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Derzeit wird die Forsthaus-Galerie abgebrochen, hier sollen eine Wohngebäude und Parkplätze für den neuen Rewe-Markt entstehen.

Abbrucharbeiten

Die Forsthaus-Galerie ist in Neu-Isenburg Geschichte

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Die Abbrucharbeiten an der Forsthaus-Galerie sind in vollem Gange. Nebenan entsteht derweil ein neuer Supermarkt mit einer Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern.

Der große Abbruchbagger greift mit seinem langen Arm nach einem weiteren Stahlbogen der Forsthaus-Galerie, zerrt kräftig daran, und nach einem lauten Knacken fehlt wieder eine Rippe der ehemaligen bogenförmigen Überdachung der Passage. Mit mächtigem Gepolter fällt das schwere Metallteil zu Boden, trifft die Glasfront eines ehemaligen Geschäfts, die mit lautem Getöse zersplittert. Ein älterer Passant beobachtet von außerhalb des Bauzauns das Geschehen und meint: „Das ist alles nichts mehr wert, das tut schon ein bisschen weh.“ Sein Blick geht auf die Wertstoff-Container, in denen die ehemaligen Baustoffe landen. „Was einmal ganz toll aufgebaut wurde, ist plötzlich nur noch Schrott.“

Ambitioniert kalkuliert

Die etwas melancholische Stimmung meist älterer Gravenbrucher lässt sich auch kaum dadurch erhellen, dass gleich nebenan der Neubau des Rewe-Markts unübersehbar vorangeht. Nachdem die Baugenehmigung für den Investor und Bauherrn Metin Altuntas auf sich warten ließ – es waren Nachbesserungen aufgrund neuer Vorschriften für die Be- und Entlüftung der Tiefgarage erforderlich – ging es los. Doch außer zwei, drei Fahrzeugen war anfangs nichts zu sehen.

„Wir müssen erst die Statik der Tiefgarage ertüchtigen, dann können wir oben drüber weitermachen“, hatte Bauherr Metin Altuntas mehrfach den ungeduldigen Gravenbruchern versichert. Die Tiefgarage bleibt den Mietern der Wohnungen vorbehalten, die der Investor zusätzlich bauen wird. Kürzlich wurden dann auch auf der Oberfläche erste Verschalungen für die tragenden Säulen der Markthalle aufgestellt.

Der geplante Rewe-Markt mit einer Verkaufsfläche von 1400 Quadratmetern ist für rund 6000 Einwohner kalkuliert. Dazu kommen Flächen für die Andienung und Parkplätze, so dass das Projekt auf insgesamt 2000 Quadratmeter kommt. Mindestens neun Monate Bauzeit sind eingeplant. „Das ist aber schon ambitioniert kalkuliert“, betont Axel Kittler, Expansionsleiter von Rewe, und verweist darauf, dass bis zum Weihnachtsgeschäft 2019 der Betrieb laufen muss.

Vorfreude ist spürbar

Im Abbruch der Forsthaus-Galerie sieht Bürgermeister Herbert Hunkel (parteilos) ein positives Signal: „Wir haben viele Jahre nahezu alles versucht, um dort die Geschäftssituation zu beleben, aber einer nach dem anderen hat aufgegeben.“ Und es hat lange gedauert, bis die jetzige Lösung gefunden wurde. Ortsvorsteher Eddi Fischer (CDU) sieht den Fortgang ebenfalls positiv: „In Gravenbruch freut man sich über die nun auch sichtbaren Baufortschritte beim Rewe-Neubau und hofft, dass die anvisierte Eröffnung im Herbst 2019 eingehalten wird. Die Vorfreude auf ein besseres Nahversorgungsangebot ist allenthalben zu spüren.“ Allerdings verweist er auch auf einen Wermutstropfen: Die Anwohner in den unteren Geschossen der Häuser auf der Rückseite des Rewe-Markts haben nun die Wand des Markts vor ihren Fenstern.

„Eigentlich ist es ja auch gut, dass hier was Neues entsteht. So wie es jetzt viele Jahre war, hat es keinem genutzt“, meint ein älterer Passant. Mit einem Bekannten will er in einem Jahr dort gemeinsam einkaufen: „Dann sind wir ein Jährchen älter und freuen uns, wenn wir uns hier treffen und gemütlich unseren Kaffee trinken können.“ Denn auch einen Bäckerladen soll es im neuen Markt geben.

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