Bonus beim Grundstückskauf

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Nun ist es beschlossen: Im Belzborn gibt es einen Familienbonus beim Kauf von fünf Grundstücken.

Mit den Stimmen von SPD und Grünen hat das Stadtparlament einen Familienbonus beim Verkauf städtischer Grundstücke im Baugebiet Belzborn beschlossen. Damit können sich jetzt Langener Familien mit mindestens zwei Kindern unter zwölf Jahren, die seit ihrer Geburt oder mindestens seit drei Jahren in Langen leben, um eines der derzeit fünf städtischen Grundstücke bewerben, die dann rund 23 Prozent unter dem Höchstgebot für die Grundstücke im Belzborn verkauft werden.

Die SPD-Fraktionsvorsitzende Margrit Jansen erläuterte den Antrag: „Wir wollen dass Langen eine familienfreundliche Stadt bleibt. Uns ist bewusst, dass dieser Familienbonus nur ein kleines, bescheidenes Puzzlestück ist, aber wir wollen die Familien damit vor anderen Käufern bevorzugen.“ Der Belzborn sei mit der guten Lage in der Stadt und der Nähe zur Natur perfekt für junge Familien geeignet. Unterstützung bekamen die Sozialdemokraten von den Grünen. Ingo Eberhard sagte: „Es ist ja nicht so, dass wir Geld ausschütten, und über die Vergabekategorien lässt sich auch noch diskutieren.“

Von CDU, FDP und Freien Wählern (FWG) gab es hingegen Ablehnung für diese Art von Familienförderung. „Hier geht es um rund 200 000 Euro, von denen fünf Familien profitieren“, kritisierte Jürgen Rettig (FWG). Diese Förderung komme nicht einmal sozial schwachen Familien zugute: „Wer sich ein Haus im Neubaugebiet Belzborn leisten kann, ist mit Sicherheit nicht bedürftig“, hielt Rettig die Idee der SPD für „ungerecht“ und wollte mit diesem Geld lieber mehr Familien helfen.

Auch Berthold Matyschok (CDU) hält das Programm für falsch. „Langen war, ist und bleibt eine familienfreundliche Stadt, dafür muss man nicht fünf Familien bevorzugen.“ Christian Jaensch (FDP) wünschte sich ein „Alternativprogramm für sozial schwächere Familien, die vielleicht in dem Neubaugebiet an der Liebigstraße profitieren könnten“. Er regte an, über ein Erbpacht-Modell beim nächsten Neubaugebiet nachzudenken. Es sei fraglich, ob es sich die Stadt bei der aktuellen Haushaltslage leisten sollte, ausgerechnet den ausgewählten Personenkreis zu fördern. Wer im Belzborn ein Grundstück kaufe, sei sicher nicht arm.

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