Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.
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Eine Statue der Justitia hält eine Waage in ihrer Hand.

Prozess

Zeugin will von ihrer Aussage nichts mehr wissen

  • vonWalter Scheele
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Eine 38-Jährige soll von Dreieich aus gefälschte Handys und Zubehör im Wert von insgesamt 60 000 Euro verschoben haben. Vor Gericht streitet sie sämtliche Vorwürfe ab.

Eine 38-jährige Chinesin aus Dreieich soll schwunghaften Handel mit gefälschten Handys zweier bekannter Marken und dem diversen Zubehör getrieben haben. Das wirft ihr jedenfalls die Staatsanwaltschaft Darmstadt vor. Von dem Geschäftslager in Sprendlingen aus sollen mindestens 6000 gefälschte Handys einer verkauft worden sein. Der Wert dieses Postens beträgt laut Anklage fast 60 000 Euro. Doch die Angeklagte wollte gestern vor dem Amtsgericht Langen von diesen illegalen Geschäften nichts wissen.

Die ganzen Vorwürfe gegen sie seien nicht zutreffend, behaupteten die Frau wie ihr chinesischer Rechtsvertreter. Wiederholt musste Amtsgerichtsdirektor Volker Horn Verteidiger wie Angeklagte auffordern, sich in der Gerichtssprache und nicht in ihrem heimatlichen Dialekt zu unterhalten.

Nach Ansicht der Anklage war die 38-Jährige deutscher Kopf einiger Gesellschaften, die von ihrer Familie in China und Deutschland betrieben wurden. Sie importierten aus China billige Plagiate von Handys und Zubehör. Die Blender wurden hier für teures Geld gutgläubigen Kunden untergejubelt. So jedenfalls sehen es Zoll und Staatsanwaltschaft.

Die 38-Jährige ließ wissen, das sei alles nicht wahr. Sie habe mit ihrem in China lebenden Bruder zusammen Waren eingekauft. Dabei habe es sich aber um Originale der bekannten Marken gehandelt. Wenn da falsche Stücke drunter waren, so seien sie ihr untergejubelt worden.

Das fiel Gericht wie Anklage schwer, es zu glauben. Denn schon 2013 seien gefälschte Akkus und Ladegeräte bekannter Markenfirmen vom Zoll in Frankfurt sichergestellt worden. Ein weiterer Teil der gleichen Sendung wurde in der Firma der 38-Jährigen in Sprendlingen entdeckt. Gerade, so die Polizei, als zwei Frauen damit beschäftigt waren, die schwarzen No-Name-Etiketten zu entfernen. Darunter fanden sich die Labels einer Nobelmarke. Ungerührt behauptete die Angeklagte wiederholt, das sei alles nicht wahr.

Eine Zeugin hatte bei der polizeilichen Vernehmung gesagt, die Chefin habe ihr die Anweisung gegeben, die Etiketten abzulösen. Zusammen mit einer Kollegin, die es vorgezogen hatte, nicht vor Gericht zu erscheinen. Als Richter Horn die Zeugin nach dieser Aussage befragte, gab es einen kurzen Wortwechsel zwischen Angeklagter und Zeugin in Chinesisch. Woraufhin die Zeugin von ihrer Aussage abrückte.

Jetzt reichte es Richter Volker Horn endgültig. Er ordnete neue Verhandlungstermine ab Mittwoch, 4. April, an. Mit chinesischen Zeugen und Beamten von Zoll und Polizei.

(sc)

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