Muslime

Die Gemeinde Ulu Camii lädt zum Besuchstag

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Im Neurott entsteht derzeit ein neuer Gebetsraum für die Langener Muslime. Dann hat die Gemeinde Ulu Camii endlich mehr Platz. Besucher können sich morgen gerne dort umsehen.

Das ehemalige Autohaus in der Otto-Hahn-Straße/Ecke Ohmstraße hat sich bislang wenig verändert. Hier im Langener Neurott, wo einst blankpolierte VWs verkauft wurden, treffen sich die Langener Muslime jeden Freitag zum Gebet. Am 31. Oktober vergangenen Jahres unterzeichnete der Vorstand der DITIB Türkisch-Islamische Gemeinde Langen Ulu Camii den Kaufvertrag für das große Gelände in dem Gewerbegebiet. Fast ein Jahr später, am Mittwoch, 3. Oktober, lädt der Verein zum „Tag der offenen Moschee“ ein.

„Wir möchten für Transparenz sorgen. Wir wollen, dass die Leute uns hier besuchen, dass sie sich hier umschauen können und sehen, was wir machen“, will Muhammed Inan vom Vorstand des Vereins vermeiden, dass Gerüchte entstehen. Denn Gerede habe es durchaus gegeben. Aus der Nachbarschaft habe die Gemeinde Sorge gehört, dass ein Minarett oder eine Kuppel entstehen könnte. „Das ist aber alles Quatsch. Das Gebäude wird sich von außen gar nicht verändern. Wir werden es nur ein bisschen schöner machen. Wir haben ja noch nicht mal ein Schild draußen angebracht, dass es hier einen Gebetsraum gibt.“ Das Wort Moschee vermeidet er ganz. „Es ist eigentlich keine Moschee. Es ist ein Gebetsraum, der allen Muslimen offen steht.“

Der einstige Verkaufsraum, der künftig bis zu 550 Betenden Platz bieten soll, ist noch lange nicht fertig renoviert. Der Estrich ist frei gelegt, es stehen Werkzeuge und Betonsäcke im Raum. „Ja, es ist noch eine ziemliche Baustelle, aber das Beten ist schon möglich. Überall wo Platz ist, wird der Gebetsteppich ausgerollt“, ist Muhammed Inan ganz pragmatisch, „wir sind froh, dass wir jetzt ein größeres Vereinsgelände für die Gläubigen haben.“ Wenn zum Freitagsgebet sehr viele Leute kommen, weicht die Gemeinde in ein Pavillonzelt im Innenhof aus.

Mehr als 20 Jahre lang, seit 1996, war die Gemeinde in einem Haus in der Bahnhofsanlage beheimatet. „Dort gab es Platz für rund 300 Gläubige. Das hat aber zum Freitagsgebet nie ausgereicht“, erinnert Inan. Unter dem später gebauten Carport, sogar vor dem Haus, beteten die Menschen. „Das war für uns nicht schön, für die Betenden nicht schön und auch für die Nachbarn keine glückliche Lösung“, berichtet Muhammed Inan.

Auch bei den Festen, wie dem Fastenbrechen nach dem Ramadan, sei das Haus aus allen Nähten geplatzt. Auch der Verkehr vor dem Haus sei für den Verein ein Problem gewesen: „Es stellte für die Kinder eine echte Gefahr dar. Wir haben schon lange nach einem größeren Haus gesucht“, sagt Erktan Aktas, ebenfalls Vorstandsmitglied der Ulu Camii Gemeinde.

Das ist mit dem Gebäude in der Otto-Hahn-Straße nun gefunden. Neben dem 400 Quadratmeter großen Gebetsraum, bietet das ehemalige Autohaus den Muslimen etliche Nebenräume, Büros, ein Innenhof und eine Dachterrasse. „Das Gelände ist für uns alleine viel zu groß. Gut die Hälfte haben wir schon vermietet“, erläutert Muhammed Inan. Eine Autowerkstatt, ein Ingenieurbüro und weitere Büroräume sind dort untergekommen. Ein Café für türkische Spezialitäten wird noch entstehen.

Das helfe, das neue Haus zu finanzieren. Der Verein hat das ehemalige Vereinsgelände in der Bahnhofsanlage verkauft, hatte zuvor schon Rücklagen gebildet, Spenden von Vereinsmitgliedern bekommen und einen Teil über einen Kredit bei der Bank finanziert, erklärt das Vorstandsteam rund um Vorsitzenden Zeki Kilinc das Finanzierungsmodell der Gemeinde.

Das Büro für den Vorstand sei schon in einem Zustand, dass dort gearbeitet werden könne. In einem Gemeinschaftsraum treffen sich die Vereinsmitglieder – aber alles sei noch viel Arbeit. „Für den Gebetsraum haben wir ein Unternehmen engagiert. Dort muss eine Fußbodenheizung verlegt werden, die Elektrizität wird neu gemacht, auch die Trockenbauarbeiten haben wir vergeben“, erzählt Erktan Aktas. Das Streichen von Wänden und die Schönheitsreparaturen in den Nebenräumen will der Vorstand mit Hilfe der rund 150 Mitglieder selbst organisieren. Bis Ende des Jahres soll der Gebetsraum fertig sein. Danach wollen sich Zeki Kilinc und sein Team um die Räume für die Jugendlichen, den Frauen- und die Seniorenorganisation der Gemeinde kümmern.

Am morgigen Mittwoch können sich die Besucher zwischen 14 und 17 Uhr umsehen. Es gibt Tee und türkische Spezialitäten. „Wir freuen uns darauf mit den Nachbarn und den Gästen ins Gespräch zu kommen“, so Muhammed Inan.

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