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Gegen Goldhändler PIM Gold aus Heusenstamm wird wegen gewerbsmäßigem Betrugs ermittelt. (Symboldbild)

Insolvenzverwalter bestellt

Schneeballsystem? Goldhändler aus Heusenstamm soll Kunden betrogen haben - 10.000 Anleger betroffen

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Einem Goldhändler aus Heusenstamm wird gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Mindestens 10.000 Anleger sollen betroffen sein. Die Staatsanwaltschaft ermittelt. 

Heusenstamm - Dem Goldhändler PIM Gold aus Heusenstamm wird von der Staatsanwaltschaft Darmstadt gewerbsmäßiger Betrug vorgeworfen. Verdächtigt werden neben dem Unternehmenschef, vier weitere Verdächtige, darunter auch der Vertriebschef. Anfang September kam es in dem Geschäft Heusenstamm zu Durchsuchungen in Geschäftsräumen, Beschlagnahmung von Gold sowie einer Festnahme. 

Weitere Details wollte die Staatsanwaltschaft Darmstadt zunächst nicht bekannt geben. Wie das "Handelsblatt" jedoch wissen will, sollen bei der Razzia in Heusenstamm nur etwas über 200 Kilogramm Gold sichergestellt worden sein. "Demgegenüber standen Lieferverpflichtungen von 3,38 Tonnen Gold", heißt es in dem Bericht. Die Mitarbeiter des Goldhändlers haben also Gold verkauft, dass gar nicht existierte. 

Heusenstamm: Goldhändler PIM Gold  betrügt Kunden - Mehr als 10.000 Anleger betroffen

Mit dem Kapital der Neukunden seien Auszahlungen an Altanleger erfüllt worden sein. Der Verdacht eines sogenannten Schneeballsystems steht im Raum. Auf der Homepage von PIM Gold werden Kunden darüber informiert, dass über die Vermögen beider Gesellschaften Arrest angeordnet worden sei. Viele Kunden des Goldhändlers aus Heusenstamm bangen nun um ihr Gold. 

Vom mutmaßlichen Betrug könnten nach Angaben des vorläufigen Insolvenzverwalters mindestens 10.000 Anleger betroffen sein. Darunter befänden sich vermutlich hauptsächlich Kleinanleger, erklärte der Rechtsanwalt Renald Metoja.

Heusenstamm: PIM Gold wird Betrug vorgeworfen - Insolvenzverwalter bestellt

Das Amtsgericht Offenbach bestätigte am Mittwoch, dass der Jurist zum vorläufigen Insolvenzverwalter bestellt sei. Nach Ermittlungen wegen Betrugs hatten PIM Gold in Heusenstamm und seine Vertriebsgesellschaft, Premium Gold Deutschland (PGD), in Offenbach Insolvenzantrag gestellt.

Bei der Durchsuchung von PIM Gold im September hatten die Ermittler bei der PIM Gold GmbH in Heusenstamm Unterlagen und Gold sichergestellt. Ein Hinweisgeber habe die Behörden auf die Spur des möglichen Goldbetrugs gebracht.

Bei einem anderen Betrugsfall in Heusenstamm soll ein Mann mehr als eine Million Euro an Umsatzsteuer hinterzogen haben. Die Staatsanwaltschaft wirft einem 52-Jährigen vor, gemeinsam mit seinem Sohn im größeren Stil betrogen zu haben.

dpa/svw

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