Inka Meyer

Warum Frauke Petry nach links abgeknickt ist

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Sie versteht es, Kritik humorvoll auszuteilen. Mit ihrem Kabarettprogramm „Der Teufel trägt Parka“ überzeugt Inka Meyer ihr Publikum.

Es war genau die richtige Mischung: eine Klatsche, warnende Worte, dass noch vieles zu tun ist, und letztlich ein entspannter Abend mit viel Humor. Die Frauenbeauftragten Karin Siegmann (Dreieich), Sabine Nadler (Langen) und Heike Eckhardt-Kapp (Egelsbach) haben zum Weltfrauentag eine schöne Kabarettveranstaltung im Sprendlinger Bürgerhaus organisiert.

Sie hatten auch die lustigen Papierklatschen ans ausverkaufte Bürgerhaus verteilt, um den Ungerechtigkeiten in den Gleichstellungsfragen eine „Klatsche“ verpassen zu können. Siegmann und ihre Kolleginnen formulierten die Forderungen nach echter Gleichberechtigung, einer Frauenquote von 50 Prozent in Politik und Wirtschaft und mehr Weiblichkeit in der Sprache. Aber sie offenbarten auch alarmierende Zahlen: „Die Studie des Bundeskriminalamts aus dem Jahr 2016 veröffentlicht die Zahlen von Partnerschaftskriminalität: 65 800 Frauen wurden Opfer von Körperverletzung, 11 400 Frauen von schwerer Körperverletzung und 130 Frauen wurden umgebracht. Das bedeutet: Jeden dritten Tag wird in Deutschland eine Frau ermordet“, erläutert Karin Siegmann die dramatischen Fakten.

Danach wurde es aber doch richtig lustig im Bürgerhaus. Mit Inka Meyer und ihrem Programm „Der Teufel trägt Parka“ hatten die Frauenbeauftragten eine großartige Künstlerin eingeladen. Mit einem hochkomischen Plädoyer gegen den Wahnsinn der Schönheitsindustrie und für eine entspannte Weiblichkeit, traf die Kabarettistin den richtigen Ton für diesen besonderen Abend.

Hin und wieder lästerte die Norddeutsche gegen ihren eigenen, offensichtlich zu klein geratenen Mann und wunderte sich über Menschen, die eine Creme, die boosting und smoothing verspricht: 15,91 investieren, wo die Nivea für 1,48 völlig verschüchtert daneben stehe. Meyer legt auch den Finger in die Wunde und weist auf die „hässliche Fratze der Schönheit hin“, als sie an die Opfer in den großen Fabriken in Produktionsländern wie Bangladesch erinnert, wo immer noch Frauen sterben, nur damit wir günstig Kleidung in Mengen einkaufen können, die wir doch nicht brauchen.

Meyer lederte auch herrlich gegen die AfD, und berichtete von Frauke Petry, die in ihren Highheels nach links abgeknickt ist, obwohl sie doch nach rechts rücken wollte. „Na klar, der Schuh kann nicht sitzen, wenn die Schraube locker ist.“ Zum großen Finale amüsiert sie die Dreieicherinnen mit einem Maildialog ihrer Kindertheatergruppe, in dem die Eltern darum streiten, ob die kleinen Prinzen und Prinzessinnen weiter das Aldi-Obst bekommen oder künftig mit der Biokiste versorgt werden sollen. Zu herrlich, das musste sich Inka Meyer vermutlich noch nicht mal ausdenken.

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