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Der Ehrenbürger und ESA-Astronaut Thomas Reiter lässt es sich nicht nehmen, die nach ihm benannte Straße im Neubaugebiet Birkengewann selbst einzuweihen.

Rückblick

Das waren 2018 die beherrschenden Themen in Neu-Isenburg

Das Birkengewann, das Förderprogramm „Vom Alten Ort zur Neuen Welt" das Stadtquartier Süd sowie die mögliche Verlängerung der Regionaltangente West - die Stadtentwicklung ist das beherrschende Thema des Jahres. Und da wird ein großes Rad gedreht.

Manches ist bereits in der Entstehung, manches ist Zukunftsmusik, manches ist umstritten. Im Osten der Stadt wachsen die Häuser aus dem Boden. Zwei Jahre nach der Erschließung nimmt das Neubaugebiet Birkengewann konkrete Formen an. Im Mai werden im Beisein von Thomas Reiter die neuen Straßen nach bedeutenden Neu-Isenburgern benannt. Im August wird Richtfest für die „Isenburger Gärten“ gefeiert.

Die 57 Reihenhäuser sind ein Kooperationsprojekt der GWH und der städtischen Gewobau. Im Oktober können Gewobau-Geschäftsführer Stephan Burbach und sein Team potenzielle Mieter durch erste Musterwohnungen in den Straßen Am Trieb und der Wilhelm-Leichum-Straße führen. Bürgermeister Herbert Hunkel begrüßt Ende des Jahres erste Bewohner. Ganz ohne Ärger geht das Projekt aber nicht über die Bühne: 18 rumänische Arbeiter, die für einen Subunternehmer an den „Isenburger Gärten“ arbeiten, sehen sich im Juni um ihren Lohn geprellt. Mithilfe der IG Bau gehen sie an die Öffentlichkeit.

Stärkere Kontrollen

Der Einsatz hat Erfolg. Im Juli wird eine Vereinbarung unterzeichnet, nach der die Arbeiter ihr Geld bekommen. Einige haben neue Arbeit gefunden, andere sind in ihre Heimat zurückgekehrt. Ein anderer Rohbauer setzt die Arbeiten an den „Isenburger Gärten“ fort. Die Verantwortlichen versprechen, die Baustellen stärker zu kontrollieren.

Konturen, wenngleich erst auf dem Papier, nimmt der ehrgeizige Stadtumbau unter dem Motto „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ an, für den die Stadt mit üppigen Fördermitteln des Landes rechnen darf. In einem umfangreichen Beteiligungsprozess der Bevölkerung entsteht das Integrierte Stadtentwicklungskonzept (ISK), das im März 2019 von den Stadtverordneten verabschiedet werden soll.

Unter den Stichworten „Verkehr und Mobilität“, „Städtebau und Wohnen“, „Soziale Infrastruktur“, „Lokale Ökonomien, Gastronomie und Einzelhandel“ sowie „Klimaschutz und Klimaanpassung“ werden zahlreiche Ideen zusammengefasst.

Lebendige Viertel geplant

Weiter geht es auch mit dem Stadtquartier Süd. Ende Oktober liegt der Vorentwurf zum Bebauungsplan vor. Ziel ist ein lebendiges Viertel zum Wohnen und Arbeiten für 1700 Bewohner sowie 1900 Arbeitsplätze. Die Kita soll im historischen Gebäude der Branntweinmonopolverwaltung untergebracht werden. Enttäuscht zeigen sich SPD und Linke, dass in den neuen Stadtvierteln kein Platz für Sozialwohnungen ist.

Der Bürgermeister verweist auf die hohen Kosten. Zudem würden durch den Umzug in die neue Viertel preiswerte Wohnungen an anderen Stellen in Neu-Isenburg frei. Eine wachsende Stadt muss aber für auch die Voraussetzungen sorgen, nicht im Verkehr zu ersticken. Abhilfe könnte da die Regionaltangente West schaffen – mit der angedachten Verlängerung bis ins Birkengewann.

Doch dagegen formiert sich Widerstand. Eine Bürgerinitiative sieht den Aufwand in keinem Verhältnis zum Nutzen. Der Autoverkehr auf der Friedhofstraße werde erheblich beeinträchtigt, zudem müssten viele Bäume fallen. Während die meisten Fraktionen in der Stadtverordnetenversammlung in der Regionaltangente West große Vorteile sehen, reiht sich die FDP in den Chor der Kritiker ein. Die Planer werden 2019 die Ergebnisse ihrer Untersuchungen zu einer Verlängerung vorstellen.

von Holger Klemm

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