Symbolisch aufgeschlossen

Das Alte Rathaus in Langen öffnet bald wieder

  • vonNicole Jost
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Aufgrund klammer Kassen musste das Alte Rathaus 2012 geschlossen werden. Am Samstag, 24. März, wird das Museum wieder symbolisch aufgeschlossen.

Die Langener werden hoch erfreut sein: Nach fast sechs Jahren Dornröschenschlaf öffnet das Alte Rathaus am Wilhelm-Leuschner-Platz wieder regelmäßig die Pforten für die Öffentlichkeit. Die Ebbe in der Stadtkasse hatte die Stadtverordneten im Jahr 2012 dazu gezwungen, im Zuge der Haushaltskonsolidierung das als Museum genutzte Haus weitgehend zu schließen. Nur zu rund 60 bis 70 Trauungen im Jahr und zu gelegentlichen Führungen der Volkshochschule (VHS) war das schmucke Haus geöffnet.

Die Haushaltslage ist nicht sehr viel besser, aber die Stadt Langen hat mit dem Verkehrs- und Verschönerungsverein (VVV) einen Partner gefunden, der mit Hilfe des Ehrenamts wieder Leben in die „Bude“ bringen möchte. „Das Museum ist leer und ungenutzt – aber es entstehen zur Bauunterhaltung des Hauses ja trotzdem immense Kosten“, sagt Uwe Sandvoß, der zuständige städtische Fachdienstleiter im Rathaus.

Historisches Programm

Unter der Leitung des ehrenamtlichen Stadtarchivars Heribert Gött wurde ein Arbeitskreis von zehn Ehrenamtlichen gegründet. Sie wollen gemeinsam das Museum wieder einmal im Monat samstags von 14 bis 16 Uhr zugänglich machen. Die Öffnungszeiten sind an den Altstadtmarkt angepasst, der an den Samstagen viel Publikum anzieht – dann sind die Leute schon in der Altstadt und bummeln nach dem Einkauf vielleicht auch durch das Museum.

Neben dem Arbeitskreis ist auch die VVV-Geschäftsstelle ins Alte Rathaus eingezogen. Das Büro des 900 Mitglieder zählenden Vereins hat einmal in der Woche dienstags zwischen 16 und 18 Uhr geöffnet. „Das ist dann keine Besichtigungszeit, aber es wird immer jemand vom Verein anwesend sein. Und wenn einer mal einen Blick in einen der Museumsräume werfen möchte, ist das bestimmt auch möglich“, ist Sandvoß überzeugt.

Zum Start am Samstag, 24. März, hat sich der Heimatkundige Reinhold Werner ein historisches Programm rund um Langen entwickelt. Gemeinsam mit dem ehemaligen Kulturamtsleiter Gerd Grein hat er alte Postkarten und Bilder von Langen zusammengetragen. Sie werden verdeutlichen, wie sehr sich Langen in jüngster Zeit gewandelt hat. Andere Aufnahmen skizzieren das frühere Alltagsleben auf Schloss Wolfsgarten.

Rundgang durchs Haus

Der Bildvortrag im großen Saal mit dem Titel „Langen schwarz-weiß“ beginnt nach einem Rundgang durchs Haus und wird etwa eine halbe Stunde dauern. Gereicht werden Ebbelwoi und Brezeln. Grein, nicht zuletzt durch seine Nachtwächter-Führungen in Langen populär, war es auch, der das Stadtmuseum Anfang der 1980er Jahre mit Professor Frank Oppermann, der mit der Ortsgeschichte vertraut ist, konzipierte und einrichtete.

Im Laufe der Zeit kamen weitere Exponate hinzu. Zu den beliebtesten Stationen zählen ein Stadtmodell von 1750, die Ebbelwoistubb, der Tante-Emma-Laden von Heinz Seipp, das Tafelservice aus dem früheren Hotel „Deutsches Haus“ und ein ehemaliges Bürgermeisterzimmer. Weitere Schwerpunkte bilden die Geschichte von Schloss Wolfsgarten ab oder beziehen sich auf die Wilhelminische Kaiserzeit, die Weimarer Republik und den Nationalsozialismus.

Dargestellt ist zudem der Weg, den Langen während der ersten Jahrzehnte nach dem Zweiten Weltkrieg gegangen ist. Insgesamt bietet das Museum in dem klassizistischen Gebäude anhand von Zeugnissen aus der Zeit der ersten Bauern über das Mittelalter bis zur Neuzeit einen Überblick, wie sich das einstige „Langungon“ in Richtung des modernen Langen entwickelt hat.

„Wir sind auf einem guten Weg, dass der Schmerz bald nicht mehr so groß ist, wenn wir an dem geschlossenen Museum vorbeifahren“, freut sich Uwe Sandvoß schon auf viele, abwechslungsreiche Veranstaltungen.

Weitere Informationen zum Museum gibt es in der Geschäftsstelle der VHS im Kulturhaus Altes Amtsgericht unter der Telefonnummer (0 61 03) 91 04 60 oder per E-Mail unter vhs@langen.de.

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