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Nächte werden tropischer

Stadt bereitet sich vor

Klimakrise: Herrschen in Heusenstamm bald Temperaturen wie in Mailand?

Tropische Nächte und viele heiße Tage im Sommer, regelmäßig starke Niederschläge mit großen Wassermengen und ein Klima, das mit jenem vergleichbar ist, das heutzutage in Mailand herrscht.

Heusenstamm - Saskia Buchholz von der Abteilung Klima- und Umweltberatung des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach, was die Heusenstammer erwartet, wenn sich das Klima weiter verändert. Mit den Folgen dieser Veränderungen haben sich jetzt erstmals Bürger befasst, die einer Einladung der Stadt zum Klimaforum gefolgt waren.

Als eine von sehr wenigen Kommunen bundesweit erhält die Schlossstadt 30 000 Euro vom Bund, um ein Konzept zu erstellen, wie sich Bürger und Infrastruktur auf die Veränderungen einstellen können, die durch steigende Temperaturen entstehen, berichtet Bürgermeister Halil Öztas zur Begrüßung. Etwa 60 Interessierte haben den Weg in den Saal für Vereine gefunden.

Weit über der natürlichen Erwärmung

Abhängig seien alle Entwicklungen freilich von den Mengen an CO2, die in den kommenden Jahren ausgestoßen werden. Sollte es gelingen, das Pariser Klimaschutzabkommen einzuhalten, bliebe die Erwärmung bis zum Jahr 2100 vermutlich unter zwei Grad Celsius, erläutert Buchholz. Schlimmstenfalls könne sich das Klima bei ungebremstem CO2-Ausstoß um 4,7 Grad Celsius erhöhen. Die natürliche Erwärmung liege bei einem Grad Celsius in 1000 Jahren. Inzwischen liege man aber bei einem Grad Celsius in hundert Jahren.

Über Klimaveränderungen spricht Dr. Saskia Buchholz von der Abteilung Klima- und Umweltberatung des Deutschen Wetterdienstes in Offenbach.

In Arbeitsgruppen befassen sich die Bürger dann mit den Möglichkeiten, mit den Folgen dieser Veränderungen umzugehen. Begrünung und Wasser, Landschaft sowie Gesundheit und Lebensalltag lauten die Überschriften für die AGs. Rege wird diskutiert und gesammelt.

Welche Baumarten können Hitze und Trockenheit besser ertragen? Wie kann man den Wald nach und nach „umbauen“? Und wo legt man Spiel- und Erholungsflächen an? Mit solchen Fragen müsse man sich befassen, waren sich die Teilnehmer der Arbeitsgruppe Landschaft einig.

Wie kann man dafür sorgen, dass Spielplätze besser beschattet werden? Und sollte man nicht vielleicht künftig helleren Asphalt nutzen?

Organisation einer Umweltwoche: Information und Innovation

Überhaupt war der Schatten, als Schutz vor Hitze, für viele Teilnehmer ein wichtiges Thema, wenn es tatsächlich so viel mehr heiße Tage im Sommer geben könnte. Eine Umweltwoche könne man organisieren, um die Menschen zu informieren. Und auch über Fahrverbote sollte man nachdenken.

„Das alles wird nicht die Welt retten“, sagt Öztas am Ende, „aber wenn wir nicht selbst anfangen, können wir andere nicht überzeugen, mitzumachen“.

Eine Dokumentation des Abends soll im Internet auf heusenstamm.de veröffentlicht werden. Das nächste Treffen ist am Donnerstag, 12. September, von 19 bis 21 Uhr im Schlossrathaus.

VON CLAUDIA BECHTHOLD

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