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Wohngebiet

Hier entsteht Platz für 3300 Einwohner

Die Realisierung des Mega-Wohngebiets Liebigstraße kommt einen entscheidenden Schritt voran: Während ganz im Süden bereits gebaut wird, startet für die anderen drei Bereiche in Kürze die öffentliche Auslegung der Bebauungspläne.

Nur keine römischen Fundstücke. Zumindest keine bedeutenden. Das wünscht sich Robert Ahrnt, der Leiter der Stadtplanung. Denn im Nordosten des geplanten Wohngebiets Liebigstraße gibt es im Bereich des früheren Schnainwegs Hinweise auf eine alte Römerstraße. Und deshalb wird die Abteilung Archäologie des Landesamtes für Denkmalschutz dort demnächst Bodensondierungen vornehmen. Bäume und Sträucher sind dafür bereits entfernt. Werden die Altertumsforscher in größerem Umfang fündig, „würde das den Bauablauf erheblich stören“, sagt Ahrnt. Aber eigentlich ist er „zuversichtlich, dass dort nichts Herausragendes gefunden wird“.

Funken die alten Römer nicht dazwischen, soll die Entwicklung des Wohngebiets Liebigstraße nun auch in der öffentlichen Wahrnehmung wieder deutlich Fahrt aufnehmen. Denn in den vergangenen Monaten hat zwar im Süden die Bautätigkeit für die Wohnhäuser begonnen, der Spatenstich für das Einkaufszentrum samt Hotel soll definitiv im kommenden Frühjahr sein. Doch für den allergrößten Teil, die drei Abschnitte Rodehau-Areal, Liebigstraße Süd und Nord, müssen erst noch die Bebauungspläne beschlossen werden. Die sind nun so weit erarbeitet, dass die Beteiligung der Öffentlichkeit starten kann.

28 Hektar, knapp 1600 Wohneinheiten für etwa 3300 Einwohner – das sind die Eckdaten für das Gebiet, das vom Bahnhof bis zur Nordumgehung und zur Hans-Kreiling-Allee reicht. Dazu wird es relativ dicht bebaut, wie Ahrnt eingesteht: Aber die Vorgabe des Regionalplans von 60 Wohneinheiten pro Hektar sei mit frei stehenden Einfamilienhäusern eben nicht zu realisieren.

Komplett autofrei

Vorgesehen ist auf der Rodehau-Fläche, die die Stadtwerke an die FRANK-Heimbau Main/Taunus GmbH (Hofheim) verkauft haben, eine Mischung aus Geschosswohnungsbau und Reihenhäusern. Zur Bahn hin sind auf einer Garagenzeile zwei viergeschossige Gebäude plus Staffelgeschoss geplant, verbunden durch einen verglasten Mittelbau. Dieser Riegel soll eine schallschützende Wirkung für die dahinter liegenden Häuser haben. Für die Bewohner in der vordersten Reihe ist zudem an eine Lärmschutzwand aus Glas vor begrünten Terrassen gedacht. Das ganze Quartier mit zwei kleinen Plätzen soll von Fuß- und Radwegen durchzogen, aber komplett autofrei sein.

Der Bebauungsplan „Liebigstraße Süd“ umfasst im Wesentlichen das Gleisschwellenwerk, das dem Wohnungsbauunternehmen Weisenburger (Rastatt) gehört. Zum Norden – mit 18,5 Hektar das größte Gebiet – zählen der ehemalige Bau- und Wertstoffhof, einige wenige bebaute Grundstücke und jede Menge Ackerland. Als Entwicklungsträger tätig ist die Firma Bonava (Fürstenwalde), die die Langener Terrassen an der Elisabeth-Selbert-Allee errichtet hat und neben Privatleuten und weiteren Investoren auch dort bauen will.

Neue Grundschule

Sowohl dort als auch im Südteil ist eine Mischung aus Geschosswohnungsbau, Punkt-, Reihen- und Kettenhäusern vorgesehen. Im Norden kommen Doppelhäuser hinzu. Entlang der Liebigstraße und südlich der Nordumgehung schützen drei- bis viergeschossige Gebäude das Wohngebiet vor Verkehrslärm.

Zum Lärmschutz sollen auch Elemente zwischen den Häusern beitragen und zur Lebensqualität Wohnhöfe im hinteren Teil. Ebenfalls Geschosswohnungsbau und sechs gestaffelt angeordnete Punkthäuser (drei bis fünf Stockwerke plus Staffelgeschoss) sieht das Konzept für den südöstlichen Abschluss des Areals vor.

Im Norden wird die erste Häuserreihe nicht direkt an die Umgehungsstraße heranrücken. Vielmehr liegt dazwischen als Puffer ein etwa 30 bis 40 Meter breiter Bürgerpark. Darin hat bereits die Kinder- und Jugendfarm eine neue Heimat gefunden. Als künftige Nachbarin soll im nordöstlichen Teil des Grüngürtels eine Kindertagesstätte und eine Grundschule entstehen.

von MARKUS SCHAIBLE

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