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Großes Fest auf der Gasse: Pfarrerin Barbara Schindler (stehend 4. von rechts) und Pfarrer Markus Buss (2. von rechts) mit den Haaner Kerbborschen inmitten der Gäste.

Großes Gemeindefest

Viel Zuspruch zur 300-Jahr-Feier in Dreieich

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Kirche hat da ihren Platz, wo das Volk ist: Nach diesem Motto feierte die Gemeinde unter großer Beteiligung das 300. Geburtstagsfest der Burgkirche.

Nicht im Gemeindehaus und nicht nur auf dem Gelände der Burgkirchengemeinde, sondern draußen auf der Fahrgasse, also mitten unter dem Volk, wurde das große Jubiläumsfest gefeiert. „Ich hätte nicht gedacht, dass unsere Kirche so einen großen Zuspruch hat, das war eine wunderbare Erfahrung“, meinte Pfarrerin Barbara Schindler nach dem Familien-Gottesdienst. Viele Gläubige waren gekommen, um den Gottesdienst zu feiern und danach in geselliger Runde zu verfolgen, wie 300 Luftballons in den Himmel stiegen – aber auch, um miteinander wieder mal ins Gespräch zu kommen.

Der Familien-Gottesdienst stand unter dem Motto „Atem des Lebens“. Das Thema zog sich vielfältig durch die Gottesfeier. „Gott gab uns Atem, damit wir leben. Er gab uns Augen, dass wir uns sehen, Gott hat uns diese Erde gegeben, dass wir auf ihr die Zeit bestehen“, sang die große Gemeinschaft der Gläubigen zu Beginn des Gottesdienstes. Pfarrerin Barbara Schindler ging auch in ihrer Predigt auf den Atem ein, verwies auf den langen Atem, den die Gemeinde an den Tag gelegt hatte, um dieses schöne Fest feiern zu können.

Der Kinderchor, der den Gottesdienst musikalisch begleitete, hatte eigens ein Lied umgetextet, um die schöne Heimat zu beschreiben. „Wo der Hengstbachwasser fließen, wo Apfelbäume sprießen, wo Hainer Pferde weiden, die Stadt mag ich leiden. Auf der Hainer Promenade trinkt jeder Schokolade, und isst Bananensplit – das ist bei uns der Hit. Dreieichenhain, du schöne Stadt, du wirst auch Hainer Land genannt. Dreihundert Jahre alt heut, ist unsre Kirch’, hört her Leut’. Dreieichenhain du edles Reich, hier werden Hainer Herzen weich, hier kann man in den Räumen der neuen Kirche träumen“, sang der Kinderchor – und wurde mit großem Applaus bedacht.

Dann wurde es spannend, denn

300 blaue Luftballons

, für jedes Lebensjahr der Burgkirche einer, sollten in die Luft aufsteigen. Die Konfirmanden-Gruppe hatte die Ballons mit Helium gefüllt. Jedoch: Die Schnüre hatten sich verknotet. Nach einer Entwirrung klappte die Aktion dann doch und die 300 Ballons stiegen mit Namenskarten in den blauen Spätsommerhimmel.

„Wir wünschen, dass möglichst viele möglichst weit fliegen und wir eine Rückmeldung erhalten“, schickte Pfarrerin Barbara Schindler einen letzten Gruß hinterher.

Wessen Karte zurückkommt, der darf als „edler Spender“ einen Obolus für die Kirchenrenovierung leisten. „Dann wird das Spendenbarometer hoffentlich kräftig ansteigen. Wir haben unser Traumziel noch nicht erreicht“, sagte Pfarrer Markus Buss. Der Strich in der Spendensäule markiert derzeit 240 000 Euro. Das Ziel liegt bei 400 000 Euro.

„Jetzt ist der Sandsteinboden in der Kirche verlegt, die Renovierung kann weitergehen“, so Pfarrerin Schindler mit Blick auf den Zeitplan. Der Gottesdienst zur Wiedereröffnung ist am 1. Advent. Zum Erreichen des Spendenziels trug auch die große Tombola bei, die mit schönen Preisen der Haaner Gewerbetreibenden bestückt war.

Ein großes Lob widmete die Pfarrerin den Haaner Kerbborsche, die nicht nur beim Aufbau sehr stark tätig waren. „Das ist wirklich lobenswert. Sie haben uns auch die Band ,Capones‘ gesponsert – und den Erlös von ihrem Verkaufsstand wollen sie auch für die Kirchenrenovierung spenden.“ Barbara Schindler freute sich sichtlich.

Unter den stets rührigen Aktiven war auch Dieter Wiegand. Der Pfarrer im Ruhestand hilft seit mehr als 10 Jahren immer wieder in der Burgkirchengemeinde aus. „Man hat mich damals in einer Notlage gefragt, ich hab zugesagt, und wenn man den kleinen Finger reicht . . . – aber ich mache es ja gerne“, schmunzelt der 78-jährige ehemalige Pfarrer der Christuskirchengemeinde in Dietzenbach. So schnell wird man ein Haaner – das haben auch andere schon so erlebt.

Bei wunderbarem Spätsommerwetter wurde noch bis spät in den lauen Abend gefeiert. Die Bands „Kirchentöne“ und zum Abschluss „Capones“ sorgten für beste Unterhaltung.

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