Früher als geplant

Der Verkehrauf der Bleiwijker Straße in Götzenhain fließt endlich wieder

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Die Götzenhainer atmen wieder auf: Die Baustelle ist nach rund zwei Jahren fertiggestellt, die Bleiwijker Straße wieder für den Verkehr freigegeben. Die Neugestaltung hat 4,2 Millionen Euro gekostet.

Nach fast zwei Jahren Bauzeit und zwei Monate früher, als ursprünglich geplant, sind der Hainer Weg und die Strecke vorbei am alten Rathaus seit Samstagabend wieder befahrbar: Der Verkehr rollt wieder durch die Bleiswijker Straße. Viele baustellengeplagte Götzenhainer feiern die Wiedereröffnung der Ortsdurchfahrt mit einem Vortrag über ein Sühnekreuz am Rande des Hainer Wegs von Wilhelm Ott und mit einem feuersprühenden Auftritt der „Firedancer“ auf der neuen Fahrbahn und anschließend mit einem kleinen Imbiss im Götzenhainer Bürgertreff. Die „Firedancer“, die ihren Firmensitz in Götzenhain haben, lassen den dunklen Abendhimmel mit ihren Feuerfackeln leuchten, und machen gleich Lust auf mehr Open-Air-Veranstaltungen auf dem jetzt neu geschaffenen Platz.

„Die Achse Hainer Weg/Bleiswijker Straße hat sich zu einem wahren Schmuckstück entwickelt“, sagt Erster Stadtrat Martin Burlon sehr zufrieden. Von den Anwohnern gibt es ebenfalls viel Lob für den „neuen Dalles“. Fertig gepflastert und noch nicht bepflanzt sieht er derzeit vielleicht noch etwas kahl aus, aber insgesamt 49 Bäume sollen entlang des Hainer Wegs bis an die Bleiswijker Straße gepflanzt werden.

Auch Daniel Wilken vom Kerbverein schaut sich schon mal um, wo das Kerbzelt im kommenden Jahr stehen könnte. Der Kerbverein hatte sich bei den Planungen rund um die Veränderungen am „Dalles“ eingebracht. Und das ist jetzt natürlich das erste Ziel: die Kerb wieder in die Mitte Götzenhains zu bringen.

Die Nachbarn loben die Ordnung und die schöne Bepflasterung, Kritik gibt es lediglich an den nur wenig ausgewiesenen Parkplätzen.

Isabell Christiansen ist auch froh, dass die lange Bauphase jetzt ein Ende hat: „Es war schon anstrengend, wenn morgens um 6 Uhr die Baustellenfahrzeuge angerückt sind und mit ihrem Presslufthammer ordentlich Lärm gemacht haben“, sagt die unmittelbare Anwohnerin. Vor ihrer eigenen Ausfahrt war oft Stau, wegen einer Baustellenampel, so dass sie minutenlang nicht rausfahren konnte. „Aber ehrlich: Es hat sich gelohnt, es sieht ganz prima aus“, lobt die Götzenhainerin.

Heike Lortz wird die Baustelle sogar ein bisschen vermissen: „Wir hatten einen herrlich ruhigen Sommer. Dadurch, dass kein Verkehr mehr hier vorbeiführte, war es am Wochenende und am Abend eine herrliche Ruhe im Garten.“ Sie hofft indes, dass die Bauarbeiten auch den gewünschten Effekt haben, dass durch die schmalere Straße nicht mehr so ganz viele Autofahrer Lust haben, durch den Ort zu fahren und lieber die Umgehungsstraße wählen.

Ein bisschen Kritik äußert Heike Lortz an den sehr hellen Straßenlaternen, die direkt in ihren Garten scheinen. Da verspricht Martin Burlon Abhilfe: „Das lässt sich technisch sicher machen, dass wir die Lampen abschirmen. Wir wollen ja die Wege beleuchten, nicht ihren Garten“, sicherte der Erste Stadtrat Hilfe zu.

Viel Lob und sogar einen Applaus bekommt Karl-Heinz Schmitt, der Polier der Baustelle. Selbst nicht bei der Feierei dabei, loben ihn die Vertreter der Stadt ebenso wie die Nachbarn, dass alles schnell und möglichst ohne Schwierigkeiten auf der Baustelle funktionierte.

Für die Autofahrer wird sich die Situation in und um Götzenhain nun auch endlich wieder entspannen. Sie werden sich sicher auch schnell an die leicht veränderte Verkehrsführung gewöhnt haben.

Aus der Langener Straße kommend, gilt die Vorfahrt jetzt in die Dietzenbacher Straße hinein. Wer links auf die Bleiswijker Straße abbiegen möchte, muss den entgegenkommenden Autos Vorfahrt gewähren. Allerdings wird sich an den Straßenbeziehungen zueinander nichts ändern, betont Martin Burlon: „Die Autofahrer können weiterhin in jede Richtung abbiegen, und es gilt auch weiter auf der Bleiswijker Straße

Tempo 50

.“

Das wäre noch ein Wunsch, den die Anwohner haben: Tempo 30 durch den ganzen Ort. Das lasse sich aber nach dem geltenden Verkehrsrecht derzeit nicht realisieren, klärte Burlon auf.

Die Neugestaltung von 23 000 Quadratmetern Fahrbahnen, Plätze und Wege hat 4,2 Millionen Euro gekostet, 55 Prozent der Summe hat das Land Hessen getragen.

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