Prozess am Amtsgericht

Exhibitionist wegen Belästigung von Minderjährigen verurteilt

Ein 46-Jähriger stand wegen exhibitionistischer Handlungen vor Gericht. Trotz Entschuldigung bei den Belästigten fiel das Urteil wie von der Staatsanwaltschaft gefordert aus.

Langen - Ein durchaus traumatisches Erlebnis soll ein 46-Jähriger aus Dreieich drei Minderjährigen beschert haben: Am Bahnhof in Buchschlag soll er die Mädchen verfolgt und unter Entblößung seines Gliedes vor ihren Augen an sich herumgespielt haben.

Von Beginn an leugnete der zweifache Vater die Tatvorwürfe, die ihm die Staatsanwaltschaft vorhält. Laut Anklageschrift soll der Mann am Abend des 26. Juli 2016 vor der Gaststätte „Endstation“ am Buchschlager Bahnhof drei jugendliche Mädchen beschimpft und mit Geschlechtsverkehr nachahmenden Gesten belästigt haben. Dann sei er den Mädchen auf den Bahnsteig gefolgt, wo er durch ein Loch in seiner Jogginghose sein Glied entblößt und sich angefasst habe.

Der Angeklagte erklärte immer wieder, dass er nichts getan hätte. Mit zwei kleinen Bieren intus sei er angetrunken gewesen, wüsste aber noch, dass sich die Mädchen wegen seines Äußeren über ihn lustig gemacht hätten. Eine kaputte Jogginghose habe er wahrscheinlich angehabt und auf Nachfragen von Richter Volker Horn räumt der Angeklagte ein, die Mädchen auf etwa 13 Jahre geschätzt zu haben, was dem Alter seiner eigenen Tochter entsprach.

Bei den damals minderjährigen Zeuginnen hat sich der Vorfall verständlicherweise eingeprägt, und als sie nun das Geschehen wiedergaben, hörte man aus den Erzählungen noch immer die Erschütterung heraus. Von ihrer Mutter vor dem Bahnhof mit dem Auto abgesetzt, sei ihnen der Mann aufgefallen, weil er gestöhnt habe, gibt die heute 18-jährige Auszubildende an. Die beiden gleichaltrigen Schülerinnen bestätigen, wie sie sich wegen des Geräuschs zu ihm umgedreht haben und er in ihre Richtung stoßende Hüftbewegungen gemacht habe. Verängstigt seien sie auf den Bahnsteig geeilt, wohin ihnen der Angeklagte gefolgt sei.

Übereinstimmend schilderten die Drei, wie sie immer wieder auf dem Bahnsteig versucht hätten, dem Mann auszuweichen. Dieser habe aber nicht abgelassen, erneut obszöne Gesten gemacht und schließlich sein Glied aus einem Loch in der Jogginghose gezogen und gestreichelt. Bei einem anderen Mann auf dem Bahnsteig fanden die Mädchen dann Hilfe, da dieser die Sprache des Angeklagten, der des Deutschen kaum mächtig ist, gesprochen hat. Wirklich erleichtert waren die damals Minderjährigen aber erst, als sie in den einfahrenden Zug flüchten konnten.

Den Tatvorwurf sieht die Staatsanwältin ohne Zweifel bestätigt. „Widerspruchsfrei und detailreich“ seien die Zeugenaussagen, die weder Belastungseifer zeigten, noch ein Motiv zu lügen hätten. Dass der Mann die Mädchen damals auf ein Alter von 13 Jahren schätzte, wird ihm besonders zur Last gelegt. Wie immer hatte der Angeklagte das letzte Wort und fühlte sich bemüßigt, sich bei den heute 18-Jährigen zu entschuldigen. Auch wenn der Vorsitzende dies zugunsten des Angeklagten zur Kenntnis nahm, fiel das Urteil wie von der Staatsanwaltschaft gefordert aus: Für die exhibitionistische Handlung gegenüber Minderjährigen wird der unterhaltspflichtige Vater zu einer Geldstrafe von 90 Tagessätze à 25 Euro verurteilt.

(nab)

Bei einem anderen Vorfall lässt sich amBahnhof in Friedberg ein Mann von einem Mädchen fotografieren - Dann wird's eklig. Zeugin versteht die Situation falsch.

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