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Bis aufs Skelett erneuert

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Von: Nicole Jost

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Nächstes Jahr soll es fertig sein, das Großprojekt in der Feldbergstraße. Die Mieter können es kaum erwarten: Das 14-geschossige Gebäude mit den 105 Wohneinheiten wird grunderneuert.

Keine Frage: Ein paar Unannehmlichkeiten werden auf die Mieter in dem 14-geschossigen Hochhaus in der Feldbergstraße 35 schon zukommen. Aber es wird sich lohnen: die Baugenossenschaft Langen hat gerade damit begonnen, ihre größte eigene Liegenschaft umfassend zu sanieren.

Eigentlich bleibt nichts stehen außer der Fassade. „Wir sanieren grundlegend. Während die alte Einstrangheizung noch läuft und für Wärme sorgt, haben wir die neuen Heizungen schon eingebaut“, erklärt Wolf Bodo Friers, Geschäftsführer der Baugenossenschaft.

Fertigstellung bis 2017

Die Fenster, die Türen, die Bäder, sämtliche Leitungen – alles wird erneuert. Bis Ende 2017 soll das Haus mit den 105 Wohnungen inklusive Fassade komplett fertiggestellt sein. Rund zehn Millionen Euro lässt sich die Baugenossenschaft diesen Aufwand kosten.

Die oberste Etage wurde bewusst nicht mehrt vermietet, so konnten die Handwerker schon beginnen. Dann wird Wohnung für Wohnung bearbeitet. Für jeweils drei Wochen müssen die Mieter in ein Ausweichquartier innerhalb des Hauses, weil Küche und Bad nicht nutzbar sind.

„In anderen Häusern ist das relativ reibungslos gelungen und die Zufriedenheit nach der Sanierung ist enorm gestiegen“, berichtet Wolf-Bodo Frier von den gemachten Erfahrungen bei den bereits sanierten Baugenossenschafts-Liegenschaften an der Südlichen Ringstraße.

Finanziell sei die Sanierung nicht unbedingt lukrativ: „Wir werden hier auch nach dem Ende aller Arbeiten keine marktüblichen Mieten bekommen. Unser Thema ist nun mal das preiswerte Wohnen – Luxuswohnungen gibt es in Langen bei den Neubauten ja schon genug“, sagte Friers.

Durch die Erneuerung der Gebäudefassade und der technische Gebäudeausstattung und der Verbesserung des Brandschutzes ist das Ziel eine deutliche Senkung des Primärenergiebedarfs und die Anerkennung des Wohnhauses als KfW-Energieeffizienzhaus 75.

Derzeit werden etwa 600 alte PVC-Fenster gegen moderne und Energie sparende Kunststofffenster ausgetauscht. Dabei beweisen die Baugenossenschaft und das ausführende Fensterbauunternehmen Löwe Fenster Löffler GmbH Umweltbewusstsein: Die Altfenster werden nämlich nach dem Ausbau in einer Recyclinganlage in Thüringen werkstofflich recycelt, anstatt in die Müllverbrennung zu wandern.

Aus dem PVC-Recyclat werden später wieder Recycling-Fensterprofile in gleicher technischer Qualität angefertigt und woanders erneut eingebaut. An einem kleinen Modell demonstrierte Michael Vetter, Geschäftsführer von Rewindo Fenster-Recycling-Service, an einem kleinen Modell, wie das Recycling funktioniert.

Die jetzt in der Feldbergstraße ausgebauten Fensterrahmen werden von Glas und Dichtungsstoffen getrennt. Der Kunststoffrahmen wird geschreddert und weiter gesäubert damit er schließlich mit Druck und Hitze zu einem Granulat verarbeitet werden kann, was später wieder zu Kunststoffrahmen weiterverarbeitet wird.

Die Ressourcen schonen

Das spart zum einen ein bisschen die Kosten, aber vor allem spart es wertvolle Ressourcen, wenn wir das Material nicht komplett wieder neu herstellen müssen sondern erneut verwenden können“, betont Michael Vetter. „Die Altfenster aus Langen haben ihr Leben also nicht etwa bereits hinter-, sondern noch ein langes Leben vor sich“, erläutert der Rewindo-Geschäftsführer.

„Durch die Recyclingfähigkeit von PVC könnten die Fenster sogar noch Jahrhunderte weiter ihren Dienst tun. Denn wissenschaftliche Versuche ergaben, dass Kunststofffenster, deren Lebensdauer wenigstens 30-40 Jahre beträgt, ohne Qualitätsverlust mindestens siebenmal recycelt und wiederverwertet werden können.“

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