Burg Hayn

So wird die Burg erlebbar

  • VonNicole Jost
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Auf dem Computer ist die Burg Hayn jetzt so erlebbar, wie sie vor Jahrhunderten aussah. Das Modell hat Frank Wagner geschaffen.

Mit ausgestrecktem Arm hält Frank Wagner sein Smartphone auf den runden Turm der Hainer Burgruine. Auf dem Display erscheint das eindrucksvolle Gebäude komplett, wie es wahrscheinlich einst ausgesehen hat. Der Blick auf das Telefon entführt den Betrachter nach Dreieichenhain im Jahr 1500. Mit der „Zeitreise zur Hayner Burg um 1500“ erfüllte sich Wagner einen langgehegten Wunsch. „Diese Idee spukt mir schon lange im Kopf herum. Wie hat diese wunderschöne Burg wohl in ihrer Blütezeit ausgesehen?“, fragt sich Wagner bei der Präsentation des 3 D-Modells.

Wichtige Quelle

Mit Dreieichenhain kennt sich Wagner aus, und mit Filmtechnik ebenso. Der studierte Bild- und Toningenieur lebt von der Produktion professioneller Trailer. Auftraggeber sind die Spiele-Hersteller und das ZDF. Seit dem Jubiläum für 750 Jahre Stadtrecht in Dreieichenhain, für das er einen Film gedreht hat, produziert er die Trailer für das Burgfest und ist Mitglied des Organisationsteams.

Für seine Arbeit an dem 3D-Modell hat er noch einmal ganz genau nachgeforscht, wie die im elften Jahrhundert begonnene Burg ausgesehen haben könnte. „Meine wichtigste Quelle ist das Modell, das es im Dreieich-Museum schon gibt“, berichtet Frank Wagner. Der fünfeinhalbminütige Film ist überaus spannend. Mit der Kamera fährt der Blick über die alte Zugbrücke in die Burg, und innerhalb der Burgmauern kann der Betrachter das mittelalterliche Leben rund um die Burg, die Kirche und die kleinen Häuser anschauen. Hilfe hatte der Filmemacher dabei von der Freyen Gefolgschaft im Hayn, die als Schauspieler dabei waren.

Wagner erklärt dabei auch wichtige Fakten zu den Gebäuden, so beispielsweise, dass der Bergfried mit 14 Metern einer der größten war, die je gebaut wurden. Im Film, in dem Wagner über die Burg marschiert, erklärt er auch, dass die Burg im Eigentum des Geschichts- und Heimatvereins ist und wie sich die Burg finanziert. Außerdem hat er unter eine animierte 3D-Tour durch die Burg eingestellt. Die dritte Plattform ist die Handy-App, die aber technisch noch nicht komplett umgesetzt ist. „Ich bin auf der Suche nach jemandem, der mich unterstützt und das Projekt mitfinanziert“, so Wagner.

Technische Entwicklung

Er träumt davon, dass sich jeder in Dreieichenhain mit Hilfe seines Handys ins 15. Jahrhundert versetzen kann. „Dieses magische Zeitfenster kann die jüngere Generation neugierig auf die Geschichte machen. So machen wir unsere Burg erlebbar“, so Wagner.

Der Geschichts- und Heimatverein soll auch von den technischen Entwicklungen rund um die Burg profitieren. Wenn die Sanierung abgeschlossen ist, und das Museum Mitte 2016 neu eröffnet, wollen GHV-Vorsitzender Detlef Odenwald und Museumsleiterin Corinna Molitor das 3 D Modell ins Museum integrieren. Der Film wird dort auf jeden Fall zu sehen sein.

Weitere Informationen zu Frank Wagner und seinem Burg-Modell gibt es unter .

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