Dreieicher Christdemokraten

CDU will an der Basis überzeugen

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Die Gründung einer städtischen Baugesellschaft war ein bestimmendes Thema der CDU-Mitgliederversammlung. Ferner stellte sich Björn Simon vor, der für die Union bei der Bundestagswahl ins Rennen um das Direktmandat gehen will.

Ein Hauptgrund für die Mitgliederversammlung der Dreieicher CDU war die Wahl von Delegierten, die wiederum die Kandidaten für die Landesliste und die Bewerber für ein Direktmandat zur Bundestagswahl bestimmen. Diese werden für den Kreis und die Stadt Offenbach am Samstag, 19. November, im Sportzentrum Martinsee in Heusenstamm gewählt. Spannend dürfte dort die Kür der Kandidaten für den Wahlkreis 185 werden, der Stadt und Kreis Offenbach umfasst. Denn mit Simon Isser aus Offenbach und Björn Simon aus Obertshausen bewerben sich zwei junge Kandidaten für das Rennen um einen Sitz in Berlin.

Aber CDU-Stadtverbandschef Hartmut Honka nutzte die Gelegenheit auch zu einem Jahresrückblick, in dem er besonders auf den äußerst knappen Ausgang der Kommunalwahl einging. „Am Sonntagabend waren wir mit 0,1 Prozent vorne, am Montag, nachdem kumuliert und panaschiert worden war, jedoch die SPD. Nach einer erneuten Überprüfung lag die CDU letztlich mit 61 Stimmen vorn. Das ist zwar schön, aber noch einmal brauche ich so ein Herzschlagfinale nicht mehr“, sagte Honka.

Er will diese Legislaturperiode nutzen, um mit einer überzeugenden politischen Arbeit an der Basis wieder mehr Wähler für die Union zu gewinnen. „Dass wir nun die AfD im Parlament haben, ist der politischen Großwetterlage zu verdanken, das müssen wir nun fünf Jahre lang aushalten“, sagte Honka.

Für ihn wird das bestimmende Thema in Dreieich zunächst die Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft sein. „Dieses Vorhaben geht aus einem Antrag der CDU hervor und scheint nun Realität zu werden“, betonte der Partei- und Fraktionsvorsitzende. Die Gründung eines solchen Unternehmens sei notwendig, sowohl um der Nachfrage nach bezahlbarem Wohnraum gerecht zu werden als auch um die Unterbringung von Flüchtlingen zu gewährleisten. „Es gibt ausreichend Grundstücke, welche zu bebauen die Stadt aber weder aus finanzieller Sicht noch unter personellen Gesichtspunkten leisten kann“, verdeutlichte Honka.

Er widersprach der FDP, aus deren Sicht die Stadt von der Gründung einer städtischen Wohnungsbaugesellschaft aufgrund mangelnder Kompetenz und Erfahrung besser die Finger lassen sollte (wir berichteten). „Auch bei der Zusammenführung der Bauhöfe wurde uns dies vorgehalten – und es hat doch prima funktioniert“, hob Honka hervor. Es brauche jedoch einen Geschäftsführer aus dem technischen Sektor des Bauwesens, um nicht erneut solche Vorgänge zu erleben, wie jene beim Stadtteilzentrum Nord, wo schon mehrfach der Eröffnungstermin verschoben werden musste.

„Nur mit einer städtischen Baugesellschaft können wir auch aktiv in die Gestaltung des Stadtbildes eingreifen“, nannte der CDU-Stadtverbandschef einen weiteren Gesichtspunkt. Auch dem Vorschlag, den Bau von Wohnungen der Gewobau in Neu-Isenburg zu übertragen, erteilte er eine Absage. „Die würden das sicherlich gerne machen, aber dann fließen auch alle Gewinne dorthin ab“, gab Honka zu bedenken.

Nach der Wahl der Delegierten für die Kreisversammlung stellte sich Björn Simon seinen Dreieicher Parteikollegen vor. Er setzt vor allem auf seine politische Erfahrung, da er bereits seit drei Jahren für Peter Wichtel, den jetzigen CDU-Bundestagsabgeordneten aus dem Wahlkreis 185, in Berlin tätig ist.

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