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Hier lebt es sich sehr umweltfreundlich

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Von: Nicole Jost

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Die Langener Terrassen wachsen weiter: Das Unternehmen Bonava hat die ersten Mehrfamilienhäuser im Passivstandard mit hoher Energieeffizienz fertiggestellt. Dafür gibt es sogar eine Bedienungsanleitung.

In einer kleinen Tür im Flur in der schicken Neubauwohnung in der Elisabeth-Selbert-Allee ist die Lüftungsanlage versteckt. Große, weiße Schläuche und eine Filteranlage sorgen für frische Luft in dem Neubau. Die Langener Terrassen, die das Unternehmen Bonava (vorher NCC) seit 2013 in der Elisabeth-Selbert-Allee verwirklicht hat, bekommen im fünften und letzten Bauabschnitt mit Gebäude Nummer sechs und Nummer sieben eine interessante Neuerung: Es sind die ersten Bonava Mehrfamilienhäuser im Passivhausstandard.

Die letzten 72 Wohnungen, der insgesamt 250 realisierten Wohnungen, werden in diesen Tagen an ihre neuen Besitzer übergeben. Während bis auf die An- und Abluft-Lüftungsrohre auf der Höhe der Badezimmer von außen kaum ein Unterschied zu den Nachbarblöcken erkennbar ist, steckt im Inneren der Häuser echte Zukunftstechnologie. „Die Wohnungen erfüllen schon heute die hohen Energieeffizienz-Anforderungen die der Gesetzgeber für das Jahr 2021 vorgesehen hat“, erläutert Bonava-Projektleiter Eckard Sommer.

Disziplin nötig

Die beiden Neubaugebäude, die wie die anderen Häuser in der Nachbarschaft U-förmig und in Terrassenbauweise angelegt sind, verfügen über eine besondere Wärmedämmung und eine luftdichte Gebäudehülle. So geht praktisch keine Energie verloren. Die Lüftungsanlage sorgt mit eingebauter Wärmerückgewinnung für ein angenehmes Klima in den Räumen. Eckhard Sommer kennt aber auch die Tücken des Passivhausstandards: „Das System funktioniert nur, wenn sich alle Bewohner an die Regeln halten“, weiß der Projektleiter. Das bedeutet beispielsweise, dass kein Fenster länger gekippt sein darf, da sonst unnötig Energie entweicht.

„Um die Energieeinsparungen richtig zu nutzen, braucht es Disziplin von den Eigentümern“, so Eckhard Sommer weiter. Aber die 60-seitige Bedienungsanleitung für die hochtechnische Filteranlage hält sicher die wichtigen Tipps bereit. Befolgen die Eigentümer die Regeln, können aber erstaunliche Energieeinsparungen erreicht werden: Nur noch rund 15 Kilowattstunden Energie pro Quadratmeter werden im Jahr verbraucht. Zum Vergleich: Ein vor zehn Jahren gebautes Haus braucht 100 Kilowattstunden, ein in den 70er Jahren gebautes Haus 200 bis 300 Kilowattstunden pro Quadratmeter im Jahr.

Ganz günstig ist die Investition in die Zukunft allerdings nicht: Rund 200 bis 300 Euro mehr kostet die Wohnung pro Quadratmeter. Die 72 Wohnungen im Drei- bis Fünf-Zimmer Zuschnitt „sind zwischen 60 und 150 Quadratmeter groß und die neuen Eigentümer mussten 3700 bis 4000 Euro in sie investieren. Bonava ist mit 30 Millionen Euro Investitionssumme für dieses Projekt in Vorlage getreten.

Verkauft oder reserviert

Langen wächst in der Elisabeth-Selbert-Allee indes immer weiter. Gegenüber der Langener Terrassen laufen schon die Bauarbeiten für einen weiteren Wohnpark mit 36 Doppel- und Reihenhäusern. Gut ein Drittel dieser Häuser sind schon verkauft oder reserviert. Ein weiteres Mehrfamilienhaus mit voraussichtlich 55 Wohnungen soll im Herbst in den Verkauf gehen. Auch an anderer Stelle gehen die Arbeiten voran. Auf dem gut 18,5 Hektar großen Gelände zwischen Liebigstraße und Hans-Kreiling-Allee will Bonava ein neues Zuhause für gut 950 Familien schaffen. Mit dem Bau der Häuser kann auch 2019 schon angefangen werden.

Langens Bürgermeister Frieder Gebhardt ist froh, dass die Stadt mit Bonava einen so zuverlässigen Partner hat. „Für unseren Wachstumskurs brauchen wir Akteure, die bereit sind, in den Standort Langen zu investieren“, betont der Rathauschef. Mit solch besonderen Projekten wie dem Mehrfamilienhaus im Passivstandard sei das Unternehmen zudem ein Vorbild für andere Bauträger auf dem Gebiet der Energieeinsparung und im Umweltschutz.

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