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Hoffnung für Jonathan. Der junge Mann aus Langen hat so viele Spenden bekommen, dass er sich die teure Krebstherapie leisten kann.

Spendensammlung

Nach Schockdiagnose Krebs: Große Hilfsbereitschaft für Jonathan aus Langen

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Jonathan Baranowski aus Langen hat eine extrem seltene, aggressive Art von Krebs. Nach einer Not-OP sammelt er Spenden für eine spezielle Behandlung, die sein Leben retten soll. 

  • Junger Mann (22) aus Langen hat eine seltene und aggressive Art von Krebs
  • Sein Leben steht wegen der Krankheit auf dem Spiel 
  • Nach einer Not-OP braucht er eine Spezial-Therapie, die 10000 Euro kostet

Update vom Sonntag, 05.01.2020, 13.11 Uhr: Jubel in Langen. Jonathan und seine Familie haben es geschafft. Der Spendenaufruf des 22-Jährigen über die Webseite gofundme war ein voller Erfolg. Er hat das Ziel von 10.000 Euro stand heute bereits überschritten. 217 Spender haben insgesamt 11.440 Euro gespendet. 

Jetzt kann sich der junge Mann aus Langen die besondere Krebsbehandlung leisten. Ein Arzt an der Uniklinik in Frankfurt arbeitet  mit Thermoablation. Diese Behandlungsmethode beinhaltet unter anderem hitzegesteuerte Lasertherapie, die den aggressiven Krebs in Lunge und Milz besonders zielgerichtet angreifen kann.

Jonathan aus Langen leidet an einem extrem seltenen und aggressiven Krebs

Erstmeldung vom Samstag, 04.01.2020, 3.00 Uhr: Langen – Jonatahn Baranowski aus Langen hat eine extrem seltene und aggressive Art von Krebs: Der 22-Jährige hat ein Nebennierenrindenkarzinom. Seitdem der junge Mann die niederschmetternde Diagnose erhalten hat, versucht er, mit verschiedenen Mitteln kostbare Lebenszeit zu gewinnen. Eine spezielle Therapieform gibt ihm neue Hoffnung, doch die ist teuer. Deshalb hat die Familie eine Spendensammlung für ihn gestartet.

Der Krebs wurde im Juli 2018 bei dem jungen Mann diagnostiziert. „Für mich war das damals ein Schock, die Diagnose hat mein Leben auf den Kopf gestellt“, sagt Baranowski. Er ist in Langen aufgewachsen. Der ehemalige Adolf-Reichwein-Schüler hat in Dreieich seine Fachhochschulreife erlangt und nach einem Freiwilligen Sozialen Jahr eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann begonnen. Noch im ersten Lehrjahr muss er diese wegen seiner Krankheit abbrechen. Die Situation ist ernst: Zwei Wochen nach der Diagnose wird Baranowski operiert. Ihm wird die rechte Nebenniere, ein Teil seiner Leber und der unteren Hohlvene entfernt, da der Tumor schon sehr groß ist und auf angrenzendes Gewebe übergreift. Die Operation verläuft gut, die Chirurgen sind zufrieden.

Langen: Neue Therapie gegen Krebs kostete viel Geld

Anschließend muss Baranowski ein Medikament nehmen – das einzige hierzulande zugelassene für die wenig erforschte Krankheit. Er und seine Familie sind hoffnungsvoll, dass er sich erholt. Doch kurz darauf gibt es schlechte Nachrichten: Die Ärzte stellen Metastasen in seinen beiden Lungenflügeln fest. 

Sie liegen schlecht, sind nicht alle wegzuoperieren. „Ich war am Boden zerstört, es war für mich schlimmer als die Erstdiagnose“, rekapituliert der junge Mann. Kurz darauf wird er an der Lunge operiert, doch es gibt Komplikationen. Noch am selben Tag muss er sich einer Not-OP unterziehen.

Langen: Junger Krebspatient lehnt Chemo ab

Danach raten die Ärzte Baranowski zu intravenöser Chemotherapie, zusätzlich zu den Tabletten. Doch er lehnt ab, die Erfolgsaussichten sind ihm zu schlecht. „Die Chemo wäre mein Todesurteil“, glaubt er. Die Ansprechrate der Therapie ist sehr gering, findet er heraus, die Heilungschance liege gerade mal bei einem Prozent, die erwartete Lebenszeit bei zwölf bis 24 Monaten. „Vielleicht wäre es auch mehr Lebenszeit, aber weniger Qualität!“ Doch aufgeben will Baranowski nicht. Er sucht nach anderen Therapien, beschäftigt sich mit Naturheilkunde.

Momentan erhält er Vitamin-Infusionen von einem Heilpraktiker, die helfen sollen, das Immunsystem aufzubauen, außerdem eine Stromtherapie und er nimmt ein Malaria-Medikament, das nach neuen Erkenntnissen auch Krebszellen abtötet. Dann findet seine Mutter einen Arzt an der Uniklinik Frankfurt, der mit Thermoablation arbeitet. Dabei werden die Metastasen mit einer lokalen Chemo im Bauchraum gespült. 

Langen: Junger Krebspatient sammelt Spenden

So soll das Gewebe absterben, zudem wird ein hitzegesteuerter Laser an Jonathans Lunge und Milz – in der sich eine neue, vier Zentimeter große Metastase gebildet hat – eingesetzt. „Der Tumor wird so aggressiv und zielgerichtet angegriffen“, erklärt Baranowski. Doch die Therapie kostet rund 10  000 Euro und wird nicht von der Krankenkasse bezahlt. Die bisherige Behandlung bringt die Familie schon an die finanziellen Grenzen – deshalb hat seine Mutter die Online-Spendensammlung gestartet.

Innerhalb weniger Tage gingen schon viele Spenden ein, sodass das Ziel in Reichweite ist. Anfangs hat sich Baranowski mit dem Aufruf unwohl gefühlt. „Man streckt die Hand aus und hofft, dass Menschen einem helfen. Das ist schon unangenehm, aber ich erhalte auch viele aufmunternde Worte und viel Beistand.“ Alte Schulkameraden und Bekannte haben ihm geschrieben, aber auch völlig Fremde wünschen ihm viel Kraft. 

Kommende Woche hat Jonathan einen Termin mit seiner Onkologin, um die Behandlung zu besprechen. „Mir geht es darum, erst mal mehr Lebenszeit zu gewinnen, Zeit mit meiner Familie – und das soll nicht am Finanziellen scheitern“, sagt er.

Spenden sind über die Seite gofundme.com/f/im-kampf-gegen-den-krebs möglich oder über die Bezahlplattform Paypal

Von Julia Radgen

Im Fall des kleinen Elliot aus Langen ist die Spendenbereitschaft groß. Das Kind (5) ist an Krebs erkrankt. Die Behandlung ist ein Wettlauf gegen die Zeit. Die Familie ist auf Spenden angewiesen, wie op-online.de berichtet.* 

*op-online.de ist Teil des bundesweiten Ippen-Digital-Redaktionsnetzwerks

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