Bowling

Zum dritten Mal Bronze

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Bodo Konieczny von Finale Kassel gewann den European Champions Cup in Langen. Bei den Landesmeisterinnen holte Nadine Geißler vom BC/FTG Frankfurt Bronze.

Sie ist eine der besten Bowlerinnen in Europa. Im Kampf um die europäische Krone ist Nadine Geißler nun jedoch zum dritten Mal nach jeweils starker Leistung unmittelbar vor dem Ziel gescheitert. Zum dritten Mal nahm sie als Deutsche Meisterin am European Champions Cup teil, zum dritten Mal belegte sie Rang drei. Das erste Mal 2010 im türkischen Ankara, danach 2016 im tschechischen Olmütz und jetzt in Langen.

In Langen glänzte die 30-Jährige mit konstanten Leistungen. „Die Bahnen waren morgens ganz anders als am Abend zu spielen. Aber sie waren fair“, lobte sie die Bedingungen im „Bowl for fun“. Die Bahnen seien „ehrlich“ gewesen, für jeden Teilnehmer ungeachtet der Spielweise geeignet, ergänzte Bodo Konieczny. Da haben die beiden deutschen Vertreter schon andere Verhältnisse erlebt. Zum Beispiel vor zwei Jahren in Olmütz, wo Linkshänder im Vorteil waren.

Konieczny wie Geißler hatten einen Heimvorteil. Die beiden für hessische Vereine spielenden Bowler haben in Langen schon oft Wettbewerbe absolviert. Die moderne Anlage präsentierte sich im besten Licht. Es war das zweite Mal in der 40-jährigen Geschichte des Wettbewerbs, dass die europäischen Landesmeister in Deutschland spielten.

Eine zusätzliche Herausforderung war die Intensität des Wettbewerbs. 16 Qualifikationsspiele in zwei Tagen und 18 weitere für die Finalisten stellten eine ungewöhnliche Belastung dar. Nadine Geißler bereitete dies im Gegensatz zu einigen weniger routinierten Spielerinnen keine Probleme. „Eine gewisse Grundfitness ist notwendig. Aber viel wichtiger ist die psychische Verfassung. Für die acht Spiele haben wir bis zu fünfeinhalb Stunden gebraucht. Da war es wichtig, selbst bei diesem längeren Rhythmus die Konzentration und die Spannung hochzuhalten.“

Nadine Geißler nutzte die freie Zeit zwischen ihren Würfen, um sich mit Bodo Konieczny zu beraten. „Ich habe vollstes Vertrauen zu ihm. Wir haben schon so oft gemeinsam Mixed gespielt, kaum jemand kennt mein Spiel so gut wie er. Außerdem strahlt er immer Ruhe aus, das überträgt sich auf mein Spiel.“ Umgekehrt gilt das ebenso. Auch Geißler stand dem für Kassel spielenden Berliner mit Rat zur Seite. „Von außen sieht man oft die Fehler besser.“

In die Länge zogen sich die Spiele durch das stark unterschiedliche Niveau der Teilnehmer. Da alle Landesmeister zugelassen sind, kamen auch Bowlerinnen und Bowler zum Zug, die selten einen Strike (alle zehn Pins mit einem Wurf) werfen, sondern meist zwei Versuche benötigen. Spielerinnen wie die Titelträger aus Rumänien, Portugal, Irland oder die jüngste Teilnehmerin, die erst 14 Jahre junge Slowenin Alja Bergauer, schafften rund 1000 Pins weniger als die Spitzenkräfte. „Früher war das Leistungsgefälle noch größer. Aber der Bowlingsport hat vor allem in den osteuropäischen Nationen große Fortschritte gemacht“, meinte die unter den Zuschauern weilende zweimalige Weltmeisterin Martina Beckel (BV 77 Frankfurt), die selbst 1994 und 1995 an diesem Europacup teilnahm.

An der Spitze kämpfte bei den Damen von Beginn an ein Quartett mit der Dänin Mai Ginge Jensen, der Finnin Eliisa Hiltunen, der Französin Solene Goron und eben Nadine Geißler.

Im Halbfinale wartete auf die in Mannheim lebende FTG-Spielerin die große Favoritin Jensen. „Das ist eine Bowling-Maschine, ohne jegliche Gefühlsregung“, charakterisierte Martina Beckel die Dänin. Jensen hat praktisch schon alles gewonnen. 2011 war sie Weltmeisterin, 2009, 2011 und 2015 sammelte sie insgesamt fünf WM-Bronzemedaillen. Danach machte die heute 34-Jährige eine Pause, nun ist sie wieder voll da. „Wenn man gegen Mai Ginge spielt, ist man automatisch nervös. Sie spielt sehr langsam und zwingt mit ihrem konstanten Spiel die Gegner, sich Gedanken, über ihre Ergebnisse zu machen“, wusste Geißler um die Schwere der Aufgabe. Vielleicht war es diese Nervosität, die dafür sorgte, dass die Lokalmatadorin in beiden Spielen unter ihren bis dahin gezeigten Leistungen blieb. 214,3 Pins betrug ihr Schnitt nach 28 Spielen, das Halbfinale verlor die Deutsche Meisterin 176:200 und 193:213. Im Finale besiegte Jensen dann Hiltunen 248:203 und 215:204.

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