Einwohnerzuwachs

Droht in Gravenbruch bald der Park-Kollaps?

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Der Verkehr war Thema in der jüngsten Sitzung des Ortsbeirats. Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) sicherte eine generelle Überprüfung des Straßenraumkonzeptes zu.

Gravenbruch - Die Siedlung Gravenbruch erlebte ab den 70er Jahren eine Blütezeit, bevor ab den 1990er Jahren ein langsamer, aber stetiger Bewohnerrückgang zu verzeichnen war. Seit ein paar Jahren erlebt Gravenbruch wieder einen Aufschwung, vermehrt finden junge Familien dort ihren Lebensmittelpunkt. So erfreulich diese Entwicklung auch sein mag – sie bringt zuvor nicht gekannte Herausforderungen mit sich. Wie Gab es früher nur ein Auto in der Familie, sind es heute oft mindestens zwei; wenn die Kinder groß sind, gar noch mehr. etwa einen Parkplatz zu finden – das wird immer mehr zum Problem.

Der Verkehr – insbesondere die Parkproblematik – war ein großes Thema der jüngsten Ortsbeiratssitzung. Im Vorfeld wurden von verschiedenen Parteien unterschiedliche Anträge für mögliche Lösungen der Verkehrssituation im Stadtteil, auch für das Umfeld des Dreiherrnsteinplatzes, eingebracht. So forderte die CDU-Fraktion eine Einbahnstraßenregelung rund um den zentralen Platz, die SPD forderte dezidiert „gestalterische Maßnahmen“, um das Problem Elterntaxis an der Ludwig-Uhland-Schule in den Griff zu bekommen.

„Unabhängig von der Erstellung des neuen Verkehrskonzepts für Gravenbruch ist es unserer Ansicht nach notwendig, den Verkehrsfluss am Dreiherrnsteinplatz (Nordseite) durch eine Einbahnstraßenregelung zu steuern“, lautete der von Dirk Papenbrok für die CDU vorgetragene Antrag. Diese solle von der Einmündung an der katholischen Kirche bis zum Jugendzentrum mit Fahrtrichtung gegen den Uhrzeigersinn eingerichtet werden. Diesem Ansinnen widersprach die Verkehrsexpertin Katalin Saary, die die Stadt mit der Erstellung des Verkehrskonzepts für Gravenbruch beauftragt hat. „Eine Einbahnstraßenregelung ist wie ein Drive-In, denn es verleitet nachweislich zu höheren Geschwindigkeiten. Zudem lässt die Aufmerksamkeit der Autofahrer nach, da sie ja keinen Gegenverkehr erwarten können“, machte Saary deutlich.

Ortsvorsteher Edgar Fischer berichtete von mehreren Situationen, bei denen Kinder, die vor dem Jugendzentrum aus dem Auto gelassen wurden, um zum Sport zu gehen, beinahe von Fahrzeugen erfasst worden seien. „Das kann so nicht bleiben, wenn das erste Kind umgefahren wurde, ist es zu spät“, so Fischer. Hierzu sagte diese Situationen allein von unvernünftigen Eltern geschaffen würden. „Dort ist ohnehin kein Befahren und Halten erlaubt, zudem lässt man Kinder niemals auf der Straßenseite aussteigen“, so die Verkehrsexpertin.

Peter Burkard (CDU) brachte auch eine zeitweise Sperrung des Bereichs vor der Schule ins Gespräch. Hier verwies Cornelia Marburger, Leiterin des städtischen Fachbereichs Sicherheit und Ordnung, darauf, dass die beiden Kindergärten jedoch mit Fahrzeugen erreichbar sein müssen. Nach vielen Diskussionen zog Papenbrok den Antrag mit Verweis auf den noch nicht abgeschlossenen Verkehrsentwicklungsplan zurück. In diesem soll dann auch eine endgültige Lösung für den Verkehr um den Dreiherrnsteinplatz erarbeitet werden. Diesem stimmte auch Irene Linke (SPD) zu. Zur Parkplatzsituation hatte die CDU-Fraktion ebenfalls einen Antrag eingebracht. Darin wird eine Beschilderung „Anlieger frei“ für alle Seitenstraßen sowie ein Zusatzschild „Nur PKW – außer werktags von 8 bis 18 Uhr“ gefordert. Ein Dorn im Auge vieler Gravenbrucher sind die größeren Fahrzeuge wie Sprinter, die zudem viel Stellfläche blockieren. Hierzu verwies Marburger darauf, dass Anlieger, die einen Sprinter fahren, dennoch parken dürften. „Nur Fahrzeuge ab 2,8 Tonnen, die mit einer Ladefläche ausgestattet sind, könnten dadurch ausgeschlossen werden“, so Marburger. Papenbrok schlug eine Bestandsaufnahme von parkenden „Großfahrzeugen“ und deren Anlieger-Berechtigung vor.

„Ich schlage mir gerne mal ein oder zwei Nächte um die Ohren, gehe die Straßen ab und notiere, was da so alles herumsteht“, so Papenbrok. Zur von vielen Gravenbruchern monierten Thematik „Zu wenig Kontrolle durch die Ordnungsbehörde“ sagte Marburger: „Wir kontrollieren jeden Tag, aber wir können nicht überall gleichzeitig sein.“ Erster Stadtrat Stefan Schmitt (CDU) sicherte eine generelle Überprüfung des Straßenraumkonzeptes zu.

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