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Vor allem mit der Frankfurter Straße hat sich die Koalition in ihrem Papier beschäftigt. 

Neu-Isenburg

Koalition will „keine insularen Lösungen“ in Neu-Isenburg

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57 Einzelmaßnahmen sind für den Stadtumbau von Neu-Isenburg formuliert worden. Die Regierungsparteien haben deshalb ein Papier erarbeitet, das Leitplanke sein soll.

Neu-Isenburg soll schöner werden. Der Stadtumbau ist neben der Anbindung an die Regionaltangente West (RTW) eines der großen Themen, das die Bürger und die kommunale Politik aktuell bewegt. In Arbeitsgruppen wurden bisher 57 Projekte definiert, um die Stadt attraktiver zu machen. „Keine atomisierten Einzelmaßnahmen, keine insularen Lösungen“ fordert nun die Regierungskoalition aus CDU, Grünen und der FWG – und nennt ihre Vorstellungen für den Stadtumbau in einem Koalitionspapier.

„Man muss eine Idee haben, wo man hinmöchte“, sagt Frank Wöllstein (FWG). Ein Leitbild, ein ganzheitliches Konzept sei für den Stadtumbau vonnöten. Das Papier formuliert deshalb Ziele für die Handlungsfelder Verkehr, Einzelhandel, Gastronomie, Fassaden, Finanzierung, Digitalisierung und grüne Infrastruktur.

Stadtumbau

Ende 2017 wurde Neu-Isenburg in das Städtebauförderprogramm „Stadtumbau in Hessen“ aufgenommen.

Das Förderprogramm ist auf zehn Jahre ausgelegt; der Zuschuss beträgt 52,88 Prozent.

Unter dem Titel „Vom Alten Ort zur Neuen Welt“ sind aktuell 57 Einzelmaßnahmen geplant.

Das Fördergebiet erstreckt sich vom Alten Ort über die Fußgängerzone Bahnhofstraße und Frankfurter Straße bis hin zum Stadtquartier Süd.

Die Gesamtinvestition wird auf mehr als 25 Millionen Euro geschätzt.

Vor allem um die Frankfurter Straße, die innerstädtische Hauptdurchgangsachse von Nord nach Süd, hat sich die Koalition Gedanken gemacht. Sie möchte dort viel weniger Durchgangsverkehr, ohne die Autos auf andere innerörtliche Straßen zu verdrängen. Gelingen soll das durch die Verlängerung der Straßenbahnschienen, den Einsatz von E-Bussen, Verbesserungen für den Radverkehr sowie mehr Parkplätze an der Straßenbahnendhaltestelle. Das Koalitionspapier wird hier schon konkret: Auf der Fläche des ehemaligen Betriebshofs der Stadt Frankfurt südlich der Isenburger Schneise könnte man zusätzlichen Parkraum schaffen.

In der Frankfurter Straße sollen die Bürgersteige großzügiger dimensioniert werden, damit ausreichend Platz ist für attraktive Außengastronomie. Die Straße sollte auch klar strukturiert werden, um dem Bürger transparenter zu machen, welche Möglichkeiten es in der Stadt gibt. Heißt: Auf eine Mobilitätsstation im Süden folgt das Bildungs- und Einkaufszentrum mit Hugenottenhalle, Stadtbibliothek und Isenburg-Zentrum, daran schließt sich „kleinteilige, qualitätsvolle, aufenthaltsstiftende“ Einzelhandelsvielfalt und Gastronomie bis hin zur Friedensallee an, und dann im Norden an der Straßenbahnendhaltestelle wieder eine Mobilitätsstation. Parameter wie Fassadengestaltung, Bebauungsdichten oder Geschosshöhen sollten für die einzelnen Abschnitte der Frankfurter Straße spezifisch festgelegt werden. Die Stadt könne dieses „einheitliche Gesicht“ zwar nicht erzwingen, aber durch Anreizprogramme wie einen Fassadenwettbewerb steuern, so Nick Timm (Grüne).

Die drei Regierungsparteien sprechen sich für eine vertiefende Studie aus, die auf Basis von wahrscheinlichen Zukunftsszenarien abschätzen soll, welche Einzelhandelssortimente und -größen erfolgreich sein könnten. Außerdem plädieren sie für eine gemeinsame Online-Plattform für den örtlichen Einzelhandel. „Also nicht zehn Anmeldungen in zehn Apps, sondern eine Isenburg-App oder -Card zum Einkaufen“, erklärt Oliver Hatzfeld (CDU). von Annette Schlegl

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