoikönig beinahe wissenschaftlich angegangen. Die drei jungen Männer haben sich sehr ordentlich durch die Proben eins bis elf getrunken, sich zu jedem Apfelwein Notizen gemacht und erst dann ihre Stimme abgegeben.

„Ausgewogene Säure“ oder „geruchsintensiv und sauer“ stand auf dem Zettel geschrieben. „Wir machen das natürlich ordentlich, es geht ja schließlich um was“, sagt Daniel Kiok. „Wir berücksichtigen den Geruch, das Aussehen und selbstverständlich den Geschmack.“ Auch den späteren Sieger haben sie auf dem Zettel, das Stöffche mit der Nummer sechs: „Feinperlig, ausgewogen, vielfältige Fruchtaromen“ schreiben die Herren – und liegen mit ihrer Wertung ganz nah bei vielen anderen, die sich im Hof der Seibert-Brüder durch die anonymen Proben kosteten.

Zum achten Mal hatte der Obst- und Gartenbauverein (OGV) Offenthal zur Wahl des Äppelwoikönigs eingeladen. Elf Kelterer hatten ihr Stöffche abgegeben, das sie im vergangenen Herbst mit viel Liebe und Arbeit angesetzt hatten. Zur Probe tummelten sich dann rund 150 willige Tester im Garten und probierten sich durch die Köstlichkeiten – die eben mal mehr und mal weniger lecker waren.

Der Sieger wurde dann mit Krone, Mantel und Bembel gekürt – und es wurde ein alter Bekannter: Timo Seibert durfte den Bembel und die Urkunde entgegennehmen. Im Wechsel mit seinem Bruder Marco hat er die Wahl jetzt schon mehrfach gewonnen. Die zwei Offenthaler verstehen sich im Keltern. „Ganz ehrlich, ich glaube es ist die gute Mischung der unterschiedlichsten Äpfel, die hier bei uns in Offenthal wachsen. Außerdem sortieren wir per Hand wirklich jeden Apfel aus, der irgendwo eine schlechte Stelle hat“, verrät der neue und alte König, der 68 der insgesamt 129 abgegebenen Stimmen auf sich vereinte.

Platz zwei teilten sich Jens Baumgärtner und OGV-Vorsitzender Matthias Würz, die jeweils zehn Stimmen bekamen. „Ich wundere mich ein bisschen – vergangenes Jahr hatte ich null Stimmen. Dieses Jahr habe ich mir gedacht, denen gebe ich es jetzt aber – und habe den sauersten Apfel, einen Champagner Renette, verarbeitet. Der Apfel ist so nicht zu essen, aber als Äppelwoi schmeckt es den Leuten wohl“, sagte Würz lachend. Rang drei ging an Christian Ringeling.

Insgesamt freute sich der OGV-Vorstand über die gute Resonanz bei der Apfelwein-Probe. „Es macht uns schon ein bisschen stolz, dass so viele Leute gekommen sind. Es geht ja eigentlich nur darum, zwei bis drei schöne Stunden zusammen zu verbringen und nette Leute zu treffen – um das Gemeinschaftserlebnis“, erklärte Würz die Intention der Wahl. Ehre bedeutet es für den Apfelweinkönig natürlich auch.

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