Ironman

Euphorie trägt die Waldseehaie ins Ziel

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Kopfschmerzen, Übelkeit, Rückenschmerzen: Zahlreiche Entbehrungen mussten die Teammitglieder Bäder- und Hallenmanagement der Stadt auf sich nehmen, um den Dreikampf der Superlative zu bestehen. Dennoch: Missen will keiner die Erfahrung. Besonders die beiden Debütanten gingen durch ein wahres Wellental der Emotionen. Und Alexander Laloi hätte sich den Wettkampf beinahe selbst versalzen.

Auf der Zielgeraden am Römerberg gab es kein Halten mehr für Carina Baumgardt. „Ich musste einfach heulen“, berichtet sie einen Tag nach dem ersten ihres Lebens. „Die Zuschauer merkten das – und feuerten mich noch lauter an“. Mit ihrer Zeit von 13:17:20 Stunden ist sie „völlig zufrieden, zumal ich ja nur ankommen wollte“, sagt die 35-Jährige. Erst beim Laufen, nach der Halbmarathon-Distanz, sei sie eingebrochen: „Alles tat weh. Aber die Stimmung war so super und ich wusste: Den Rest schaffe ich auch noch – und wenn ich wandern müsste.“

Ein kurioser Wettkampf war es für den zweiten Ironman-Debütanten im Team der Waldseehaie: Ausgerechnet in seiner Paradedisziplin, dem Schwimmen, bekam Frank Richter Probleme: „Ich hatte Kopfschmerzen, Übelkeit, verschwomm mich sogar einmal“, berichtet der Egelsbacher. Dann die Überraschung: „Ab der zweiten Runde auf dem Rad wurde es besser. Ich hatte einen gigantischen Marathon, ganz ohne Gehpausen“, staunt Richter über die „hochspannende Erfahrung, was der Körper so alles schafft. Je länger das Rennen dauerte, desto besser lief es, und nach 12:52:37 Stunden erreichte er das Ziel auf dem Römer noch deutlich vor 20 Uhr – wie vorgenommen.

Präzise analysierte Routinier Simon Müller nach 10:58:55 Stunden die Leistung bei seinem zehnten „Eisenmann“: „Angesichts der Umstände noch überraschend ordentlich.“ Eingedenk der verlängerten Radstrecke, der mehr als 1300 Höhenmeter und des Nordostwindes in der Wetterau sei erwartungsgemäß keine Bestzeit drin gewesen. Beim Radfahren sei er 17 Minuten langsamer als geplant geblieben, „beim Radfahren konnte ich aber mit einer soliden Laufleistung noch unter elf Stunden bleiben.“

Seinen Ironman hätte sich Alexander Laloi (12:25:01 Stunden) um ein Haar fast selbst versalzen. Da er die vom Veranstalter angebotene Energienahrung nicht verträgt, mixte er sich selber etwas zusammen, machte sich aber zu viel Salz in die Mischung: „Es war absolut ungenießbar!“ 30 Kilometer musste deshalb ein Mix aus Wasser, Cola und Red Bull als Energiespender herhalten. In der letzten Marathon-Runde ereilten ihn Atemnot, Kreislaufprobleme und Schwindelgefühle. Einen überraschenden Motivationsschub erhielt Laloi dann in Gestalt seiner Waldseehai-Gefährtin Clara Hartmann, die zu ihm aufgelaufen war: Zusammen liefen sie den letzten Kilometer und überquerten gemeinsam die Ziellinie.

Mit ihren 12:12:59 Stunden ist die Abteilungsleiterin Triathlon der SG Egelsbach sehr zufrieden. „Das Schwimmen lief gut, beim Radfahren habe ich gelitten, bin dann drei Runden lang gut gelaufen“ sagt sie. Sie zeigte sich angetan von der „fantastischen Unterstützung auf der Laufstrecke – für mich das Highlight.“ Überhaupt war es für Clara Hartmann ein emotionales Rennen: „Im Frühjahr ist mein Vater überraschend gestorben“, erzählt sie. „Ich habe den Wettkampf in Andenken an ihn gemacht.“

Mit einem fulminanten Schlussspurt ließ Stefan Schubert (11:27:38 Stunden) noch mal einige Konkurrenten hinter sich. „Hätte ich diese Energie das ganze Rennen über gehabt, hätte ich Jan Frodeno hinter mir gelassen“, sagt er augenzwinkernd. Insgesamt brauchte er eine halbe Stunde länger als geplant. Die büßte er vor allem ein, weil ihn seit dem Radfahren Rückenschmerzen plagten.

„Froh und stolz am Ziel ankommen“: Dieser Plan ging für Rüdiger Bobsin nach 13:36:32 Stunden voll auf. Begeistert zeigt er sich über die Anfeuerung durch Freunde und Familie sowie die vielen helfenden Hände entlang der Strecke: „Ihnen gilt mein großer Dank. Das ist schon sensationell, was die leisten.“

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