Frühjahrsputz in Langen

Erinnerungen dürfen nicht verblassen

  • vonNicole Jost
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Stolpersteine erinnern an die Opfer des Nationalsozialismus. Fleißige Ehrenamtliche putzen sie, um dem Vergessen zu trotzen.

Herbert Walter weiß genau, wie Messingsteine schön zum Glänzen gebracht werden. Fast zehn Jahre nach Verlegung der ersten Stolpersteine in Langen, putzt er einmal im Jahr fleißig mit, um die Erinnerungssteine an die Opfer des Nationalsozialismus in der Sterzbachstadt sauber zu halten.

Mit Gerda Werner, Anne Gebhardt, Rainer Elsinger, Karin Dreier und Renate Goldbach hatte Walter dieses Jahr fünf Helfer, die die 87 Steine im Stadtgebiet, die Gedenktafel an die Euthanasieopfer am Friedhof und die Stolperschwelle am Alten Rathaus aufpolierten. „Am besten geht es mit einem Metallputzmittel, das dann mit einem weichen Lappen ordentlich abgerieben wird. Dazu wird nicht einmal Wasser benötigt“, erläuterte er, bevor sich die Helfer in Zweiergruppen auf die Steine verteilten.

„Es ist wichtig, die Steine sauber zu halten und sie auch immer mal wieder ins Gespräch zu bringen“, erklärte Walter die Intention des Putztages. Es sei gut, dass Langen die von dem Kölner Künstler Gunter Demnig verlegten Steine habe, sie müssten immer wieder aufs Neue in den Fokus gerückt werden.

Anne Gebhardt ist schon seit einigen Jahren bei der Putzaktion dabei. „Ich habe auch meine Tricks, wie ich die Steine am schönsten zum Glänzen bringe“, sagte sie lächelnd. Für Karin Dreier ist es die erste Putzaktion. „Ich wollte immer schon einmal mitmachen. Es ist mir einfach ein großes Anliegen, etwas gegen das Vergessen zu tun“, sagte die Langenerin.

Bevor sich die engagierten Steineputzer dann in alle Himmelsrichtungen verstreuten, rief Herbert Walter ihnen noch hinterher: „In einer guten Stunden treffen wir uns auf dem Wochenmarkt. Dann gibt es einen kühlen Ebbelwoi zur Belohnung!“

(njo)

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