Kommunalpolitikern beschwert sich

Verspätungen, Ausfälle und Mangel an Klimaanlagen: Die Dreieichbahn in der Kritik

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Natascha Bingenheimer, Vorsitzende der Fraktion der Bürger für Dreieich, ärgert sich über die Dreieichbahn. Über die sozialen Medien bestätigen ihr auch andere Nutzer Mängel und unpünktliche Züge.

Es ist nicht das erste Mal, dass es Beschwerden über Pünktlichkeit und Service der Dreieichbahn laut werden. Jetzt äußert sich Natascha Bingenheimer, Vorsitzende der Fraktion der Bürger für Dreieich, öffentlich über die Dienstleistung der Deutschen Bahn (DB) und betitelt ihre Pressemitteilung mit der Überschrift „Chaos Dreieichbahn“. Sie beschwert sich über permanente Verspätungen, Ausfälle, fehlende Lokführer und den Mangel an Klimaanlagen.

„Die Zustände bei der Dreieichbahn sind zurzeit mal wieder katastrophal“, schreibt Bingenheimer. Sie berichtet von ihren eigenen Erlebnissen, bei denen der Zug schon mit 15 Minuten Verspätung aus dem Frankfurter Hauptbahnhof herausfährt. Die Erklärung vom Zugbegleiter lautete nach Aussage Bingenheimers, dass der Lokführer noch nicht da sei. Außerdem habe sich bei den derzeitigen Außentemperaturen über 30 Grad der Waggon auf 35 Grad aufgeheizt. Die Klimaanlage, so die Kommunalpolitikerin, sei defekt oder ausgestellt.

„Ein anderer Fahrgast berichtete mir, dass am Dienstag und Mittwoch die erste Bahn in Sprendlingen, die für 5.27 Uhr angekündigt war, bereits mit fünf Minuten Verspätung im Bahnhof eintraf, wobei die Verspätung sich Richtung Dieburg noch weiter ausbaute, so dass der Zug zehn Minuten verspätet in Dieburg ankam. Der Kunde verpasste alle weiteren Anschlüsse“, so Bingenheimer weiter. Immer wieder müsse die Bahn auf der eingleisigen Strecke warten, wodurch große Verspätungen entstehen. „Die Liste des Versagens ließe sich noch um viele weitere aktuelle Ereignisse aus eigener Erfahrung und aus Berichten anderer Kunden verlängern“, ärgert sich Bingenheimer. „Andere Fahrgäste sagen, dass von zehn Fahrten in den Morgenstunden circa zwei pünktlich sind.

Die Dreieichbahn zu nutzen, ist zurzeit für Berufspendler eine Katastrophe und im Angesicht der derzeitigen Temperaturen über weite Strecken als Zumutung zu bezeichnen“, so die Fraktionssprecherin der Bürger für Dreieich weiter. Sie fordert Politik und Bahnbetreiber dazu auf, zu handeln, „um einen geordneten Öffentlichen Nahverkehr auf der Strecke zu garantieren.“ Auf den sozialen Netzwerken bekommt Natascha Bingenheimer viel Rückmeldung. Viele Kommentare blasen ins gleiche Horn.

Die Deutsche Bahn wollte sich auf Anfrage dieser Zeitung noch nicht äußern. Sie müsse die Kritik und die Angaben zunächst prüfen, war aus Frankfurt zu hören. Allerdings kam eine Resonanz vom Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV). Maximilian Meyer sagte auf Anfrage, dass der RMV die Leistung für die Dreieichbahn von DB Regio einkaufe und die Leistung über das Qualitätsmanagement sehr genau beobachte. „Wir müssen leider auch bestätigen, dass die Qualitätsziele für die Dreieichbahn nicht erreicht werden“, sagte Meyer. Zwischen Dieburg, Buchschlag und Frankfurt komme es zu mehr Verspätungen und Ausfällen. Dafür gebe es zwei Gründe: Seit geraumer Zeit fahren mehr Züge bis zum Hauptbahnhof Frankfurt durch. „Diese Strecke ist hoch belastet und gerade durch die Tunnelsperrung noch stärker frequentiert“, so Meyer. Das nächste Problem sei, dass die Strecke der Dreieichbahn zu weiten Teilen nur eingleisig befahrbar ist. Komme es zu Verspätungen, begegnen sich die Züge nicht mehr planmäßig und einer müsse warten. Damit sind gleich zwei Züge verspätet unterwegs. Das nächste Problem sei der technische Zustand der Züge. Der eigentlich vereinbarte Austausch der Waggons sei bislang nicht zustande gekommen. „Woran das konkret liegt, kann nur die Deutsche Bahn sagen“, so Meyer weiter.

Auch mit der Anzahl des Personals sei der RMV derzeit nicht zufrieden. „Im Ergebnis betrachtet, braucht die Bahn auf der Strecke der Dreieichbahn Züge, die technisch in Ordnung sind, und eine ausreichend große Flotte und dazu ist der Personalstamm nicht ausreichend.“

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